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Ökumenisches Heiligenlexikon

Johann Arndt

Gedenktag evangelisch: 11. Mai

Name bedeutet: Gott ist gnädig (hebr.)

Pfarrer
* 1555 in Ballenstedt oder in Edderitz in Sachsen-Anhalt
† 1621 in Celle in Niedersachsen


Johann Arndt studierte in Wittenberg, war als Pfarrer in mehreren Gemeinden in Anhalt tätig, kam schließlich nach Braunschweig. Hier veröffentlichte er 1605 das erste Buch vom wahren Christentum. Dieses erste lutherische Andachtsbuch erfuhr heftige Kritik der Vertreter der orthodoxen Lehre Martin Luthers, weshalb Arndt die zweite Auflage ergänzte und veränderte. Neben theologischen gab es auch politische Gründe für die Anfeindungen: Arndt lehnte den 1602 durch Wahlen zusammengesetzten bürgerlichen Stadtrat ab und trat für die alte Parizierherrschaft ein.

Nach Interventionen seiner Gegner konnte Arndt das zweite Buch vom wahren Christentum zunächst nicht drucken lassen, eine nochmalig im Sinne der lutherischen Orthodoxie veränderte Neuauflage des ersten Buches gab er 1607 heraus. Ihm wurde vorgeworfen, gegen ein Publikationsverbot verstoßen zu haben, verärgert wollte er Braunschweig verlassen, wurde aber von den Patriziern unterstützt, deshalb blieb er zunächst. 1608 wechselte er doch ins Pfarramt nach Eisleben. Ermutigung und Hilfe von Johann Gerhard motivierten ihn, nun das schon länger fertiggestellte Manuskript des zweiten Bandes drucken zu lassen, die Bände 3 und 4 folgten rasch, 1610 erschien die erste Gesamtausgabe. Das Werk wurde weithin begeistert aufgenommen und in viele Sprachen übersetzt. Mit seinen Ausführungen über ein praktisches Christentum gab er auch im Alltagsleben Wegweisung, Arndt forderte die Vollendung der Reformation durch eine Reformation des Lebens.

1611 kam Arndt als Superintendent nach Celle und schrieb weitere Andachtsbücher. Die vier Bücher vom wahren Christentum wurden die meistgelesene Erbauungsschrift im Protestantismus, sie haben v. a. den Pietismus bis ins 19. Jahrhundert beeinflusst, wurden mehr als 200 Mal aufgelegt und in viele Sprachen übersetzt. Philipp Jakob Spener schätzte Arndt sehr, seine Pia Desideria erschienen ursprünglich als Vorrede zu einer Ausgabe von Arndts Büchern vom wahren Christentum.



Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 20.11.2014
korrekt zitieren:
Joachim Schäfer: Artikel

Quellen:
• http://www.glaubenszeugen.de/kalender/a/kala109.htm
• Johann Anselm Steiger: Johann Arndts Wahres Christentum. In: Deutsches Pfarrerblatt 12/2005