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Ökumenisches Heiligenlexikon

Fidelis von Sigmaringen

Taufname: Markus Roy

Gedenktag katholisch: 24. April
nicht gebotener Gedenktag
Regionalkalender deutsches Sprachgebiet
Regionalkalender von England
Fest im Bistum Feldkirch, im hohenzollerischen Teil des Bistums Freiburg i.Br. und im Kapuzinerorden
gebotener Gedenktag im Franziskanerorden
Gedenktag III. Klasse      Im alten Messbuch entspricht die III. Klasse einem gebotenen Gedenktag. Grundsätzlich werden offiziell alle Klassen als „Feste” bezeichnet, da der Rang ja nicht durch das Wort „Fest”, sondern durch die Klasse gekennzeichnet wird.
Die Feste III. Klasse sind außerhalb der geprägten Zeiten (Advent, Weihnachtsoktav, Fastenzeit, Osteroktav) immer zu feiern, wenn sie nicht von einem Fest I. oder II. Klasse verdrängt werden. Innerhalb der geprägten Zeiten können sie in der Regel nur kommemoriert, aber nicht gefeiert werden.

Name bedeutet: F: der Treue (latein.)
M: dem (römischen) Kriegsgott Mars geweiht (latein.)

Ordensmann, Priester, Märtyrer
* im Herbst 1578 in Sigmaringen in Baden-Württemberg
† 24. April 1622 in Seewis in Graubünden in der Schweiz


Gemälde im Schloss Steißlingen bei Stockach
Gemälde im Schloss Steißlingen bei Stockach

Markus Roy war Sohn des wohlhabenden Stadtschultheißen von Sigmaringen, der das Gasthaus Adler - heute Traube - bewirtschaftete * und der Genoveva Rosenberger. Diese verließ Sigmaringen nach dem frühen Tod ihres Mannes, ließ aber die Kinder zurück. Markus besuchte die Lateinschule und das Jesuitengymnasium. Er studierte an der Universität in Freiburg, promovierte 1603 in Philosophie und studierte danach Jura. 1605 bis 1610 bereiste er als Hofmeister adeliger junger Männer Frankreich, Italien und die Niederlande zum Erlernen der Sprachen, zu Studien über den Weltlauf und Vervollständigung seiner Ausbildung; 1611 wurde er zum Doktor des kirchlichen und weltlichen Rechts promoviert. 1611 bis 1612 wirkte er als Gerichtsrat in Ensisheim im Elsass, wobei er sich das Prädikat Advokat der Armen erwarb.

Enttäuschung und Verbitterung über Fehlurteile und Misswirtschaft veranlassten Markus Roy 1612, im 1581 gegründeten Kloster Altdorf in der Schweiz in den Kapuzinerorden einzutreten mit dem Ordensnamen Fidelis. Hätte ich einen noch härteren Orden gefunden, worin ich in vollkommener Weise Gott dienen und das Seelenheil des Nächsten hätte fördern können, ich wäre in denselben eingetreten, bekannte er.

Im selben Jahr verfügte Fidelis in einem Testament ein bis heute existierendes Stipendium für arme Studenten seiner Heimatstadt. Er wurde 1612 in Konstanz zum Priester geweiht und studierte bis 1617 in Freiburg, wo schon sein Bruder Ordensmann war, Theologie. Fidelis widmete sich schon in jener Zeit mit aller Strenge der Buße und der Sühne, setzte ganz auf die Kraft des Gebetes, verlängerte freiwillig die Gebetszeiten, betete auch bei der Arbeit und fastete intensiv, über Monate hin.

Briefmarke aus dem Fürstentum Liechtenstein, 1982
Briefmarke aus dem Fürstentum Liechtenstein, 1982

In der Zeit des Dreißigjährigen Krieges, der Zeit unerbittlicher und verbissener konfessioneller Streitigkeiten, wirkte er als Seelsorger, Prediger und Leiter des Klosters in Altdorf in der Schweiz, dann in Kientzheim im Elsass, ab 1618 in Rheinfelden und ab 1620 in Fribourg in der Schweiz, gleichzeitig als Volksprediger der Gegenreformation und für seinen Orden werbend. Seine Predigten machten lange Wanderungen notwendig, durch Schnee, Regen und Kälte wurde er geschwächt, schließlich krank; schon zu jener Zeit unterschrieb er seine Briefe mit Bruder Fidelis, in Kürze eine Speise der Würmer. 1621 wurde er Guardian im Kloster in Feldkirch in Vorarlberg, wo 1605 die neue Klosterkirche geweiht worden war.

1621 besetzten die Österreicher das untere Engadin und den Prättigau in der Schweiz, es begann die gewaltsame Rekatholisierung der den protestantischen Graubündnern entrissenen Landesteile. Fidelis kümmerte sich nun als Seelsorger und Feldprediger um die österreichischen Soldaten. 1622 wurde er zum Leiter der von der römischen Congregatio de Propaganda Fide, der Kongregation für die Ausbreitung des Glaubens, für Hoch-Rhätien und Graubünden gegründeten Mission. Um den drohenden Aufstand des Volkes gegen die Rekatholisierung einzudämmen, verfasste er 1622 das Religions-Strafmandat. Als er unter militärischem Schutz am Palmsonntag 1622 in der Kirche in Seewis predigte und zur Rückkehr zum katholischen Glauben aufforderte, kam es zu Tumulten. Im Nachbardorf Schiers wurde die Kirche von den katholischen österreichischen Truppen angezündet, in Seewis griffen die Bauern zu Dreschflegeln und improvisierten Waffen; die Österreicher wollten fliehen, Fidelis forderte sie aber zum Kampf auf, dabei wurde er von Bündner Soldaten unweit der Seewiser Kirche erschlagen und an dieser Stelle auch zunächst verscharrt. Aufstände im ganzen Prättigau hatten insgesamt den Rückzug der Österreicher zur Folge.

