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Ökumenisches Heiligenlexikon

Blaise Pascal

deutscher Name: Blasius

Gedenktag evangelisch: 19. August

Name bedeutet: der Lispelnde/Stammelnde (latein. - französisch)

Religionsphilosoph
* 19. Juni 1623 in Clermont, heute Clermont-Ferrand in Frankreich
† 19. August 1662 in Paris in Frankreich


Blaise Pascal
Blaise Pascal

Blaise Pascal verlor im Alter von zwei Jahren die Mutter. Als er acht Jahre alt war, zog die Familie nach Paris, weil sein Vater dort bessere Ausbildungsmöglichkeiten für seine Kinder sah. Dort kam Blaise in Kontakt mit Adelskreisen und Naturwissenschaftlern und wurde selbst Mathematiker und Physiker. 1640 entwickelte er als junger Mann in einer Abhandlung über Kegelschnitte den nach ihm benannten Lehrsatz, ab 1642 arbeitete er an der Entwicklung einer Rechenmaschine, um seinem Vater - der Steuerbeamter war - die Arbeit zu erleichtern. 1647 entdeckte Blaise Pascal das physikalische Gesetz der kommunizierenden Röhren und den Luftdruck, den er mit einem Barometer messen konnte. Durch Kontakte mit Vertretern des Jansenismus beschäftigte er sich mit der Gnadenlehre, 1654 zog er sich zurück ins Kloster Port Royal bei Versailles, das Zentrum des Jansenismus, dessen wohl prominentester Anhänger Pascal wurde.

Hier beschäftigte er sich neben weiteren mathematischen Studien mit Theologie: seine Lettres à un Provincial, Briefe an einen Provinzmenschen, polemisierten gegen die Jesuiten und machten theologische Streitfragen bei vielen Menschen populär. Pascal stellte allgemein verständlich besonders die Gnadenlehre des Augustinus und dessen Vorbehalte gegen die Auffassungen vom freien Willen des Menschen dar und er wandte sich gegen die liberale Anpassungsmoral der Jesuiten; die hohe schriftstellerische Kunst machten diese Briefe zu einem Höhepunkt französischer Literatur.

Ab 1654 verfasste Pascal eine Schrift zur Verteidigung des Christentums, über der Arbeit wurde er krank und starb vor deren Fertigstellung. Erstmals veröffentlicht wurde diese Schrift 1670 unter dem Titel Pensées sur la religion, Gedanken zur Religion. Pascal widersprach dem naturwissenschaftlichen Optimismus und folgert aus den Erkenntnissen der Physik und Astronomie das Erschrecken der Seele über die menschliche Verlorenheit, darin Augustinus folgend. Pascal wandte die Logik an, um religiöse Sachverhalte zu beschreiben, aber auch die Grenze zum Glauben abzustecken. Vernunft erkennt ihre Unzulänglichkeit und erkennt die höchste Wahrheit an logischen Widersprüchen. Der Mensch ist gemischt aus Größe und Nichtigkeit, Würde ist nur zu erreichen in Erkenntnis dieser Nichtigkeit und der dann geschenkten Gnade Gottes, jede Form der Kultur ist aber Flucht vor dieser Einsicht.

Aus den Pensées sur la religion:
Menschen und menschliche Dinge muss man kennen, um sie zu lieben. Gott und göttliche Dinge muss man lieben, um sie zu kennen.

Pascal gab der physikalischen Maßeinheit für den Druck und einer Programmiersprache für Computer den Namen. Berühmt ist das nach ihm benannte Dreieck, in dem die Addition der nebeneinander stehenden Zahlen die in der Lücke darunter stehende ergibt:

          1  
1 1
1 2 1
1 3 3 1
1 4 6 4 1
1 5 10 10 5 1

Literatur zu Blaise Pascal

Catholic Encyclopedia

  Eine Biografie, viele interessante Links und viele Zitate von Pascal gibt es auf der Homepage des virtusens-Verlag über Blaise Pascal.

  Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon




Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 27.12.2014
korrekt zitieren:
Joachim Schäfer: Artikel
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Quellen: