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Witiza war der Sohn des westgotischen Grafen Aigulf von Maguelone - dem heutigen Villeneuve-les-Maguelone im Languedoc. Er diente als Ritter Frankenkönig Pippin dem Kleinen und Karl dem Großen. Bei dessen erstem Feldzug gegen die Langobarden rettete er seinen Bruder unter Einsatz seines eigenen Lebens vor dem Ertrinken und beschloss danach, Mönch zu werden. 773 trat er während einer Reise gegen den Willen der Familie in St-Seine bei Dijon in ein Kloster ein. Bald schon zog er sich mit einigen Anhängern auf sein Erbgut Aniane bei Montpellier zurück und lebte dort mit ihnen nach den strengen Regeln von Basilius. Als seine Gefährten ihm Widerstand leisteten und ihn verließen, gründete er mit einigen anderen Gefährten ab 780 auf seinem elterlichen Gut Aniane ein eigenes Kloster nach der Regel der Benediktiner, die er zuvor als nur für Anfänger und Schwächlinge geeignet hielt. Es wurde ein Vorzeigekloster, von dem aus bald schon die Reform aller Klöster im Frankenreich ausging, die seither nach einer Mischform von Regeln geordnet waren.
Das Kloster in Aniane
hatte als eines der größten im Frankenreich bald schon 300 Mönche und eine
beispielhafte Ausstrahlung, es wurde 792 mit einem Prachtbau erweitert. König
Ludwig der Fromme machte ihn ob seiner Erfolge im selben Jahr zum Oberaufseher
aller Klöster in Aquitanien,
schließlich zum Generalabt
des ganzen Frankenreiches. In dieser Funktion
konnte er nachhaltig das klösterliche Leben vieler Gemeinschaften - v.a. in
Südfrankreich - erneuern, die er selbst gegründet hatte oder die sich nach dem
Vorbild von Aniane entwickelten, und er konnte der Benediktinerregel
zum Durchbruch verhelfen. Von Kaiser Ludwig wurde Benedikt 814 zum Abt des Klosters
Maursmünster - dem heutigen Marmoutier
- im Elsass und zum ersten Abt im von Ludwig gestifteten Kloster von Inden - dem
heutigen Stadtteil Kornelimünster
in Aachen - ernannt; von hier aus konnte Benedikt seine Leitungsaufgabe effizient und dem
Kaiser nahe wahrnehmen. Hier wurden Mönche für die Klöster im Frankenreich ausgebildet,
das Scriptorium entfaltete große Wirkung. Auf der SynodeSynode (altgriech. für Zusammenkunft) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten.
In der alten Kirche wurden "Konzil" und "Synode" synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet.
in Aachen
816 wurde eine Regel beschlossen, die das Leben der Kanoniker
neu ordnete und ihr Leben dem der Mönche annäherte. 817 wurde vom Kaiser eine
Generalversammlung aller Äbte nach Aachen einberufen und eine für alle Klöster
gemeinsame Ordnung festgelegt: das Capitulare monasticum
, eine verbesserte
Benediktinerregel. Damit wurde die vom Kaiser beabsichtigte Einheit von kirchlichem
und politischem Wirken durchgesetzt. Ergebnis der Arbeit von Benedikt war, dass
bis ins Hochmittelalter hinein die Klöster allgemein nach der benediktinischen Regel
geordnet waren.
Relief: Benedikt von Nursia und Benedikt
von Aniane, in der Abtei Gellone, dem heutigen St-Guilhem-le-Désert

Nach dem Tode Benedikts richtete Kaiser Ludwig an die Mönche des Klosters Inden und den von ihnen gewählten Abt Tructesindus einen Brief, in dem er das monastische Ideal darlegte, und bestätigte die Privilegien der Abtei.
Am
Historischen Seminar der Universität Tübingen wurde die von dem Mönch Ardo in
Benedikts Kloster Aniane verfasste Vita
Benedicts von Aniane
übersetzt und, ergänzt mit weiteren Informationen,
online zugänglich gemacht.
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