|
|
Innocenz Waräthi: Odo liest Vergil, Deckenfresko in der Bibliothek des Klosters
Meppen,
um 1720 ![]()
Odo stammte aus einer gräflichen Familie. Sein Vater Abbo hatte ihn Martin
von Tours geweiht
, am Hof Wilhelms von Aquitanien
erhielt Odo eine ritterliche Erziehung. Er trat mit 19 Jahren in Tours
in den Benediktinerorden ein; nach Studien
in Tours und Paris
wurde er Kanoniker an
St-Martin in Tours. Die Zerstörung von Tours durch die Normannen 903 und seine
Enttäuschung über das verweltlichte Leben der KlerikerEin Kleriker ist in der orthodoxen, katholischen, anglikanischen und altkatholischen Kirche ein geweihter Amtsträger, der eine der drei Stufen des Weihesakraments - Diakon, Priester oder Bischof - empfangen hat.
Im Unterschied zu den Klerikern bezeichnet man die anderen Gläubigen als Laien. Angehörige von Ordensgemeinschaften gelten, wenn sie nicht zu Priestern geweiht sind, als Laien und in der Orthodoxie als eigener geistlicher Stand. In den protestantischen Kirchen gibt es keine Unterscheidung von Klerus und Laien.
bewogen ihn nach seiner Priesterweihe zum Eintritt ins Kloster Baume - das
heutige Baume-les-Messieurs
- , wo Berno Abt war. Als
Leiter der Klosterschule bestimmte ihn Berno zu seinem Nachfolger, aber wegen
des Widerstandes von Bernos Verwandtem Wido musste er 924 in das von Berno
gegründete Kloster Cluny
ausweichen. Hier wurde er - gleichzeitig auch in den Klöstern in Massay
und Déols
- nach Bernos Tod 927 der zweite Abt.
931 erwirkte Odo von Papst Johannes XI. für Cluny das Privileg, Mönche anderer Klöster aufnehmen, und andere Klöster ganz übernehmen zu können; damit wurde er zum eigtlichen Begründer des Reformklosters Cluny. In Anlehnung an Benedikt von Aniane entwickelte er das Reformmönchtum fort und gewann damit Achtung und Freundschaft der Großen seiner Zeit. Odo erhielt zahlreiche Reformaufträge; ihm wurden Klöster zur Leitung übertragen, ohne dass damit eine Zuordnung zu Cluny folgte, so in Fleury - dem heutigen St-Benoît-sur-Loire -, Aurillac, St-Julien in Tours oder S. Paolo in Rom. Andere Klöster wurden Cluny unterstellt, darunter Romainmôtier, St-Fortunat in Charlieu, Sauxillanges und Souvigny. Reformen erfolgten in den Klöstern Ambierle, Sarlat - dem heutigen Sarlat-la-Canéda -, Tulle, St-Martial in Limoges, St-Marcellin in Chanteuges, St-Pons-de-Thomières und St-Pierre-le-Vif in Sens sowie in Rom in den Abteien S. Maria auf dem Aventin - heute die Kirche S. Maria del Priorato und S. Andrea sul Celio - heute die Kirche S. Gregorio al Celio; im übrigen Italien waren es die Abteien San Pietro in Ciel d'Oro in Pavia, S. Elia in Nepi, auf dem Montecassino und in Farfa. Hierzu unternahm Odo auf Bitten der Päpste drei Reisen nach Rom, auch um im Konflikt mit König Hugo von Italien zu vermitteln.
Griechische Ikone: Odo (links) mit Leonhard
von Noblat. ![]()
Odo war Freund der Könige, Vertrauter der Bischöfe und geschätzt von den
Großen
. Er war von höchster Gelehrsamkeit, seine Sprache war kraftvoll und sehr
anschaulich; sein Umgang mit Menschen geprägt von Freundlichkeit und Sympathie.
Sein Ziel war die Reinheit des mönchischen Ideals, vor allem und ganz besonders
dem der Armut; im Mönchtum sah er die Fortsetzung des Lebens der Urkirche; damit
wollte er die Kirche aus den Wirren und Verfehlungen jener Zeit herausführen. In
der von ihm verfassten Lebensgeschichte des Gerald
von Aurillac zeichnete er am Beispiel des heilig gesprochenen Grafen das
Ideal eines Adels, der in der Welt bleiben und dort dem Klosterleben dienen
sollte. Seine besondere Liebe galt der Musik, er komponierte und verfasste
musiktheoretische Schriften.
Odos Biographie verfasste sein Schüler Johannes von Salerno bald nach seinem Tod. Seine Reliquien liegen heute in L'Isle-Jourdain bei Toulouse.
Patron
der Musiker; für Regen; gegen Dürre
Martyrologium Romanum Flori-Legium
Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon
Biographisch- Bibliographisches Kirchenlexikon
|
Sollte hier eine Anzeige erscheinen, deren Anliegen dem unseren entgegensteht, benachrichtigen Sie uns bitte unter Angabe der URL dieser Anzeige, damit diese Werbung nicht mehr erscheint. |
||||||||||||||||||||