Ökumenisches Heiligenlexikon

Julianus von Brioude
französischer Name: Julien

Gedenktag katholisch: 28. August

Name bedeutet: aus dem Geschlecht der Julier (latein.)

Märtyrer
* in Vienne (?) in Frankreich
† um 304 (?) in Brioude in Frankreich

Kartenskizze

Julianus, wohl Soldat der kaiserlichen Armee, soll in der Verfolgung durch Diokletian aus Vienne nach Brioude geflohen sein, wo er durch Enthauptung hingerichtet wurde.

Julianus' Kopf wurde der Überlieferung nach von seinem Freund Ferreolus nach Vienne gebracht, dort wurde die Verehrung durch Bischof Mamertus gefördert. Julianus' Grab und der Ort seines Martyriums in Brioude wurden schnell zu Kultorten. Wasser aus der Quelle neben der Stätte seiner Enthauptung galten als kostbare Heilmittel, ebenso Wein und Staub vom Grab. Über Julianus' Grab wurde im 5. Jahrhundert eine Basilika erbaut, sie wurde Bestattungsort für den 456 gestorbenen Kaiser Avitus. Gregor von Tours besuchte schon in seiner Jugend Julianus' Grab. Er berichtet, dass eine Frau zum Grab des Märtyrers kam mit der Bitte, ihren in Trier gefangen gehaltenen Mann gesund wiederzusehen; nach deren Erfüllung erbaute sie neben dem Grab eine Zelle. Gregor legte auch den Gedenktag fest, nachdem der Tag des Martyriums vergessen war.

Das Grab des Julianus in Brioude war neben dem Grab von Martin in Tours das meist besuchte Pilgerziel in Gallien. Bischof == Gallus von Clermont führte 543 regelmäßige Prozessionen von Clermont - dem heutigen Clermont-Ferrand - nach Broude ein. Im Auftrag von Merowingerkönig Dagobert I. fertigte Eligius von Noyon die Ausschmückung des Grabes. Julianus' Verehrung verbreitete sich über Austrasien bis nach Metz. Viele Kirchen in Frankreich wurden unter sein Patronat gestellt.

Attribute: als Soldat oder - aufgrund der Vermischung mit Julianus Hospitator - als Jäger
Patron als Rächer des Meineides; für Taube, Blinde, Stumme, Gelähmte und Besessene; gegen Fieber; für Wiederauffinden verlorener Dinge

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Quellen:
• http://www.bautz.de/bbkl/j/Julianus_v_b.shtml
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl. Bd. 5. Herder, Freiburg im Breisgau 1996