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Ökumenisches Heiligenlexikon

Martinianus

Martinianus und Processus waren der Legende zufolge Soldaten, die die Bewachung von Paulus und Petrus im Mamertine-Gefängnis zur Aufgabe hatten. Die beiden wurden demnach bekehrt und von Petrus getauft, wobei es in der Zelle kein Wasser zur Spendung des Sakramentes gab; deshalb klopfte Petrus mit seinem Stab auf den Steinboden, worauf ein Quell aus dem Felsen floss. Die Wärter halfen Petrus aus dem Gefängnis zu entkommen. Nach der Begegnung mit Christus auf der Via Appia kehrte Petrus zurück und akzeptierte seinen Tod durch Kreuzigung im Zirkus von Kaiser Nero an den Abhängen des vatikanischen Hügels - an der Stelle des heutigen Petersdomes. Martinianus und Processus wurden dann selbst verhaftet und ermordet.

Schon im 4. Jahrhundert war Processus und Martinianus über ihrem Grab in den nach ihnen benannten Katakomben am 2. Meilenstein der Via Aurelia in Rom bei der heutigen Villa Doria Pamphili eine - nicht mehr existierende - Basilika gewidmet; Papst Gregor „der Große” hielt dort eine Predigt, Papst Gregor III. restaurierte die Kirche. Papst Paschalis I. ließ die Gebeine in die Peterskirche übertragen.

Im Carcere Mamertino wird die Stelle des wundersamen Wasserflusses in der unteren Zelle immer noch gezeigt. 2010 wurden bei Ausgrabungen Reste von Fresken freigelegt, die die Umgestaltung des Ortes in einen christlichen Andachtsraum im 7. Jahrhundert dokumentieren. Heute befindet sich das Gefängnis unter der im 17. Jahrhundert erbauten Kirche San Giuseppe dei Falegnami und ist im Besitz des römischen Vikariats.

Catholic Encyclopedia

Acta Sanctorum

Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon





Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• http://www.zenit.org/article-20984
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl., Bd. 8. Herder, Freiburg im Breisgau 1999