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Notburg, eine Bauernmagd, lebte nach alter Überlieferung im 9. oder 10. Jahrhundert.
Christoph März: Sichelwunder der Notburg, 1931, in der Kapelle in Wawern
in der Eifel
Georg May
Der Arzt und Volksschriftsteller Hippolyt Guarinoni sammelte die Legenden und
berichtet von Notburg aus der Zeit um 1265 bis 1313. Die Tochter eines
Hutmachers, geboren am Stadtplatz - dem heutigen Sparkassenplatz
- kam demnach im Alter von 18 Jahren als Magd zu Heinrich dem I. aus dem
bayerischen Geschlecht der Rapotonen auf das Schloss Rottenburg
bei Rotholz in Buch in Tirol. Sie war ein Vorbild an Treue und Pflichterfüllung
und wurde deshalb zur Schafferin
- der Vorgesetzten aller Mägde -
ernannt; deshalb wird sie auch mit Schlüsselgewalt dargestellt. Vorbildhaft
waren auch ihre tätige und unablässige Nächstenliebe aus tiefer Frömmigkeit.
Wegen ihrer Mildtätigkeit wurde Notburg nach dem Tod von Heinrich I. und seiner
Frau vom Nachfolger, Heinrich II., und dessen Frau Ottilia gescholten; sie
untersagte die Versorgung von Hungernden mit Speiseresten. Deshalb habe sie
sich selbst am Mund abgesparte Lebensmittel den Armen gebracht; auf die Frage
ihres Dienstherrn, was sie da trage, hätten sich die Lebensmittel in Essig und
Holzspäne verwandelt. Naxch zwei Jahren wurde sie schließlich entlassen. Als
sie in ihrer Verzweiflung in der Rupertikirche
in Eben am Achensee betete, wurde sie dort vom Spießenbauer
als Magd
eingestellt. Mit diesem hatte sie vereinbart, am Vorabend von
Sonn- und Festtagen beim Vesperläuten mit dem Mähen aufzuhören, um sich in dem
nahegelegenen Kirchlein auf den Feiertag vorzubereiten; als aber der
Bauer darauf drang, die Arbeit auch beim Läuten fortzusetzen, rief sie
Feierabend
, hing ihre Sichel in die Luft, wo sie wundersam hängen blieb, bis
sie sie nach ihrer Andacht wieder in die Hand nahm.
Notburgaaltar mit Altarbild von Philipp Haller: Notburga empfiehlt Arme und
Kranke der Muttergottes, 1758; seitliche
Figuren von Franz Xaver Nissl: Wendelin
(links) und Isidor von Sevilla
(rechts), 1759; in der Kirche des Klosters
in Fiecht ![]()
Nachdem Notburg fünf Jahre in Eben gearbeitet hatte, starb die junge Gräfin auf der Rottenburg und Heinrich II. heiratete Margarete von Hoheneck, die Schwester des Salzburger Erzbischofs. Notburg kehrte als Köchin in das Schloss zurück, nachdem sie die Erlaubnis zur Versorgung Armer erhalten hatte *. Auch gelang es ihr, den Grafen mit seinem verfeindeten Bruder zu versöhnen.
Nach ihrem Tod sollte auf ihren Wunsch ihr Leichnam dort begraben werden, wo ein Ochsengespann anhalten werde; nachdem die Ochsen losgezogen waren, teilte sich der Inn - wie einst beim Auszug aus Ägypten unter == Mose das Schilfmeer - und die Ochsen zogen hindurch und brachten Notburg zum Rupertikirchlein in Eben.
Es gibt außer Notburg keine Heilige des Mittelalters, die nicht einem Orden oder einem angesehenen Geschlecht angehörte, denn für gewöhnliche Menschen war es unmöglich, Beziehungen nach Rom herzustellen und dort die Kanonisation und auch einen Ablass zu erwirken, um die wirtschaftliche Grundlage einer Wallfahrt zu ermöglichen. Wegen des Festes der Kreuzfindung wird in der Umgebung ihrer Heimat ihr Gedenktag am Vortag begangen.
