Ökumenisches Heiligenlexikon

Anna Maria Taigi
italienischer Taufname: Anna Maria Gesualda Antonia Giannetti

Gedenktag katholisch: 9. Juni
     gebotener Gedenktag im Trinitarierorden
Name bedeutet: Ann: die Begnadete (hebr.)
M: die Beleibte / die Schöne / die Bittere / die von Gott Geliebte (aramäisch)
G: Jesus ist der Herr (althochdt. - italienisch)
Ant: die vorne Stehende (latein.: aus dem Geschlecht der Antonier)
Mystikerin
* 29. Mai 1769 in Siena in Italien
† 9. Juni 1837 in Rom
Kartenskizze

Anna Maria Taigi

Anna Maria Taigi   

Anna Maria Giannetti, Tochter eines bankrotten Apothekers, kam 1774 mit ihrer Familie nach Rom. Sie arbeitete zunächst in einer Fabrik, dann als Dienstmagd in einem bürgerlichen Haus. 1789 heiratete sie den Knecht Domenico Taigi, der der Überlieferung gemaß von rohen, ungepflegten Sitten und von eigensinnigem Charakter war; sie wurde Mutter von sieben Kindern, die sie unter ärmlichsten Bedingungen aufzog.

Ab 1790 führte Anna Maria Taigi ein Leben in Sühne. 25 Jahre lang wurden ihr nun Ekstasen, Visionen und mystische Erlebnisse zuteil, so die Wahrnehmung einer mit der Dornenkrone überzogenen Sonne, auf deren Scheibe sie Gestalten und Ereignisse aus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft erkannte. Arme und Fürsten, Bischöfe und Päpste suchten ihren Rat. Ihr geistlicher Begleiter war Vinzenz Maria Strambi. 1808 trat sie in den dritten Orden der Trinitarier ein.

Anna Marias unverwester Leichnam ist in einer ihr geweihten Kapelle der Basilika S. Crisogono in Rom beigesetzt.

Kanonisation: Anna Maria wurde am 30. Mai 1920 von Papst Benedikt XV. seliggesprochen.

Catholic Encyclopedia





Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• Gabriele Lautenschläger. In: Friedrich-Wilhelm Bautz †, Traugott Bautz (Hg.): Biographisch-Bibliographischen Kirchenlexikon, Bd. XI, Herzberg 1996


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