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Ökumenisches Heiligenlexikon

Jakob Alberione

italienischer Name: Giacomo

Gedenktag katholisch: 26. November
Fest in der Paulinischen Familie

Name bedeutet: der Nachgeborene
oder: Gott schützt (hebr. - italienisch)

Priester, Ordensgründer
* 4. April 1884 in San Lorenzo di Fossano bei Cuneo in Italien
† 26. November 1971 in Rom


Dorfkirche in San Lorenzo di Fossano, in der Jakob am Tag nach seiner Geburt getauft wurde
Dorfkirche in San Lorenzo di Fossano, in der Jakob am Tag nach seiner Geburt getauft wurde

Jakob Alberione war Seminarist in Cuneo und in Alba. In der Nacht zum 1. Januar 1901 wurde ihm klar, dass er etwas für die Menschen im neuen 20. Jahrhundert bewegen müsse. 1907 wurde er zum Priester geweiht, er wirkte zunächst in Narzole, ab 1908 im Seminar in Alba.

1913 wurde er Leiter der wöchentlich erscheinenden Gazzetta d'Alba. 1914 gründete Alberione aus modernem paulinischem Geist die Gesellschaft vom heiligen Paulus und 1915 die Schwestern vom heiligen Paulus, auch Paulus-Töchter, die beide die Aufgabe der Verkündigung durch die Massenmedien wahrnehmen. 1924 folgte die Gründung der Jüngerinnen des Göttlichen Meisters zur Anbetung und zum Dienst am Priestertum, 1936 die Schwestern Jesu, des Guten Hirten mit Aufgaben in der Seelsorge, schließlich die Schwestern der Königin der Apostel zur Weckung kirchlicher Berufe. Mit der Gesellschaft vom heiligen Paulus verbunden sind außerdem die Paulinische Vereinigung mit drei Abteilungen für Priester, für Männer und für Frauen und das Institut von der Heiligen Familie für Ehepaare. Alle Einrichtungen dieser Paulus-Familie setzen auf die Wirkung von Medien zur Verfolgung ihrer Ziele; 2003 gaben sie weltweit 87 regelmäßig erscheinende Magazine heraus.

Jakob Alberiones sterblichen Überreste liegen in der Krypta des Heiligtums der Gesellschaft vom heiligen Paulus Santa Maria Regina degli Apostoli alla Montagnola in Rom.

Kanonisation: Jakob Alberione wurde am 27. April 2003 von Papst Johannes Paul II. seliggesprochen.
Patron Jakob Alberione ist als Patron des Internets im Gespräch.

Worte des Seligen

Immer wieder formuliert Alberione die Ziele seiner Paulus-Familie:
Die Paulinische Familie trachtet danach, das Evangelium von Jesus Christus, dem Weg, der Wahrheit und dem Leben im Geist des hl. Paulus ganzheitlich zu leben, und zwar unter dem Schutz der Königin der Apostel. Es gibt in ihr nicht viele Besonderheiten noch außergewöhnliche Andachtsformen noch übertriebenen Formalismus; vielmehr wird das Leben in Christus, unserem Meister, und in der Kirche gesucht.

Die Paulinische Familie ist ins Leben gerufen worden vom hl. Paulus, um sein Werk fortzusetzen: Es ist der lebendige Paulus, der heute aber aus so vielen Gliedern zusammengesetzt ist. Nicht wir waren es, die den hl. Paulus erwählt haben: es ist vielmehr er selbst, der uns erwählt und berufen hat. Er will, dass wir das machen, was er selbst machen würde, wenn er heute lebte. Was würde er nun machen, wenn er lebte? … Er würde sich der höchsten Kanzeln bedienen, die vom heutigen Fortschritt errichtet wurden: Presse, Kino, Radio, Fernsehen; und der größten Erfindung der Liebes- und Heilslehre: des Evangeliums von Jesus Christus. Der hl. Paulus ist für uns gleichsam die formende Kraft geworden.

Die Welt in einer schnellen Entwicklung begriffen: Wohnzentren, Kultur und Handel verlagern sich. Friedliche und rasche Umwälzungen ereignen sich durch Presse, Radio, Kino, Fernsehen, Luftfahrt, politische, soziale und industrielle Bewegungen, die Atomenergie. … Es ist nötig, dass die Religion dabei immer präsent ist; sie bedient sich jedes Mittels, um einen besseren Lebensstandard auf Erden und die Ehre im Himmel zu fördern. Wer stehen bleibt oder zu langsam ist, wird überholt; er wird in einem Feld arbeiten, wo der Feind schon geerntet hat.

Dabei sind unsere Buchhandlungen Zentren unseres Apostolats. Unser Markenzeichen ist das Evangelium mit dem Bild des hl. Paulus. Es handelt sich dabei nicht um Geschäfte, sondern um einen Dienst an den Gläubigen, nicht um ein Verkaufsangebot, sondern um ein Angebot des Apostolats. Es gibt hier keine Kunden, sondern Mitarbeiter. Nicht um Geschäfte zu machen, sondern um Zentren des Lichts und der Wärme in Jesus Christus zu bilden. … Die Buchhandlung ist ein Tempel, der Buchhändler ein Prediger, die gesuchten Früchte sind Licht, Heiligkeit, Freude in Jesus Christus und christliches Leben, der Ladentisch eine Kanzel der Wahrheit.

Quelle: Giacomo Alberione: Pensieri - Frammenti di spiritualità apostolica dai suoi scritti e discorsi, 4. Aufl. Edizioni Pauline, Cinisello Balsamo (Milano) 1987, S. 35, 47, 119, 133f; eigene Übersetzung

Gebet von Giacomo Alberione für das Apostolat der sozialen Kommunikation:

O Gott, der Du Deinen einzigen Sohn Jesus Christus auf die Erde gesandt hast, um den Menschen Deine Liebe mitzuteilen, und der Du ihn eingesetzt hast als Meister, als Weg, Wahrheit und Leben der Menschheit, gewähre, dass die Werkzeuge der sozialen Kommunikation: Presse, Kino, Radio, Fernsehen, Schallplatten und alle audiovisuellen Mittel, immer zu Deiner Ehre und zum Wohl der Seelen eingesetzt werden.
Erwecke für dieses vielfältige Apostolat Berufungen, und rege alle Menschen guten Willens dazu an, mit Gebet, tätigen Einsatz und Opfer dazu beizutragen, dass die Kirche mit diesen Mitteln das Evangelium allen Völkern predigen kann. Amen.

Quelle: Giacomo Alberione: Pensieri - Frammenti di spiritualità apostolica dai suoi scritti e discorsi, 4. Aufl. Edizioni Pauline, Cinisello Balsamo (Milano) 1987, S. 137; eigene Übersetzung

zusammengestellt von Abt em. Dr. Emmeram Kränkl OSB,
Benediktinerabtei Schäftlarn,
für die Katholische SonntagsZeitung

Martyrologium Romanum Flori-Legium

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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 04.12.2019

Quellen:

• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl. Bd. 5. Herder, Freiburg im Breisgau 1996

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
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