Ökumenisches Heiligenlexikon

Julia von Korsika (von Karthago)

Gedenktag katholisch: 22. Mai
Gedenktag orthodox: 16. Juli
Name bedeutet: aus dem Geschlecht der Julier (latein.)
Märtyrerin
* in Karthago, dem heutigen Vorort von Tunis in Tunesien
† um 440 oder um 618 auf Korsika in Frankreich
Kartenskizze

Kartenskizze

Kartenskizze

Julia, eine adlige Christin, soll nach dem Einfall der Vandalen 616 als Sklavin an den heidnischen syrischen Kaufmann Eusebius verkauft worden sein. Als das Sklavenschiff auf Korsika landete, war gerade ein heidnisches Fest im Gange. Julia lehnte die Teilnahme ab, deshalb wurden ihr die Haare vom Kopf gerissen, sie wurde gefoltert und gekreuzigt. Die Legende berichtet weiter, dass nach der Kreuzigung die Seele in Gestalt einer Taube ihrem Körper entstieg.

Hieronymus Bosch: Triptychon 'Kreuzigung der Julia', um 1505 (?), im Palazzo Ducale in Venedig

Hieronymus Bosch: Triptychon Kreuzigung der Julia, um 1505 (?), im Palazzo Ducale in Venedig. Linker Flügel: Antonius betet; Mittelstück: Kreuzigung der Julia (oder der Liberata); rechter Flügel: zwei Sklavenhändler   

Möglicherweise ist diese Julia identisch mit Julia von Karthago und wurden deren Reliquien nach Korsika gebracht. Eine andere Möglichkeit ist, dass Julia noch später gelebt hat und demnach in Korsika von muslimischen Sarazenen, die die Insel immer wieder unter ihre Herrschaft bringen wollten, getötet wurde.

Die spät entstandene Legende der Julia ist sehr ähnlich der der Devota, deshalb wird auch eine Idendität dieser beiden angenommen. Reliquien kamen auf die Insel Gorgona bei Livorno, entstand eine lebhafte Wallfahrt; dort sprudelte auch heilendes Wasser, das die Pilger mitnahmen. 763 wurden ihre die Gebeine nach Brixen übertragen und auch dort von vielen Pilgern verehrt.

Attribut: Taube
Patronin der Insel Korsika, von Brescia, Bergamo und Livorno; der Folteropfer

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Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• http://members.surfeu.at/veitschegger/texte/juliaheilige.htm
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl. Bd. 5. Herder, Freiburg im Breisgau 1996


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