Ökumenisches Heiligenlexikon

Antoninus von Florenz
auch: Antonius
italienischer Name: Antonino

Gedenktag katholisch: 2. Mai
     gebotener Gedenktag im Dominikanerorden: 10. Mai
Name bedeutet: der vorne Stehende (latein.: aus dem Geschlecht der Antonier)
Ordensmann, Erzbischof von Florenz
* im März 1389 in Florenz in Italien
† 2. Mai 1459 daselbst
Kartenskizze

Antoninus wurde als Sohn des Notars Niccolò Pierrozzi geboren, war schon als Kind lerneifrig und wissbegierig und trat mit 16 Jahren, gewonnen durch Johannes Dominici, in Cortona in den Dominikanerorden ein. Er wurde 1413 zum Priester geweiht und setzte sich dann für die Ordensreform ein, ab 1418 als Prior in Cortona, ab 1421 im Reformkonvent in Fiesole, ab 1428 in Neapel und ab 1430 im Kloster S. Maria sopra Minerva in Rom. Von 1432 bis 1445 hatte er als Generalvikar aller italienischen Dominikaner-Observanten das Amt des Ordensprovinzials für die Toskana und Neapel inne. 1436 gründete er das Kloster San Marco in Florenz, dem er als Prior bis 1444 vorstand und das berühmt durch die Fresken von Fra Angelico.

Papst Eugen IV. erhob Antoninus 1446 zum Erzbischof von Florenz, wo er reformerisch tätig wurde und wichtige Initiativen auf caritativem Gebiet setzte; er gründete die noch heute bestehende Gesellschaft der Buonomini di San Martino, der guten Männer vom heiligen Martin und weitere Stiftungen. Antoninus galt als unbeugsam, aber von großer Güte, und als begehrter Ratgeber; seiner besonderen Umsicht in der seelsorgerischen Beratung verdankt er den Namen Antoninus consiliorum, Antonius der Ratgeber. Papst Eugen IV. bat ihn 1447 um die Sterbesakramente. Als Florenz erst von einer Pestepidemie, dann von einer Hungersnot, schließlich 1453 von einem schweren Erdbeben heimgesucht wurde, kümmerte sich Antoninus aufopfernd um die Bevölkerung.

Als Autor verfasste Antoninus die Summa Chronica, die wohl umfangreichste Chronik des Mittelalters, eine Weltchronik als Werkbuch für Prediger und Seelsorger und schrieb vielfach gedruckte moral- bzw. pastoraltheolog. Werke, die er zur Summa Theologiae, auch Summa Moralis genannt, zusammenfaßte.

Antoninus' Gebeine wurden im Beisein von Papst Pius II. in San Marco in Florenz beigesetzt.

Kanonisation: QAm 31. Mai 1523 sprach Papst Hadrian VI. Antoninus heilig.
Attribute: Mönch mit Büchern und Totenkopf
Patron im Unglück; gegen Fieber

Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon

Catholic Encyclopedia





Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• Charlotte Bretscher-Gisinger, Thomas Meier (Hg.): Lexikon des Mittelalters. CD-ROM-Ausgabe J.B. Metzler, Stuttgart/Weimar 2000
• Friedrich Wilhelm Bautz. In: Friedrich-Wilhelm Bautz (Hg.): Biographisch-Bibliographischen Kirchenlexikon, Bd. I, Hamm 1990


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