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Ökumenisches Heiligenlexikon

Eventius


Eventius und Theodoulos waren der Überlieferung zufolge Priester zur Zeit von Kaiser Hadrian. Sie wurden ob ihres Glaubens ins Gefängnis geworfen und unterstützten den ebenfalls gefangen gehaltenen römischen Gemeindevorsteher Alexander bei der Bekehrung und Taufe von vielen weiteren, heidnischen Gefangenen. Unverletzt entstiegen sie dem feurigen Ofen, in dem man sie dem Martyrium aussetzte, und wurden enthauptet.

Die - auch im Liber Pontificalis enthaltene - Überlieferung, dass Eventius und Theodoulos das Martyrium zusammen mit dem römischen Bischof Alexander erlitten, ist unhaltbar, sie beruht auf einer Verwechslung mit deren gleichnamigem Leidensgenossen Alexander, der deshalb auch im neuen Martyrologium Romanum von 2001/2004 als einer dieser drei Märtyrer verzeichnet ist. Als ihr Todesdatum gelten die Verfolgungen unter Kaiser Diokletian um 304.

Eingang zum Komplex der Katakomben des Alexander
Eingang zum Komplex der Katakomben des Alexander

Die Gebeine dieser drei Märtyrer wurden in den Katakomben des Alexander an der Via Nomentana bestattet. Über den Katakomben wurde schon im 4. Jahrhundert ein kleines Oratorium errichtet, in dem lokale Verehrung stattfand. Dieses wurde wie die Katakomben im 6. Jahrhundert von den Goten zerstört, im 9. Jahrhundert wurden die Gebeine übertragen. 1854 wurden die Katakomben erforscht, über ihnen wurde dann vom Ortspfarrer eine Basilika errichtet. Heute ist der Komplex ein Jugend-Freizeitheim, die Pfarrkirche gegenüber ist dem Märtyrer Alexander geweiht.

Die Katakomben des Alexander in Rom sind nicht öffentlich zugänglich, Besuch nur nach Vereinbarung mit der Pontificia Commissione di Archeologia Sacra. (2017)


 

Web 3.0 - Leserkommentare:

Im Ökumenischen Heiligenlexikon ist zu lesen, dass Theodoulos und Eventius Priester zur Zeit des Kaisers Hadrian waren und um 115 in Rom als Märtyrer starben.

Da Publius Aelius Hadrianus erst ab 11. August 117 Kaiser war, könnten die geschilderten Ereignisse während der Regierungszeit des Kaisers Marcus Ulpius Traianius (28. Januar 98 – 7. August 117) stattgefunden haben.

Dazu ist allerdings festzustellen, dass die unter diesem Kaiser gegen Christen getroffenen Maßnahmen nicht als aktive Christenverfolgung gewertet werden können, wie dies unter anderen Herrschern der Fall war. Zwischen seinen Feldzügen fand Traianus genügend Zeit, die Zivilverwaltung zu verbessern, wobei er mit besonderer Sorgfalt die Statthalter für die Provinzen auswählte. Durch den Briefwechsel mit dem Statthalter von Bithynien, Plinius dem Jüngeren (Gaius Plinius Caecilius Secundus), ist bekannt, wie sehr Traianus um das Wohl der Provinzbewohner besorgt war und welche Meinung er von den Christen hatte. In einem dieser Briefe fragte Plinius, wie denn am besten mit den Christen zu verfahren sei. Der Statthalter zeigte sich in seinem Schreiben gegenüber dem Christentum keineswegs verächtlich, sondern betrachtete vielmehr die Christen als bemitleidenswerte Menschen, welche nur wieder von ihrem Aberglauben abgebracht und wieder auf die Bahn der Vernunft geschickt werden müssten. Traianus billigte in seinem Antwortschreiben die von Plinius bis dahin getroffenen Maßnahmen und führte weiter aus: Nachspüren soll man ihnen nicht, werden sie aber angezeigt und überführt, sind sie zu bestrafen, so jedoch, dass, wer leugnet, Christ zu sein und das durch die Tat, das heißt: durch Anrufung unserer Götter beweist, wenn er auch für die Vergangenheit verdächtig bleibt, auf Grund seiner Reue Verzeihung erhält. … Klageschriften ohne Autor dürfen bei keiner Straftat Platz haben. Denn das wäre ein sehr schlechtes Beispiel und passt nicht zu unserem Zeitalter. So fest diese Antwort im Kern auch ist, zeigt sie doch durch ihre Formulierung Traians Abneigung gegen jede unnötige und übertriebene Härte und beweist, dass dem Kaiser viel daran lag, das politische Klima zu verbessern und die Gemüter nicht weiter zu erhitzen.

Das Christentum sollte also eingedämmt, nicht aber die Christen als Personen aktiv verfolgt werden. Nur ein Christ, der sich öffentlich weigerte, den Göttern (und damit dem Kaiser) zu huldigen, galt als Verbrecher und Staatsfeind. Dabei bot die römische Rechtstradition einen gewissen Schutz vor Willkür.

Unter Hadrian, dem größten Reisekaiser des Römischen Reiches, hatten die Christen nichts zu befürchten. Hauptsächlich zwischen 121 und 132 verbachte er viel Zeit damit, landauf, landab durch die Provinzen zu reisen, um sich aus erster Hand über die Probleme der Bevölkerung informieren, das Vertrauen der Menschen gewinnen und sich ihrer Sorgen annehmen zu können.

Prof. Helmut Bouzek über E-Mail, 8. April 2018





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 23.05.2018

Quellen:
• Hiltgard L. Keller: Reclams Lexikon der Heiligen und der biblischen Gestalten. Reclam, Ditzingen 1984
• http://romanatura.roma.it/i-parchi/r-n-marcigliana/catacombe-di-s-alessandro/

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
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