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Filippo Smaldone wurde geboren während der Auseinandersetzungen um die
Gründung des italienischen Nationalstaates, als es Rivalitäten des Königreiches
mit der Kirche gab. Schon im Alter von 12 Jahren wuchs in ihm der Wunsch,
Priester zu werden. Er widmete sich dann ab 1871 der Seelsorge in Süditalien,
besonders an den Taubstummen *. Filippo gründete zusammen mit
Lorenzo Apicelia 1885 ein erstes Institut in Lecce,
aus ihm wuchsen die von ihm gegründeten Salesianerinnen
vom Heiligsten Herzen
, die sich
der Erziehung von tauben und stummen Kindern widmen. 1903 konnten sie das ehemalige
Kloster der Unbeschuhten Karmeliter
in Lecce übernehmen. Filippo Smaldone gilt als
Begründer der Gebärdensprache. Lange vor anderen sorgte er sich um die durch die
Industrialisierug Verarmten. Aus seiner tiefen Frömmigkeit gründete er auch die
eucharistische Liga der Anbetungspriester und -frauen
.
Kanonisation:
Filippo Smaldone wurde 1996 von Papst Johannes
Paul II. selig gesprochen; die Heiligsprechung erfolgte am 15. Oktober 2006
in Rom durch Papst Benedikt XVI.
Patron
der Gehörlosen
Barfüßer-Kirche und Kloster der Schwestern vom Heiligsten Herzen Jesu in Lecce
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* Cordula Scheifele merkt zurecht an,
dass man heute nicht mehr den Begriff Taubstumme
benutzen sollte, sondern
Gehörlose
sagt. Das Wort Taubstumme
wird von den Gehörlosen als sehr
diskriminierend empfunden, da Gebärdensprache eine eigenständige, mittlerweile
auch in Deutschland gesetzlich anerkannte Sprache ist und die Gehörlosen somit
durchaus in der Lage sind, sich zu äußern. Deshalb empfinden sie sich nicht als
stumm, auch wenn Hörende unter dem Begriff stumm
meist jemanden verstehen, der
seinen Stimmbildungsapparat nicht benutzt. Die meisten Gehörlosen erhalten
heute ein Sprechtraining und können sprechen.
Sarkophag von Filippo Smaldone, 1996 in der Barfüßer-Kirche der Schwestern vom Heiligsten Herzen Jesu in Lecce aufgestellt
Biographisch- Bibliographisches Kirchenlexikon
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