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Ökumenisches Heiligenlexikon

Ildefons von Toledo

auch: Hildefons

Gedenktag katholisch: 23. Januar
Hochfest im mozarabischen      Der mozarabische Ritus, auch „westgotisch” oder „altspanisch” genannt, ist eine Liturgie in der römisch-katholischen Kirche, die sich im 4./5. Jahrhundert auf der Iberischen Halbinsel entwickelt hat und heute noch an einigen Orten in Spanien praktiziert wird. Der Name entstand nach dem Einfall der Mauren im Jahr 711, als die unter maurischer Herrschaft lebenden Christen – die „Mozaraber” – weiter ihren Glauben ausüben durften und damit auch diese Liturgie feierten. Ritus, in der Stadt Toledo und in der Stadt Zamora
Fest im übrigen Erzbistum Toledo, im Erzbistum Madrid und im Bistum Getafe
gebotener Gedenktag in Spanien
Messe an einigen Orten
nicht gebotener Gedenktag in der Stadt Teruel: 24. Januar
Übertragung der Gebeine: 26. Mai
gebotener Gedenktag in Toledo: Erscheinung der Maria vor ihm: 24. Januar
bedacht im spanisch-mozarabischen      Der mozarabische Ritus, auch „westgotisch” oder „altspanisch” genannt, ist eine Liturgie in der römisch-katholischen Kirche, die sich im 4./5. Jahrhundert auf der Iberischen Halbinsel entwickelt hat und heute noch an einigen Orten in Spanien praktiziert wird. Der Name entstand nach dem Einfall der Mauren im Jahr 711, als die unter maurischer Herrschaft lebenden Christen – die „Mozaraber” – weiter ihren Glauben ausüben durften und damit auch diese Liturgie feierten. Hochgebet

Gedenktag äthiopisch-orthodox: 18. Dezember
Ba‛ala Daqsyos - Erscheinung der allerseligsten Jungfrau vor ihm

Name bedeutet: der zum Kampf Bereite (althochdt.)

Abt in Toledo, Erzbischof von Toledo
* um 605 in Toledo in Spanien
† 23. Januar 667 daselbst


Ildefons, Sohn vornehmer gotischer Eltern und der lieferung zufolge Neffe von Bischof Eugen II. von Toledo, war Schüler von Isidor von Sevilla, wurde - gegen den Wilen seiner Eltern - in jungen Jahren Mönch und später Abt im wohl Kosmas und Damian geweihten Kloster Agali - der heutigen Kapelle Sto. Ángel Custodio, die in Privatbesitz und unzugänglich ist - nahe Toledo.

historisches Foto der Kapelle Sto. Ángel Custodio
historisches Foto der Kapelle Sto. Ángel Custodio

Sein Erbe benutzte Ildefons zur Errichtung eines Frauenklosters - wohl des Klosters Sto. Domingo el Antiguo, in dem er um 650 Abt wurde. Das Kloster Sto. Domingo el Antiguo geht auf westgotische Zeit zurück, wurde nach der Rückeroberung von Toledo 1085 neu eröffnet mit Benediktinerinnen, die nach den Reformen von ClunyDie Reformen von Cluny gingen im 10. Jahrhundert aus vom Benediktinerkloster Cluny in Burgund. Ziel war die strenge Beachtung der Benediktinerregel und Vertiefung der Frömmigkeit des einzelnen Mönches sowie eine neue Gewissenhaftigkeit bei der Feier des täglichen Gottesdienstes. Die Klosterwirtschaft sollte selbständig zum Erhalt des Klosters dienen können und die Klöster aus dem Herrschaftsanspruch der weltlichen Herren aber auch der Bischöfe herausgenommen und direkt dem Schutz des Papstes unterstellt werden. lebten, Dominikus von Silos geweiht und 1159 Zisterzienserinnenkloster.

Als Abt unterzeichnete Ildefons 653 die Akten des 8. und 655 die des 9. Konzils von Toledo und auf Vorschlag von König Rekkeswinth wurde er 657 als Nachfolger von Eugen II. zum Erzbischof von Toledo gewählt.

