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Ökumenisches Heiligenlexikon

Walburga

auch: Walpurgis

Gedenktag katholisch: 25. Februar
nicht gebotener Gedenktag
Hochfest im Bistum Eichstätt
in England: 1. Mai
in der Walburgiskirche in Eichstädt: Übertragung der Gebeine: letzter Sonntag im April
in Eichstädt: Erhebung und Übertragung der Gebeine: 1. Mai
Erhebung der Gebeine: 27. Mai
in Münster: Ankunft der Gebeine: 4. August
Übertragung der Gebeine: 20. September, 21. September, 24. September
in Eichstädt: Übertragung der Gebeine: 12. Oktober

Gedenktag evangelisch: 25. Februar

Name bedeutet: die Schutz bietende Walstatt (althochdt.)

Äbtissin in Heidenheim in Franken
* um 710 in Devonshire in England
† 25. Februar 779 (oder 780) in Heidenheim in Mittelfranken in Bayern


moderner Wandteppich
moderner Wandteppich

Walburga war die Tochter des Königs Richard und der Wunna und die Schwester von Willibald und Wunibald. Ihr Vater starb, als sie 10 Jahre alt war, sie wurde wohl im Kloster Wimborne erzogen. Wohl um 735 wurde sie von Bonifatius, dem Bruder ihrer Mutter, zusammen mit Lioba und anderen Gefährtinnen als Missionarin nach Deutschland gerufen. Sie lebte zunächst wohl als Nonne im Kloster Tauberbischofsheim, wo Lioba Äbtissin war. Mit drei Ähren habe sie ein Kind vom Hungertod errettet; auf dem Wege zur kranken Tochter eines Burgherrn sei sie von Hunden angefallen worden und habe den ihr zu Hilfe eilenden Knechten zugerufen, sie stehe unter dem Schutz Christi, worauf die Hunde von ihr abließen.

761, nach Wunibalds Tod, kam Walburga in das von Wunibald gegründete und geleitete Kloster nach Heidenheim, wandelte es in ein Doppelkloster um, wirkte als Äbtissin des Frauenklosters und half beim weiteren Ausbau dieses Missionsstützpunktes. Zusammen mit Willibald ließ sie 777 Wunibalds Reliquien erheben, in eine ihm zu Ehren neu erbaute Krypta überführen und um 788 die Lebensgeschichte beider Brüder aufschreiben. Auch aus dieser Zeit als Äbtissin werden Wunder berichtet: So weigerte sich dereinst der Türhüter der Kirche, in der Walburga gebetet hatte, ihr auf dem Heimweg das Licht voranzutragen, sie musste hungrig ihr Nachtlager aufsuchen; da erstrahlte auf wunderbare Weise ein helles Licht im gemeinsamen Schlafraum der Nonnen, sichtbar bis zum Morgen im ganzen Kloster. Ein anderes Mal wurde die im Sterben liegende Tochter eines reichen Mannes durch ihr Gebet wieder gesund.

Stich von Ludwig Seitz, 19. Jahrhundert: Walburga auf dem Weg zur Burg - die Hunde lasssen auf ihr Wort von ihr ab
Stich von Ludwig Seitz, 19. Jahrhundert: Walburga auf dem Weg zur Burg - die Hunde lasssen auf ihr Wort von ihr ab

Walburga wurde im Kloster Heidenheim bestattet. Ihre Gebeine wurden um 875 auf Geheiß von Bischof Otgar nach Eichstätt gebracht und in der damaligen Kreuzkirche - der heutigen St. Walburga-Kirche - bestattet. 893 überließ Bischof Erchanbald der Nonne Liubila, die in Monheim in Schwaben ein Kloster für Benediktinerinnen gegründet hatte, einige Reliquien; auf dem Weg nach Monheim und dortselbst ereigneten sich zahlreiche Heilungswunder; nach der Aufhebung des Klosters 1542 gingen diese Reliquien verloren. Nach dieser Überführung verfasste Wolfhard von Herrieden 894 bis 899 die von Wundern volle Lebensgeschichte Miracula S. Walburgis, Grundlage für alle jüngeren Viten. Schon die stürmische Überfahrt auf den Kontinent, bei der das Schiff in Seenot geriet, habe Walburga gerettet, indem sie die ganze Zeit im Gebet kniend an Deck verbrachte, bis das Schiff heil in den Hafen von Antwerpen einlief.