Fidelis mit dem Jesuskind und Fidelis bekommt von Maria die Märtyrerpalme überreicht, in der Kapuzinerkirche in Fribourg in der Schweiz
Fidelis mit dem Jesuskind und Fidelis bekommt von Maria die Märtyrerpalme überreicht, in der Kapuzinerkirche in Fribourg in der Schweiz

Im Herbst 1622 kamen die Österreicher wieder und nahmen grausame Rache, das ganze Dorf Seewis wurde niedergebrannt, es gab viele Tote. Fidelis' Leichnam sollte nun nach Feldkirch übertragen werden, kam aber auf Anordnung des Bischofs von Chur in die Gruft der dortigen Kathedrale; nur sein Kopf und die linke Hand kamen in die Kapuzinerkirche nach Feldkirch.

Fidelis wurde zum ersten Märtyrer des Kapuzinerordens. Er hinterließ die Schrift Exercitia spiritualia, geistliche Übungen, eine Zusammenstellung von Ausführungen aus einschlägigen Werken. Reliquien ruhen heute auch im ehemaligen Kapuzinerinnenkloster Maria der Engel in Appenzell, in der ihm geweihten Kirche in Stuttgart und in der Studienkirche in Dillingen, ein Armreliquiar ist in der Stadtpfarrkirche St. Johann in Sigmaringen aufbewahrt.

Kanonisation: Am 12. März 1729 wurde Fidelis von Papst Benedikt XIII. selig-, am 29. Juni 1746 von Papst Benedikt XIV. heiliggesprochen. 1926 wurde er zum Patron von Hohenzollern ernannt.
Attribute: Streitkolben und Schwert

Patron von Hohenzollern, Vorarlberg, Sigmaringen und Feldkirch; der Juristen; gegen Kopfschmerzen; in Gerichtsangelegenheiten; für die Ausbreitung des Glaubens; der Erzdiözese Freiburg i.Br. ; zweiter Patron der Diözese Feldkirch
Bauernregel: Wenn's friert an St. Fidel, / bleibt's 15 Tag noch kalt und hell.

* Das Fidelishaus in Sigmaringen, in dem es heute die Fideliskapelle gibt, war nicht das Geburtshaus, wie das traditionell angenommen wird, sondern es war mit hoher Wahrscheinlichkeit der ehemalige Adler.

Fidelis' Reliquien in der Krypta der Kathedrale in Chur
Fidelis' Reliquien in der Krypta der Kathedrale in Chur

Catholic Encyclopedia

Gebete des heiligen Fidelis:

Erbarme dich, gütigster Vater der Erbarmungen, einer solchen Welt. Führe die dem Glauben entfremdeten Völker zurück zur Erkenntnis der Wahrheit. Lass nicht so viele deiner Ebenbilder zugrunde gehen. Lass das kostbare Blut deines Sohnes nicht nutzlos, nicht fruchtlos sein. Vor dir, o Herr, beklage ich meine Brüder, die dir fernstehen. Wenn ich könnte, wie gern würde ich mit ihrer aller Geist an dich glauben, mit ihrer aller Willen dich lieben und mit all ihren Kräften dir ununterbrochen dienen. Doch ich vermag ja nichts als zu wünschen und zu weinen und mein sehnendes Verlangen vor deiner so erhabenen Majestät zu ergiessen. Herr, ich trauere um deine Brüder, die dir fernstehen.

Gütigster Jesus, bewahre mich davor, dass ich je einen Menschen, und mag er mich noch so hassen und verfolgen, verachte, geringschätze, ihn herabsetze oder mich von ihm abwende. Lass in mir niemals Hass oder nur auch eine bittere Empfindung gegen ihn aufkommen, und lass nicht zu, dass ich an seiner Besserung verzweifle, solange er lebt.
Pascalis Kehrer und Fidelis Rudhart: Fidelis-Altar mit Darstellung seines Martyriums, 1911, in der Kapuzinerkirche in Feldkirch
Pascalis Kehrer und Fidelis Rudhart: Fidelis-Altar mit Darstellung seines Martyriums, 1911, in der Kapuzinerkirche in Feldkirch
Fidelis' Mantel mit Spuren des Kampfes, an dem er starb, in der Kapuzinerkirche in Feldkirch
Fidelis' Mantel mit Spuren des Kampfes, an dem er starb, in der Kapuzinerkirche in Feldkirch




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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 05.07.2016
korrekt zitieren:
Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/969828497 abrufbar.

Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• P. Ezechiel Britschgi: Name verpflichtet. Christiana, Stein am Rhein, 1985
• Hiltgard L. Keller: Reclams Lexikon der Heiligen und der biblischen Gestalten. Reclam, Ditzingen 1984
• Albrecht Tunger, E-Mail vom 24. November 2004
• http://www.bauernregeln.net/april.html
• Rainer Ganzner, E-Mail vom 23. März 2007
• Friedrich-Wilhelm Bautz. In: Friedrich-Wilhelm Bautz (Hg.): Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon, Bd. II, Hamm 1990
• Kapuzinerkloster Feldkirch (Hg.): Der hl. Fidelis von Sigmaringen. Kunstverlag Peda, Passau 1996
• Verena Pertschy/Sr. M. Raphaela Bürgi: Die Fideliskapelle im Kapuzinerkloster Feldkirch. Kunstverlag Peda, Passau 2010
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl., Bd. 3. Herder, Freiburg im Breisgau 1995