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Ökumenisches Heiligenlexikon

Fridolin von Säckingen

Gedenktag katholisch: 6. März
nicht gebotener Gedenktag im deutschen Sprachgebiet
Diözesankalender Chur
in Straßburg : 7. März
in der Schweiz: Übertragung der Gebeine: 25. Juni

Gedenktag orthodox: 6. März

Name bedeutet: der Friedensreiche (althochdt.)

Glaubensbote am Oberrhein, Abt in Säckingen
* in Irland (?)
† 6. März 538 (?) in Säckingen heute Bad Säckingen in Baden-Württemberg


Bild in der Wallfahrtskirche Mariazell bei Hechingen, um 1745
Bild in der Wallfahrtskirche Mariazell bei Hechingen, um 1745

Die Legende erzählt, dass Fridolin, der Sohn vornehmer reicher Eltern, der Welt entsagte, seinen Besitz verschenkte und sich zu geistlichem Leben entschied. Nachdem er in Irland an vielen Orten missioniert hatte, begab er sich aufs Festland, zog predigend durch Frankreich und kam schließlich nach Poitiers ans Grab des von ihm verehrten Hilarius. Er fand das Grab und die Kirche durch die Völkerwanderung zerstört vor; bewegt durch eine Vision, in der ihm Hilarius erschienen war, bestattete er die im Schutt gefundenen Gebeine von Hilarius und erbaute eine neue Hilarius-Kirche, wofür ihn der Bischof von Poitiers zum Abt des zur Kirche gehörenden Klosters erhob. Zusammen mit dem Bischof reiste Fridolin dann zu Merowingerkönig Chlodwig I., um diesen um Bestätigung zu bitten; während des Empfangs beim König vollbrachte Fridolin das erste Wunder, als er einen durch Unachtsankeit des Königs zebrochenes Trinkgefäß wieder schadlos zusammenfügte; viele noch nicht Bekehrte aus dem Hofstaat ließen sich daraufhin taufen; der König versprach ihm Unterstützung für seine weiteren missionarschen Vorhaben.

Holzschnitt aus: Johann Georg Schleh von Rottweil: Emser Chronik, Vorarlberg 1616
Holzschnitt aus: Johann Georg Schleh von Rottweil: Emser Chronik, Vorarlberg 1616

Nachdem Fridolin wundersamer Weise den Bischof von Poitiers von einer Lähmung geheilt hatte und nach einer zweiten Vision, in der Hilarius ihn zur missionierenden Weiterreise aufforderte, zog Fridolin weiter, gründete 509 Kirche und Kloster in Eleriacum - dem heutigen St-Avold oder in Eller an der Mosel - heute Teil von Ediger-Eller - und weihte sie Hilarius, dann ein weiteres Kloster in den Vogesen, möglicherweise im heutigen Wasselnheim / Wasselone oder in Dillersmünster - dem heutigen Reinhardsmunster - - bei Saverne, und eine Hilarius geweihte Kirche in Straßburg *. Über Konstanz zog er dann durch Alemannien nach Chur und gründete auch dort eine Hilarius geweihte Kirche, aus der später ein Kloster wurde. Dann begab er sich auf die unbewohnte damalige Rheininsel Säckingen östlich von Basel - der nördliche Rheinarm wurde erst viel später trocken gelegt -, um sich dort niederzulassen; der Widerstand der Bevölkerung war aber groß, deshalb ließ sich Fridolin diesen Besitz nochmals vom König bestätigen. Als er müde dort ankam, legte er sich zum Schlafen unter einen Baum und hängte den Beutel, der die immer mitgeführte Hilarius-Reliquie enthielt, an einen Baum, der sich daraufhin ehrfurchtsvoll neigte und so bestätigte, dass Fridolin an diesem Ort verweilen solle.

