Ökumenisches Heiligenlexikon

Isidor von Sevilla

Gedenktag katholisch: 4. April
     n.g. Gedenktag
     bedacht im spanisch-mozarabischen Hochgebet
     Fest in Spanien: 26. April
Name bedeutet: Geschenk der Göttin der Naturkraft Isis (griech.)
Erzbischof von Sevilla, Kirchenlehrer
* um 560 in Cartagena in Spanien
† 4. April 636 in Sevilla in Spanien
Kartenskizze

Isidor, Sohn einer vornehmen Familie, war der Bruder von Fulgentius, der == Florentina von Astigi und des Leander von Sevilla, der den jüngeren Bruder nach dem Tod der Eltern erzog und ihn auch zum Priester weihte. Auch Isidor ging bereits als Jugendlicher ins Kloster. Mit 30 Jahren wurde er Abt. Er führte ein strenges Regi­ment; ein Regelbuch für das mönchische Zusammenleben wurde in seiner Zeit wichtig.

Isidor war den Wissenschaf­ten zugetan. Die Klosterbib­liothek gehörte zu den berühmtesten ihrer Zeit. Beim Konzil von Toledo 589 war er der führende Theo­loge. Um 600 wurde er als Nachfolger seines Bruders Leander Erzbischof von Sevilla. Hier legte er be­sonderes Gewicht auf die Aus­bildung des Klerus, rich­tete Schulen und Biblio­theken ein. Er förderte die Einheit und den Erhalt der spanischen Kirche, indem er die Westgoten, die im 5. Jahrhundert Spanien erobert hatten und bei denen noch stark der Arianismus verbreitet war, zum Christentum der Kirche bekehrte. Er leitete die SynodeSynode (altgriech. für Zusammenkunft) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten. In der alten Kirche wurden "Konzil" und "Synode" synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet. von 619 in Sevilla. Auch beim vierten nationalen Konzil von Toledo 633, in welchem die Einheit von Kirche und Staat, die Einrichtung von Domschulen in jeder Diözese sowie die Vereinheitlichung der liturgischen Praxis verabschiedet wurde, führte er den Vorsitz.

Isidor gilt als bedeutender Kirchenlehrer. In seinem wichtigsten Werk, der Etymologiae, eine Art Realenzyklopädie der Spätantike, versuchte Isidor das gesamte weltliche und religiöse Wissen zu vereinen. Das Werk umfasst 20 Bände und enthält Informationen, die Isidor den Werken anderer Schreiber und römischer Persönlichkeiten entnommen hatte, es wurde zum beliebtesten Handbuch für die Studenten des Mittelalters und blieb über Jahrhunderte hinweg ein Standard-Nachschlagewerk. Seine Chronica Majora ist ein umfassendes Geschichtswerk von der Schöpfung bis zum Jahr 615. Sein literarisches Werk umfasst auch Abhandlungen über die Theologie, über die Heilige Schrift, über Linguistik, Wissenschaft und Geschichte. Sein Sententiarum Libri Tres gilt als erstes Handbuch christlicher Lehre und Ethik in der römischen Kirche.

Meister des Codex 167: Bischof Braulio und Isidor von Sevilla, Buchmalerei, 2. Hälfte des 10. Jahrhunderts, in der Stiftsbibliothek des Klosters in Einsiedeln

Meister des Codex 167: Bischof Braulio und Isidor von Sevilla, Buchmalerei, 2. Hälfte des 10. Jahrhunderts, in der Stiftsbibliothek des Klosters in Einsiedeln   

Von Isidor stammt der Gebrauch des Ausdrucks Messe für den Gottes­dienst mit Eucharis­tieEucharistie - von griechisch ευχαριστειν, "Dank sagen" - vergegenwärtigt das heilvolle Sterben Jesu Christi. Die Römisch-Katholische, die Orthodoxe und die Anglikanische Kirche nennen die Mahlfeier im Anschluss an 1. Kor 11, 24 Eucharistie, die Evangelischen Kirchen sprechen von "Abendmahl" im Anschluss an Mark 14, 17 und 1. Kor 11, 23.­feier, abgeleitet vom lateinischen Missio, Sendung als die Sendung zunächst der Neu­getauften, der Ka­techumenen, dann der ganzen Gemein­de.

Kanonisation: Isidor ist der Nationalheilige von Spanien; er wurde wohl 1598 heilig gesprochen und 1722 zum Kirchen­lehrer ernannt.
Patron Isidor ist im Gespräch als Patron des Internets, damit wir während der Reise durch das Internet unsere Hände und Augen nur darauf lenken, was dir gefällt, wie es in einem Gebet heißt.

Catholic Encyclopedia

Biographisch- Bibliographisches Kirchenlexikon





Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• Karl Heussi: Kompendium der Kirchengeschichte. J.C.B. Mohr (Paul Siebeck), Tübingen 1976
• Microsoft Encarta 98 Enzyklopädie
• http://www.welt.de/die-welt/vermischtes/article5044435/Ein-Beistand-fuer-alle-Faelle.html



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