Notburga-Statue in der Pfarrkirche in Ebertshausen
bei Dachau 
Notburg ist die meistverehrteste Heilige Tirols, ihr geweihte Kirchen und Altäre gibt es in Tirol, der Ost-Steiermark und in Slowenien. Ihre Reliquien in der Rupert von Salzburg geweihten Kirche machten Eben zu einem viel besuchten Wallfahrtsort. Schon 1434 musste das Kirchlein deshalb vergrößert werden und wurde nun Notburg geweiht. Kaiser Maximilian I. ließ 1515 die Kirche vergrößern. 1718 wurde das Grab geöffnet, ihre Gebeine erhoben und nun in von den Gräfinnen Tannenberg aus Schwaz gestifteten Kleidern und mit Edelsteinschmuck ausgestellt; 1738 wurde die Kirche neu gebaut, Notburgas bekelidete Gebeine fanden ihren Platz am Hochalter. Geschichten, Lieder und Schauspiele erzählen von ihr. Allein in Tirol und den umliegenden Gebieten gibt es mehr als 3.550 künstlerische Darstellungen von Notburg. An einem Bauernhaus in Eben bezeugt eine Inschrift das unweit geschehene Sichel-Wunder. Das Notburga-Museum im Pfarrhaus neben der Kirche in Eben wurde 2004 eröffnet. Jeden Mittwoch wird in der Notburgakirche ein Pilgergottesdienst abgehalten.
Notburg, 18. Jahrhundert, in der Pfarrkirche in Rattenberg
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Die Rottenburg
wurde 1860 vom Brixener
Bischof Vinzenz Grasser gekauft, bis 1904 war sie bewohnt, seitdem zerfällt sie. 1891
wurde auf der Wiese unterhalb der Burg eine Notburg geweihte Kapelle errichtet,
die 1956/57 mit Steinen der zerfallenen Burg neu gebaut wurde. 2005 wurde in
Rotholz die Notburgabrücke
erbaut an der Stelle, an der der Legende nach der Ochsenkarren mit Notburgs
Leichnam den Inn überquerte. Neu angelegt wurde ein Bibelweg
vom Dorf
Rotholz zur Rottenburg. Die österreichische Bischofskonferenz ernannte Notburg
2008 zur Schutzpatronin der Trachten- und Heimatverbände.
Kanonisation:
Zunächst gab es keine offizielle Kanonisation; 1625 wurde die Verehrung der
nicht offiziell von Rom
heiliggesprochenen untersagt. Nun bemühte man sich um ein Verfahren;
Kult und Verehrung für die einzige Heilige aus Tirol wurden 1862 durch Papst
Pius IX. bestätigt.
Attribute:
Sichel, Schlüsselbund, Getreidegarben, Heugabel, Brot austeilend
Patron
der Bauern, Dienstmägde und der Armen; der Trachten- und Heimatverbände;
der Arbeitsruhe und des Feierabends; für eine glückliche Geburt; bei Viehkrankheiten
und allen Nöten der Landwirtschaft
* Tatsächlich bezeugt eine im Kloster in Fiecht erhaltene Urkunde aus dem Jahr 1337, dass die Grafen der Rottenburg sich verpflichteten, zumindest 300 - später 500 - Arme zu versorgen. In jenem Jahr erhielten 60 Kirchen, acht Klöster und sechs Spitäler größere Spenden, auf dem Georgenberg stifteten sie viele Messen.
Beispiel
für die Verehrung: Die
Notburgawallfahrt in Weißling
Anlässlich einer Ausstellung über Notburga wurde im Jahr 2001 eine eigene Website eingerichtet,
die es nun leider nicht mehr gibt. In Buchform erhältlich ist aber der Ausstellungskatalog
Notburga:
Mythos einer modernen Frau.
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