Nachdem inzwischen König Chlodwig gestorben war, wollten die Einheimischen Fridolin wieder seinen Besitz entreißen. Mit Gebet umd Gottvertrauen gelang ihm wundersamer Weise, den nördlichen Rheinarm, der oft trocken lag, durch Umleitung des Flusses so mit Wasser zu füllen, dass die Leute diese Barriere nicht mehr überwinden konnten. Nun konnte Fridolin in Ruhe ein Doppelkloster gründen - das älteste Kloster Süddeutschlands. Als Abt des Männerklosters missionierte er das Gebiet am Oberrhein und wirkte viele weitere Wunder, so die mehrfache Heilung eines Mannes oder das Löschen einer Feuersbrunst.

In einem Anhang zur Legenda aurea ist das seit um 1290 erzählte Urso-Wunder überliefert: Urso, der Fridolin ein großes Stück Land - den heutigen Kanton Glarus in der Schweiz - geschenkt habe, soll er wieder zum Leben erweckt haben, damit er diese Schenkung gegenüber Ursos Bruder Landolf bezeuge, der Fridolin das Land wieder abnehmen wollte. In der Basilika in Rankweil in Vorarlberg ist der Fridolins-Stein, auf dem er um Hilfe in dieser Angelegenheit gebetet habe; der Stein soll weich geworden und Fridolin mit Armen und Knien eingesunken sein; dann habe er eine Stimme gehört, er solle zum Grabe des Urso gehen und ihn vor das Gericht in Rankweil holen, damit er die Schenkung bezeuge. Landolf sei, als er den bereits in Verwesung übergegangenen Bruder vor Gericht erscheinen sah, so erschrocken und beschämt gewesen, dass er Fridolin auch seinen Teil des Landes schenkte. Nun baute Fridolin auch in dieser Gegend Hilarius-Kirchen, daher der Name des heutigen Schweizer Kantons, Glarus.

Relieftafel: Fridolin leitet den Rhein um, spätgotisch, im Schatz des Münsters in Säckingen
Relieftafel: Fridolin leitet den Rhein um, spätgotisch, im Schatz des Münsters in Säckingen

Über Fridolin berichtete die in großem zeitlichem Abstand um 970 auf der Grundlage einer verlorenen Handschrift aus dem Jahr 926 durch Balther von Säckingen verfasste Lebensgeschichte; ihn setzt die Forschung mit dem 986 gestorbenen Bischof Balderich von Speyer gleich. Tatsächlich stammte Fridolin - der einen germanischen Namen trägt - wohl nicht aus Irland sondern eher aus der Gegend um Poitiers. Nach dem Sieg Chlodwigs über die Westgoten im Jahr 507 ist tatsächlich die Wiederherstellung der Hilariuskirche in Poitiers wahrscheinlich, zumal Chlodwig nach dem Zeugnis bei Gregor von Tours und Venantius Fortunatus am Vorabend eine Vision des Hilarius hatte; schon 497/498 hatte Chlodwig auch die Alemannen unterorfen, 506 einen Aufstand niedergeschlagen, so dass eine Missionierung ihres Gebietes nach dieser Zeit wahrscheinlich ist.

Fridolin-Stein in der Basilika auf dem Liebfrauenberg in Rankweil
Fridolin-Stein in der Basilika auf dem Liebfrauenberg in Rankweil

Noch zu Fridolins Lebzeiten oder wohl eher im 7. Jahrhundert unter König Chlodwig II. an seinem Grab bildete sich tatsächlich eine religiöse Gemeinschaft, die im 9. Jahrhundert als Kanonissenstift Säckingen bezeugt ist; damals stand es in großer Nähe zum Kaiserhaus der Karolinger: Bertha, eine Tochter von Ludwig dem Deutschen und später Richardis, die vormalige Ehefrau von Karl III. waren Äbtissinnen des Klosters Säckingen, im 10. Jahrhundert auch Reglind, die Großmutter von Kaisergattin Adelheid. Aus dem Jahr 825 stammt das älteste Zeugnis einer Verehrung von Fridolin, die sich über das Elsass, Südbaden und die Nordschweiz erstreckte. Der Sieg der Schweizer Eidgenossen über die Habsburger bei Näfels im Kanton Glarus 1388 wird dem Beistand Fridolins zugeschrieben, deshalb wird er dort besonders verehrt; auf dem Schlachtfeld wurde damals sogleich eine Kapelle erbaut und um 1525 durch die Hilariuskirche ersetzt; bis heute ist der erste Donnerstag im April ein Feiertag im Kanton Glarus und es findet die Näfelser Fahrt statt, bei der zahlreiche Menschen nach Näfels ziehen und dort der Schlacht gedenken.