1035 wurde in Eichstätt durch Graf Leodegar von Graisbach und Lechsgmünd auf Anregung von Bischof Heribert die Abtei St. Walburg gegründet, 1042 erhob man die Reliquien und setzte sie in einem steinernen Sarg unter dem Hochaltar der neuen Kirche St. Walburg in Eichstätt bei. Aus damaliger Zeit stammt die mit Rücksicht auf das Walburgisöl geschaffene besondere Anlage des Grabes, die im Wesentlichen bis heute noch besteht. Von hier aus verbreitete sich die Verehrung der Walburga in Deutschland, Österreich, Südtirol, der Schweiz, den Niederlanden, Belgien, Luxemburg, Ost-und Nordfrankreich; Walburga wurde zur Reichsheiligen erhoben und zu einer der am meisten verehrten und volkstümlichsten Heiligen. Das Kloster Walberberg bei Köln wurde nach ihr benannt, nachdem es Reliquien erhielt.

Tropfen, die ihre Grabplatte in Eichstätt seit 1042 regelmäßig - meist vom 12. Oktober, dem Tag der Übertragung in die heutige Grabstätte, bis zum Todestag am 25. Februar - absondert, gelten als das heilkräftige Walburgisöl und werden in Fläschchen abgefüllt. Walpurgiskraut ist ein Farnkraut, das auf Heidewiesen und trockenen Grashügeln wächst; es wird neben die Milchkannen gelegt, soll gegen Verhexung der Milch schützen und für reichen Rahm sorgen. Auf Brot verfüttert, steigert es die Fruchtbarkeit der Rinder.

Der Todestag der heiligen Walburga, an dem jeweils viele Wallfahrer ihr Grab besuchen, wird am 25. Februar gefeiert. Das Gedenken der Heiligsprechung wird jeweils am letzten Sonntag im April als Maifest gefeiert. Als eigentliche Heiligsprechung galt jedoch einst die Erhebung der Gebeine und deren Übertragung nach Eichstätt. Am 4. August gedenkt man im Kloster St. Walburg in Eichstätt der Ankunft aus England auf dem Festland.

Die Walpurgisnacht vom 30. April auf den 1. Mai ist begründet durch den verschiedentlich - heute noch in England, in Sachsen bis zum Ende des 16. Jahrhunderts - am 1. Mai begangenen Gedenktag, den Tag der Übertragung der Gebeine. Manche Überlieferungen berichten auch von ihrer Kanonisation durch Papst Hadrian II. - er regierte von 867 bis 872 - an einem 1. Mai.

Stich von Mauritio Pedetti: Walburgas Gruft in Eichstätt
Stich von Mauritio Pedetti: Walburgas Gruft in Eichstätt

Attribute: Ölfläschchen, Ähren
Patronin der Wöchnerinnen, Seeleute, Bauern und Haustiere; für das Gedeihen der Feldfrüchte; gegen Hungersnot und Missernte, Hundebiss, Tollwut, Pest, Seuchen, Husten, Augenleiden und Sturm; des Bistums Eichstätt
Bauernregel: Wenn sich Sankt Walburgis zeigt, / der Birkensaft nach oben steigt.

Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon

Catholic Encyclopedia

  Informationen über Walburga und zum Kloster Heidenheim




Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 20.03.2016
korrekt zitieren:
Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/969828497 abrufbar.

Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• Hiltgard L. Keller: Reclams Lexikon der Heiligen und der biblischen Gestalten. Reclam, Ditzingen 1984
• http://pressemitteilung.ws/node/view/6150
• http://www.bauernregeln.net/februar.html
• Charlotte Bretscher-Gisinger, Thomas Meier (Hg.): Lexikon des Mittelalters. CD-ROM-Ausgabe J.B. Metzler, Stuttgart/Weimar 2000
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl., Bd. 10. Herder, Freiburg im Breisgau 2001
• http://www.donaukurier.de/lokales/eichstaett/Eichstaett-Eindrucksvolle-Einheit;art575,2273564
• Martin Winter: Münster Heidenheim. Schnell & Steiner, München, 1985
• Gabriele Lautenschläger. In: Friedrich-Wilhelm Bautz †, Traugott Bautz (Hg.): Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon, Bd. XIII, Herzberg 1998