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Ökumenisches Heiligenlexikon

Amalie Sieveking

Gedenktag evangelisch: 1. April

Name bedeutet: von den Amalern (einem ostgotischen Adelsgeschlecht) stammend (althochdt.)

Wohltäterin
* 25. Juli 1794 in Hamburg
† 1. April 1859 daselbst


Portrait von Hans Heinrich Porth, 1841, in Privatbesitz
Portrait von Hans Heinrich Porth, 1841, in Privatbesitz

Amalie Sieveking, Tochter des Kaufmanns und Ratsherrn Heinrich Christian Sieveking und seiner Frau Karoline Louise geborene Volkmann, wurde als 15-jährige Waise, auch drei ihrer vier Brüder starben schon früh. 1813 kam sie bei einer Verwandten von Friedrich Gottlieb Klopstock unter und unterrichtete deren Nichten, um sie im Glauben zu unterweisen und auf die Konfirmation vorzubereiten. Schon nach wenigen Jahren unterrichtete sie mit anderen Hilfskräften zusammen junge Mädchen in der von ihr gegründeten Erziehungsschule, dazu gab sie jeden Sonntagnachmittag Unterricht in einer Armenschule; zeitlebens blieb sie dieser Arbeit treu. Großen Eindruck machte ein Besuch bei der Herrnhuter Brüdergemeine in Gnadau bei Magdeburg. Werke von Thomas von Kempen und August Hermann Francke beeinflussten ihre Frömmigkeit, die teilweise schwärmerische Züge annahm. Andern dienend, sich selbst verzehrend, wurde ihr Wahlspruch.

Schon als 18-jährige wollte Amalie Sieveking eine barmherzige Schwesternschaft in der evangelischen Kirche gründen, kam aber über die Idee nicht hinaus. 1816 gründete sie mit elf weiteren Frauen eine kleine Freischule für arme Mädchen, die bis 1858 existierte. Ab 1823 befasste sie sich mit dem Plan, nach dem Vorbild der Vinzentinerinnen einen Orden barmherziger Schwestern innerhalb der evangelischen Kirche zu gründen. 1824 traf sie mit Johannes Evangelista Goßner zusammen, dessen Werk sie stark beeindruckte. Als 1831 in Hamburg eine Choleraepidemie ausbrach, fehlte es an ausgebildeten Pflegekräften. Amalie Sieveking meldete sich als Krankenpflegerin, bald schon übertrug man ihr die Aufsicht über die Pflegekräfte. Bei dieser Arbeit kam sie mit der tiefen Armut großer Bevölkerungsteile in Berührung und gründete deshalb den Weiblichen Verein für Armen- und Krankenpflege auf genossenschaftlicher Basis. Die Mitglieder wirkten aus ihrem bürgerlichen Alltagsleben heraus durch Vermittlung von Arbeit und Bildung sowie Hilfen zur Selbsthilfe.

Amalie Sieveking gehörte zu den ersten Frauen des Bürgertums, die sich der sozialen Not in dieser Weise annahmen. Ihr Werk wuchs schnell und wurde Vorbild für Einrichtungen zur Krankenpflege in anderen Großstädten. Neben dem Aufbau dieser ersten Einrichtung der freien Wohlfahrtspflege verfasste sie mehrere lesenswerte Bibelauslegungen. Theodor Fliedner wollte ihr die Leitung seines Diakonissenhauses übertragen, Amalie verzichtete aber und schlug ihre Mitarbeiterin Karolina Bertheau für dieses Amt vor, denn sie wollte in Hamburg die Entwicklung ihres Vereins weiter vorantreiben. 1837 konnte mit dem Bau von Armenwohnungen begonnen werden. 1840 wurde das Amalienstift eingeweiht, dem ein privates Kinderkrankenhaus angegliedert war. Zur gleichen Zeit erteilte Amalie Sieveking in einem neuen Institut für Erzieherinnen Religionsunterricht.

In Publikationen und auf Vortragsreisen setzte Amalie Sieveking sich mit Themen der Armenfürsorge auseinander. In ihren 1855 veröffentlichten Unterhaltungen über einzelne Abschnitte der Heiligen Schrift knüpfte sie an ihre ersten religiösen Schriften an.

Der von Amalie Sieveking gegründete Verein für Armen- und Krankenpflege wuchs auch nach ihrem Tod weiter und besteht seit 1978 als Amalie-Sieveking-Stiftung. Amalie Sieveking schuf die genossenschaftlich organisierte Vereinsbasis für weibliche Diakonie, wobei den Frauen die Leitungs-, den Männern allenfalls Beratungsfunktion zukam; sie förderte damit die Frauen zur Übernahme kirchlicher Verantwortung.





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 17.02.2018

Quellen:

• Gabriele Lautenschläger. In: Friedrich-Wilhelm Bautz †, Traugott Bautz (Hg.): Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon, Bd. X, Herzberg 1995

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/969828497 abrufbar.