Fridolin wurde in einem wiederverwendeten römischen Sarkophag bestattet, der heute in der Krypta des Münsters in Säckingen steht. Bis 1661 waren die Gebeine in einen persisch-sassanisischen Seidenstoff gewickelt. Seine Reliquien ruhen heute in Wien im Stephansdom. Zahlreiche Bilder stellen ihn - obwohl er kein Mönch war - im Benediktinerhabit mit Abtsstab und deem Skelett von Urso an seiner Seite dar; das Kantonswappen von Glarus zeigt Fridolin als Pilger. Am Sonntag nach dem Fridolinstag finden in Säckingen bis heute eine große Prozession und ein Volksfest statt. Der Stein in der kleinen Fridolinskapelle unter der Sakristei der Basilika in Rankweil wird bei Knieleiden aufgesucht.

Patron des Kantons Glarus in der Schweiz; von Bad Säckingen und Näfels bei Glarus; der Schneider und des Viehs; gegen Feuer- und Wassergefahr, Viehseuchen, Kinderkrankheiten, Bein-, Knie- und Armleiden; für fruchtbares Wetter
Bauernregeln: Mit ihren Herden wieder hin, / ziehen die Schäfer an Fridolin.
Um den Tag des Fridolin, / da zieht der letzte Winter hin.
Nach dem Tag des Fridolein, / da muss der Pflug im Felde sein.

* Eine Hilarius-Kirche in Straßburg ist sonst nirgends erwähnt, die Nachricht wird also falsch sein. (Charles Schmidt: Histoire du chapitre de Saint-Thomas de Strasbourg, pendant le Moyen-Âge, Libraire C. F. Schmidt Strasbourg 1860.

Fridolin in Säckingen


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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 13.09.2016
korrekt zitieren:
Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/969828497 abrufbar.

Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• P. Ezechiel Britschgi: Name verpflichtet. Christiana, Stein am Rhein, 1985
• Hiltgard L. Keller: Reclams Lexikon der Heiligen und der biblischen Gestalten. Reclam, Ditzingen 1984
• Schwester Dominika Duelli aus A - 6212 Maurach, E-Mail vom 6. März 2005
• http://www.gl.ch/xml_1/internet/de/application/d408/f417.cfm
• http://www.bauernregeln.net/maerz.html
• Werner Pohl, E-Mail vom 6. März 2006
• http://www.operone.de/komponist/kreutzer.html#gang
• Charlotte Bretscher-Gisinger, Thomas Meier (Hg.): Lexikon des Mittelalters. CD-ROM-Ausgabe J.B. Metzler, Stuttgart / Weimar 2000
• http://www.badische-zeitung.de/bad-saeckingen/ungewoehnliche-urauffuehrung--25112582.html
• Friedrich-Wilhelm Bautz. In: Friedrich-Wilhelm Bautz (Hg.): Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon, Bd. II, Hamm 1990
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl. Bd. 4. Herder, Freiburg im Breisgau 1995
• http://als.wikipedia.org/wiki/Reinhardsm%C3%BCnster
• Mechthild Pörnbacher: St. Fridolin von Säckingen. Kunstverlag Josef Fink, Lindenberg 2001
• Jürgen Kaiser: St. Fridolinsmünster Bad Säckingen, 7. Aufl., Schnell & Steiner Regensburg 2008
• Jürg Davatz: Pfarrkirche St. hilarius und Kapuzinerkloster in Näfels. Hg. von der Gesellschaft für schweizerische Kunstgeschichte, 2. Aufl., Bern 2003