Ökumenisches Heiligenlexikon

Drusiana

auch: Drisana

1 Gedenktag katholisch: 21. April

Name bedeutet: Tochter des Drusus (latein.)

von den Toten Auferweckte
um 100 (?) in Ephesus, heute Ruinen bei Selçuk in der Türkei


Altarbild: die Auferweckung der Drusiana durch Johannes, am Hochaltar der ehemaligen Augustinerkirche in München, heute im Bayerischen Nationalmuseum in München
Altarbild: die Auferweckung der Drusiana durch Johannes, am Hochaltar der ehemaligen Augustinerkirche in München, heute im Bayerischen Nationalmuseum in München

Drusiana war nach der Erzählung in den apokryphen - nachbiblischen -, wohl um 220 entstandenen Johannesakten die Ehefrau von Andronikos. Von Johannes zum Christenglauben bekehrt, entschloss sie sich demnach zu einem keuschen Leben und wandte sich von ihrem Ehemann ab. Ein junger Mann namens Kallimachos begehrte sie jedoch voller Leidenschaft. Aus Gram und Kummer über dieses sündige Verlangen wurde Drusiana krank und starb. Kallimachos bestach dann den Grabwächter Fortunatus, um Einlass zu erhalten, und versuchte, sie zu vergewaltigen, doch da erschien eine Schlange und tötete beide Männer. Am nächsten Tag ging Johannes zu Drusianas Grab und fanden dort die Toten Drusiana, Kallimachos und Fortunatus. Er erweckte Kallimachos zum Leben, der sich nun bekehrte, und dann Drusiana. Als Johannes auch Fortunatus auferwecken wollte, widersetzte sich Kallimachos, aber dann tat dies Drusiana; Fortunatus bekehrte sich danach aber nicht und starb erneut an den Folgen des Schlangenbisses.

Drusiana wird manchmal gleichgesetzt mit der namenlosen Frau, die Empfängerin des etwa um 120 von einem Schüler von Johannes verfassten 2. Johannesbriefes ist und dort ἐκλεκτῇ κυρίᾳ, auserwählte Frau, genannt wird (1, 1). Clemens von Alexandria schrieb, dass der 2. Johannesbrief an eine Frau namens Electa geschrieben wurde, die in Babylon - dem heutigen Han-al-Mahawil im Irak - lebte.





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 27.08.2026

Quellen:
• Vollständiges Heiligen-Lexikon …, 1. Band: A-D. Herausgegeben von Johann Evangelist Stadler und Franz Joseph Heim, B. Schmid'sche Verlagsbuchhandlung, Augsburg, 1858
• https://www.nasscal.com/e-clavis-christian-apocrypha/acts-of-john - abgerufen am 27.08.2026

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über https://d-nb.info/1175439177 und https://d-nb.info/969828497 abrufbar.