El Greco: Die Einkleidung von Ildefons als Bischof durch Maria, 18. Jahrhundert, in der Kathedrale in Segovia
Die Einkleidung von Ildefons als Bischof durch Maria, 18. Jahrhundert, in der Kathedrale in Segovia

Berichtet wird eine Marienerscheinung vor Ildefons: als er am Morgen des Himmelfahrtsfestes 665 mit seinem KlerusEin Kleriker ist in der orthodoxen, katholischen, anglikanischen und altkatholischen Kirche ein geweihter Amtsträger, der eine der drei Stufen des Weihesakraments - Diakon, Priester oder Bischof - empfangen hat. Im Unterschied zu den Klerikern bezeichnet man die anderen Gläubigen als Laien. Angehörige von Ordensgemeinschaften gelten, wenn sie nicht zu Priestern geweiht sind, als Laien und in der Orthodoxie als eigener geistlicher Stand. In den protestantischen Kirchen gibt es keine Unterscheidung von Klerus und Laien. die Kathedrale von Toledo betrat, war sie hell erleuchtet und auf dem Bischofsstuhl saß Maria, die Ildefons zum Zeichen ihrer Hochachtung und ihres Schutzes ein kostbares Gewand überreichte. Erzählt wird auch, wie auf Ildefons' Gebet hin der Sarg von Leocadia von Toledo in ihrer Grabeskirche - der heutigen Basilika Sta. Leocadia und Cristo de la Vega nahe Toledo - sich aus der Tiefe hob, dann der schwere Deckel aufsprang und Leocadia sich darstellte; Ildefons habe dann auf Verlangen des Volkes einen Teil ihres Gewandes abgeschnitten.

Juan de Borgoña: Bild in der Galerie der Erzbischöfe von Toledo, ab 1508, im Kapitelsaal der Kathedrale in Toledo
Juan de Borgoña: Bild in der Galerie der Erzbischöfe von Toledo, ab 1508, im Kapitelsaal der Kathedrale in Toledo

Ildefons' besondere Verehrung der Maria brachte er in der Schrift Libellus de perpetua virginitate B. M. V., dem Büchlein über die bleibende Jungfräulichkeit der Gesegneten Jungfrau Maria, zum Ausdruck. Diese Schrift begründete die Marienverehrung in Spanien. De cognitione baptismi, Über das Taufbekennntnis, gibt Anweisungen für Seelsorger zur Taufpraxis. Im Liber de itinere deserti, dem Buch der Wege durch die Wüste, werden asketische Übungen zur Lebenspraxis der Christen vorgeschlagen. De viris illustribus, Über berühmte Männer, beschreibt Leben und Werk von 14 großen Schriftstellern; sieben davon waren Erzbischöfe von Toledo.

Azulejo: Die Überreichung des Schutzmantels durch Maria, an der Kirche im Dorf Herreruela de Oropesa
Azulejo: Die Überreichung des Schutzmantels durch Maria, an der Kirche im Dorf Herreruela de Oropesa

Ildephons wurde in der Kirche Sta. Leocadia in Toledo bestattet. Um seine Gebeine beim Einfall der Mauren zu schützen, wurden sie in die Petrus-Kirche nach Zamora gebracht.

Patron von Toledo, Zamora, Herreruela de Oropesa bei Toledo, Ixtahuacán in Guatemala

Worte des Heiligen

In seinem Buch über den Weg durch die Wüste vergleicht Ildefons den Lebensweg der Getauften mit dem Zug des Volkes Israel durch die Wüste. Der Bischof schreibt:

