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Portrait, entstanden kurz vor Vinzenz' Tod, im Mutterhaus der Vinzentinerinnen
in Paris
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Vinzenz, Bauernsohn aus der Nähe von Pouy - dem heutigen St-Vincent-de-Paul -, wurde seiner Familie zum Priesterberuf bestimmt und studierte in Toulouse Theologie. Schon im Alter von 19 Jahren wurde der strebsame junge Mann, der Karriere machen wollte, zum Priester geweiht, fand aber keine Anstellung; trotz einer Wallfahrt nach Rom machte ein Mitbewerber um die Pfarrstelle das Rennen. Als Notlösung arbeitete er in einem Internat in Toulouse, litt an Geldmangel, machte Schulden, musste vor den Gläubigern fliehen. Was er dabei erlebte, schilderte er in Briefen: so wurde er der Überlieferung nach von Seeräubern gefangen und als Sklave nach Tunis verkauft. Nach Aushilfstätigkeiten bei einem Fischer und einem Alchemisten landete er im Dienst eines muslimisch gewordenen ehemaligen Franziskaners, den er wieder zur katholischen Kirche zurück führte und mit dem zusammen er in einem Boot über das Meer zurück floh.
Schließlich wurde Vinzenz 1608 Priester in Paris und lebte in der Hoffnung, hier endlich auch finanziell Boden unter die Füße zu bekommen. In Paris vollzog sich eine innere Wandlung, nicht zuletzt dank der persönlichen Freundschaft zum Pariser Oratorium, einer Wohn- und Lebensgemeinschaft von Priestern. Vinzenz wurde 1610 geistlicher Berater der Königin Margarete von Valois, ein hingebungsvoller Pfarrer, voll von seelsorglichem Eifer und hingebungsvollem Einsatz für die Armen und Kranken, ab 1612 als Priester in Clichy - dem heutigen Stadtteil Clichy-la-Garenne in Paris.
Ab 1613 wirkte Vinzenz durch Vermittlung des Gründers des Pariser Oratoriums
als Hausgeistlicher des Galeerengenerals de Condi in Lyon.
1617 Pfarrer in Châtillon-les-Dombes - dem heutigen Châtillon-sur-Chalaronne.
Hier gründete er noch im selben Jahr die erste Confrérie des Dames de la Charité
, die
Bruderschaft der Damen der Liebe
, eine karitative Frauenvereinigung, die sich
um Arme und Kranke sorgte. Der Ruf dieses sich im Dienst der Menschen
verzehrenden Mannes verbreitete sich schnell. In immer mehr französischen
Städten entstanden Bruderschaften der Nächstenliebe. 1621 folgte die Gründung
der Laiengemeinschaft für Männer, die Serviteurs des pauvres
, die Diener der
Armen
.
Noch im Jahr 1617 übernahm er wieder das Amt des Seelsorgers bei Madame de Condi,
1619 wurde er oberster Seelsorger der aller französischen Galeerenskalven. Tiefen
Eindruck hinterließ 1618 seine Begegnung mit Franz
von Sales, es entwickelte sich eine Freundschaft der beiden und Vinzenz wurde
geistlicher Begleiter von Johanna
Franziska de Chantal sowie Oberster der von diesen beiden gegründeten
Salesianerinnen. 1625 gründete er
selbst die Kongregation der Mission
, nach dem Sitz der Gemeinschaft nahe
der Pariser
Kirche St. Lazare Lazaristen
oder nach dem Gründer neuerdings auch Vinzentiner
genannt. Ihre Hauptaufgabe ist die missionarische Arbeit und die Ausbildung des
Klerus. Ab 1627 widmete er sich ganz der Arbeit mit und für seine Gemeinschaften;
Besonderes Anliegen war ihm die Reform der Ausbildung der Priester, deren regelmäßige
Zusammenkünfte und Predigtübungen; für sie hielt er Exerzitien und
regelmäßige Konferenzen
, bei denen sich die Elite des Klerus traf. Für sich
selbst studierte Vinzenz in dieser Zeit Jura in Paris.
1633 folgte in Zusammenarbeit mit Louise
de Marillac die Gründung der Filles de la Charité
, der Töchter der
christlichen Liebe, Dienerinnen der Armen
oder nach dem Gründer
Vinzentinerinnen
genannt *.
Die Aufgabe der Schwestern, die ohne Ordenstracht und nicht in klösterlicher
Klausur, sondern vor Ort bei den hilfsbedürftigen Menschen lebten, war die
Versorgung von Alten, Kranken und Waisen. 1636 gründete er - wieder zusammen mit
Louise de Marillac - ein Hilfswerk für Lothringen, 1638 begann die Gründung von
Waisenhäuser, denn mehr als 400 Kinder wurden jedes Jahr allein in Paris
ausgesetzt. Bei Volksaufständen gegen die absolutistische Herrschaft des Königshauses
richtete er in Paris Volksküchen und Lazarette ein und half so vielen Opfern des
Bürgerkrieges.
Vinzenz' unverwester Leichnam in der Kirche St. Lazare in Paris
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Vinzenz kann als Begründer der neuzeitlichen Caritas gelten. Antoine-Frederic
Ozanam fasste 1833 verschiedene Vereinigungen, die auf Vinzenz' Spiritualität
gründen, in den Vinzenz-Konferenzen
zusammen. Die
=> Vinzentinerinnen sind heute mit rund 24.000 Mitgliedern die größte
Frauengemeinschaft der katholischen Kirche, sie waren auch das
Vorbild für die von Mutter
Teresa gegründete Ordensgemeinschaft; Mutter Teresa hat sich selbst als
zweite Vinzentinerin
bezeichnet. Vinzenz' unverwester Leichnam wird in der
Kirche St. Lazare in Paris,
sein Herz in der Mutterhauskapelle der Vinzentinerinnen in aufbewahrt.
Kanonisation:
Vinzenz wurde 1729 selig und 1737 heilig gesprochen und 1855 durch Papst Leo XIII.
zum Patron der Nächstenliebe
und Schutzpatron aller caritativen Vereine erhoben.
Patron
aller caritativen Vereine und Werke; des Klerus; der Waisen- und Krankenhäuser;
der Gefangenen; für das Wiederfinden verlorener Sachen.
* Die Barmherzigen Schwestern vom hl. Vinzenz
von Paul
wurden im 19. Jahrhundert von Straßburg
aus gegründet. Sie sind ein Orden mit ewigen Gelübden und haben sich Vinzenz als
Patron erwählt, gegründet wurden sie von ihm nicht.
Die
Vinzentinerinnen in Deutschland informieren auf ihrer schönen
und informativen Homepage über ihre Gemeinschaft, ihr Wirken und über
Vinzenz.
Biographisch- Bibliographisches Kirchenlexikon
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