|
|
Notburg, eine Bauernmagd, lebte nach alter Überlieferung im 9. oder 10. Jahrhundert.
Der Arzt und Volksschriftsteller Hippolyt Guarinoni sammelte die Legenden und
berichtet von Notburg aus der Zeit um 1265 bis 1313. Die Tochter eines
Hutmachers war demnach als Magd auf Schloss Rothenburg in Tirol tätig. Sie war
ein Vorbild an Treue und Pflichterfüllung sowie an tätiger unablässiger
Nächstenliebe aus tiefer Frömmigkeit. Sie soll sich selbst am Mund abgesparte
Lebensmittel den Armen gebracht haben; auf die Frage ihres Dienstherrn, was sie
da trage, hätten sich die Lebensmittel in Essig und Späne verwandelt. Wegen
ihrer Mildtätigkeit wurde sie nach dem Tod der Gräfin entlassen und arbeitete
dann bei einem Bauern in Eben. Mit diesem hatte sie vereinbart, am Vorabend von
Sonn- und Festtagen beim Vesperläuten mit dem Mähen aufzuhören, um sich in dem
nahegelegenen Rupertskirchlein auf den Feiertag vorzubereiten; als aber der
Bauer darauf drang, die Arbeit auch beim Läuten fortzusetzen, rief sie
Feierabend
, hing ihre Sichel in die Luft, wo sie wundersam hängen blieb, bis
sie sie nach ihrer Andacht wieder in die Hand nahm.
Nach dem Tod der jungen Gräfin lebte Notburg wieder als Köchin auf Schloss Rothenburg.
Notburg ist die meistverehrteste Heilige Tirols, ihr geweihte Kirchen und Altäre gibt es in Tirol, der Ost-Steiermark und in Slowenien. Ihr Grab in Eben ein viel besuchter Wallfahrtsort. Geschichten, Lieder und Schauspiele erzählen von ihr. An einem Bauernhaus bezeugt eine Inschrift das unweit geschehene Sichel-Wunder. Das Notburga-Museum im Pfarrhaus des Ortsteils Eben in Maurach am Achensee wurde 2004 eröffnet. Die österreichische Bischofskonferenz ernannte sie 2008 zur Schutzpatronin der Trachten- und Heimatverbände
Kanonisation:
Kult und Verehrung für die einzige Heilige aus Tirol wurden 1862 durch Papst
Pius IX. bestätigt.
Attribute:
Sichel
Patron
der Bauern, Dienstmägde und der Armen; der Trachten- und Heimatverbände;
der Arbeitsruhe und des Feierabends; für eine glückliche Geburt; bei Viehkrankheiten
und allen Nöten der Landwirtschaft
Beispiel
für die Verehrung: Die
Notburgawallfahrt in Weißling (pdf-Datei!)
Anlässlich einer Ausstellung über Notburga wurde im Jahr 2001 eine eigene Website eingerichtet,
die es nun leider nicht mehr gibt. In Buchform erhältlich ist aber der Ausstellungskatalog
Notburga:
Mythos einer modernen Frau.
|
Sollte hier eine Anzeige erscheinen, deren Anliegen dem unseren entgegensteht, benachrichtigen Sie uns bitte unter Angabe der URL dieser Anzeige, damit diese Werbung nicht mehr erscheint. |
||||||||||||||||||||