Ökumenisches Heiligenlexikon

Meingold (Megingoz, Megingaud) von Würzburg

Gedenktag katholisch: 26. September
Name bedeutet: der mit Kraft Waltende (althochdt.)
Bischof von Würzburg
* um 712 in Franken in Bayern
† 26. September 783 in Neustadt in Bayern
Kartenskizze

Megingaud, Sohn einer begüterten Familie aus dem Hochadel in Neustrien, war 738 Benediktinermönch und Diakon in Fritzlar, wo er als Lehrer an der Klosterschule wirkte. Von Bischof Burkhard von Würzburg wurde er dann als Abt in der Klosterzelle Rorinlacha - am heutigen Michaelsberg in Neustadt am Main - eingesetzt. Schon bevor Burkhard 754 als Bischof von Würzburg abdankte, hatte er Megingaud als seinen Nachfolger auserkoren; er wurde nun von König Pippin dem Jüngeren zum Bischof ernannt und durch Bonifatius geweiht.

755 ließ Megingaud am Fundort der Leichname von Kilian und seinen Gefährten an der Stelle des heutigen Neumünster eine Kirche bauen. Für 757 ist seine Teilnahme am Konzil in Compiègne nachgewiesen. Um 760 gab er zusammen mit Erzbischof Lullus von Mainz die Anregung zur Aufzeichnung der Lebensgeschichte von Bonifatius; Verfasser war wohl Bischof Willibald von Eichstätt. 762 wird auch Megingaud erwähnt unter den 44 Prälaten, die unter Führung von Chrodegang von Metz einen Klerus-Gebetsverein, den Totenbund von Attigny, gründeten. Megingauds großes Interesse an Theologie und praktischer Seelsorge dokumentieren auch drei erhaltene Briefe, die er mit Lullus von Mainz wechselte.

Georg Mack: Megingaud übersiedelt nach Rorinlacha, Buchmalerei in der für Fürstbischof Julius Echter erstellten Abschrift der Würzburger Bischofschronik von Lorenz Fries, um 1583, heute in der Universitätsbibliothek in Würzburg

Georg Mack: Megingaud übersiedelt nach Rorinlacha, Buchmalerei in der für Fürstbischof Julius Echter erstellten Abschrift der Würzburger Bischofschronik von Lorenz Fries, um 1583, heute in der Universitätsbibliothek in Würzburg   

768 verzichtete Megingaud auf sein Bischofsamt und zog sich mit einigen Mönchen an den Ort Rorinlacha - am heutigen Michaelsberg in Neustadt am Main - zurück und gründete dort ein neues Benediktinerkloster auf Besitz, der ihm von einem gewissen Hatto überlassen worden war; 772 folgten 50 Glaubensbrüder, wohl auf Veranlassung von Karl dem Großen, der Mönche als Missionare für seinen Missionsfeldzug gegen Sachsen brauchte und die auch im Kloster Neustadt ausgebildet werden sollten. Als 774 in Anwesenheit von Karl dem Großen die Nazariusbasilika in Lorsch gweiht wurde, assisitierte die geistliche Elite jener Zeit, darunter Megingaud, nicht aber der W+ürzburger Bischof Berowelf. Auch bei der Weihe der Kirche in St. Goar durch Lullus von Mainz war Megingaud beteiligt.

Als im August 781 das neue Kloster und die neue Abteikirche an der neuen Stätte - Neustadt am Main - geweiht wurde, haben auch Karl der Große sowie der Überlieferung nach die Bischöfe Willibald von Eichstätt und Lullus von Mainz teilgenommen. Neustadt erhielt Reliquien von Maria und Martin, das neue Kloster hatte schon dieselben Abmessungen wie die heutige Klosteranlage.

Nach seinem Ableben wurde Megingaud zuerst in Neustadt beerdigt. Der Sarg wurde 795 von Bischof Berowelf nach Würzburg gebracht. Im 14. Jahrhundert stand er dort im Neumünster unter der Stiege der Orgel, 1711 wurde er in die Kiliansgruft überführt, heute ist er in der Westkrypta aufgestellt.

Biographisch- Bibliographisches Kirchenlexikon





Quellen:

• Klaus Weyer aus Neustadt am Main, E-Mail vom 12. Dezember 2004 und vom 18. Dezember 2004 und vom 26. Dezember 2008
• http://www.catholic-forum.com/saints/saintma3.htm
• http://www.naturpark-spessart.de/Freizeit/Kulturrundwege/KNeustadt/kneustadt.html



Digg it delicious Facebook Google Bookmark Mister Wong Myspace netvibes linkarena blinklist Yahoo Yigg StudiVZ Folkd Newsvine reddit StumbleUpon Windows Live
W3C