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In der Überlieferung über Demetrios vereint sich wohl die von drei verschiedenen Personen: Erstens die eines Märtyrers aus Thessaloniki unter Kaiser Maximianus, der in der Christenverfolgung Anfang des 4. Jahrhunderts im Kerker erstochen wurde; zweitens die eines Diakons aus Sirmium - dem heutigen Sremska Mitrovica in Serbien; drittens die eines weiteren Diakons slawischer Abstammung in Pannonien - der damaligen römischen Provinz im heutigen Ungarn.
Demetrios ist einer der am meisten verehrten Heiligen der Ostkirche, vor
allem in Griechenland und besonders in Thessaloniki,
durch Wallfahrer aber auch in der westlichen Kirche verbreitet. Der Legende nach
war er ein Bruder von Georg.
Wohl wegen der Plünderung von Sirmium - dem heutigen Sremska
Mitrovica in Serbien - durch die Hunnen um 441/442 wurden Gebeine
von dort nach Thessaloniki überführt, nach der Verlegung der Präfektur von Sirmium
nach Thessaloniki wurde 535 Thessaloniki zum Zentrum der Verehrung des
Heiligen. Der altserbische Name von Sirmium erinnerte an den Heiligen: er
lautete Dimitrovce, ungarisch Szava Szent-Demeter, civitas S. Demetrii
in
lateinischen Quellen des 13. bis 15. Jahrhunderts. Im 9. Jh. führten die
Slavenlehrer Cyrillus
und Methodius die
Verehrung von Demetrios in Mähren
und Pannonien ein.
Nach Russland kam die Verehrung von Dimitrij wohl aus Mähren, 1052 wurde das erste russische Kloster dieses Namens eröffnet. 1197 wurde eine Ikone von Thessaloniki nach Kiew gebracht. Klemens von Ochrid verfasste um 916 einen Lobpreis in altbulgarischer Sprache. Auch in Konstantinopel - dem heutigen Ístanbul in der Türkei - wurde Demetrios verehrt; infolge der Kreuzzüge verbreitete sich der Kult auch im Westen; Zeuge ist z.B. der Schrein für Anno von Köln in Siegburg.
Reliquienschrein in der Krypta der Demetrios geweihten Basilika in Thessaloniki
Im 5. Jahrhundert wurde Demetrios zu Ehren in Thessaloniki
eine Kirche erbaut. Sein Grab wurde im Mittelalter ein bedeutender Wallfahrtsort,
aus ihm fließt bis heute in den Tagen vor seinem Fest ein für heilkräftig
erachtetes Öl, das täglich mehr duftet. Am Festtag wird der Schrein geöffnet und
innerhalb weniger Sekunden duftet die ganze Kirche vom Wohlgeruch. Anschliessend
ist eine Prozession in der Stadt, dabei erfüllen sich die Gassen von diesem Duft.
Noch heute sind ihm allein in Griechenland über 200 Kirchen geweiht. Er gehört
zu den Heiligen Rittern
, die in verschiedener Zusammenstellung vorkommen.
Attribute:
als Soldat, Schwert, Lanze, Pfeile
Patron
von Venedig,
Thessaloniki
und Konstantinopel - dem heutigen Ístanbul;
der Soldaten
Die
englische Übersetzung
aus den Acta Sanctorum und viele Bilder von Demetrios gibt es auf der Seite
der University College Cork.
Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon
Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon
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