Betrachten wir nun diesen glücklichen Weg, der von den Heiligen in der Wüste beschritten wird, und lassen wir uns zusammen mit ihnen führen, indem wir sie in gleicher Weise nachahmen! Es ist hier von denen die Rede, die, nachdem sie das Rote Meer durchschritten haben, durch die Wüste zogen und darauf vertrauten, dass sie gemäß der wahrhaften Verheißung Gottes in das verheißene Land gelangen würden. Wenn auch das ganze Volk, bestehend aus der Menge der Heiligen und der Rotte der Frevler, in gleicher Weise unter dem Schutz Gottes einherzog, so wählt dennoch die Heilige Schrift nur den besseren Teil, nämlich den der Heiligen aus, von denen es heißt: Die Augen des Herrn ruhen über den Gerechten (Psalm 33, 16), und schweigt über die Ungerechten und erzählt nur vom Handeln, das zur Seligkeit führt.
Schreiten also auch wir zusammen mit diesen Gerechten einher, von denen es heißt: Sie zogen durch die unbewohnte Wüste, sicherlich durch jene Wüste, wo die verderblichen Lüste keinen Platz haben, wo kein irdisches Glück zum Untergang verlockt, wo keinerlei Anreize die Pilger, die zum Land der Lebenden unterwegs sind, behindern. Diese haben sich an abgeschiedenen Plätzen ihre Hütten gebaut, da sie in der Verborgenheit der Kontemplation eine Ruhe für ihre Seele suchten, nicht in unbedachter Verbohrtheit sich den Feinden entgegenwarfen, sondern in heilsamer Voraussicht umsichtig auf den Kampf vorbereiteten, indem sie in der Abgeschiedenheit Schutz suchten. Dort würde sie nicht eitler Ruhm dem Verderben aussetzen, sondern wahre Demutzur Vernichtung der Stolzen ausrücken lassen. Sie hielten stand gegen die Feinde, denn sie boten eine unbeugsame Geisteskraft gegen den Ansturm der Versuchungen auf, da sie jegliche Verweichlichung ihres gegenwärtigen Lebens vermieden, niemals im geistlichen Kampf angesichts des Ansturms der bösen Macht der Lüfte vom Zustand geistlicher Anspannung abwichen.
Und darum haben sie sich an den Feinden gerächt (vgl. Buch der Weisheit 11, 2f), da sie, zur Rechten und zur Linken durch die Waffen der Gerechtigkeit geschützt, sich weder durch den Ruhm des Glücks erheben noch durch die Wucht der Gegner erdrücken ließen. Daher hielten sie dem Angriff der Feinde stand und erlangten ihre eigene Rettung. Und da die Feindschaft der Laster besiegt zugrunde ging, hatte, ihr entrissen, das Heil der heiligen Soldaten Bestand.

Quelle: S. Hildefonsi episcopi Toletani liber de itinere deserti, c. 15, Sp. 175; c. 73, Sp. 187; eigene Übersetzung

Zitate von von Ildefons:

Die [in der Wüste] unterwegs sind, werden nur dann in völliger Ruhe sein, wenn ihre ganze Hoffnung fest auf Gott, dem Urheber alles Guten, ruht.

Jesus, Sohn Davids, erbarme dich meiner, erleuchte meine Augen, dass ich sehe, was mich zu dir führt; festige in dir meine Schritte, damit ich den Weg nicht verfehle; öffne meinen Mund, dass ich von dir reden kann, der du mir den Willen gegeben hast, so gut ich kann, deine Anliegen vorzubringen. Und da die Liebe zum Nächsten einbeschlossen ist in der Liebe zu dir, lass mich zu seinem Nutzen wirken, der ihm das Heil verschafft und zum Lobe und Ruhme deines Namens gereicht!

Es erleuchte uns, die wir in der Finsternis und im Schatten des Todes sitzen (Lukasevangelium 1, 79), das Licht des Evangeliums, das jeden Menschen, der in diese Welt kommt, erleuchtet; es gehe uns nicht aus unter dem Ansturm der Versuchungen, sondern es leuchte uns immerfort durch die Fülle deiner Erbarmungen!

Quelle: S. Hildefonsi episcopi Toletani liber de itinere deserti, c. 13, Sp. 174f; de cognitione baptismi, c. 1, Sp. 112; eigene Übersetzung

zusammengestellt von Abt em. Dr. Emmeram Kränkl OSB,
Benediktinerabtei Schäftlarn,
für die Katholische SonntagsZeitung

Catholic Encyclopedia

  Schriften von Ildefons und seine Lebensgeschichte gibt es online zu lesen in den Documenta Catholica Omnia.

  Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon

Die Kathedrale in Toledo ist täglich von 10 Uhr bis 18 Uhr, sonntags nur von 14 Uhr bis 18 Uhr zu besichtigen, der Eintritt beträgt 8 €. (2016)
Die große, Ildefons geweihte Jesuitenkirche in Toledo kann täglich von 10 Uhr bis 18.45 Uhr - im Herbst und Winter nur bis 17.45 Uhr - besichtigt werden, der Eintritt beträgt 2,50 € (2016)





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 12.10.2019

Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• Hiltgard L. Keller: Reclams Lexikon der Heiligen und der biblischen Gestalten. Reclam, Ditzingen 1984
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl. Bd. 5. Herder, Freiburg im Breisgau 1996
• Robert Ernst: Lexikon der Marienerscheinungen, 5. Aufl. Anton-Ruhland-Verlag Altötting 1989
• https://es.wikipedia.org/wiki/Ildefonso_de_Toledo
• Vollständiges Heiligen-Lexikon …, 3. Band: [I]K-L. Herausgegeben von Johann Evangelist Stadler, B. Schmid'sche Verlagsbuchhandlung (A. Manz), Augsburg, 1869

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
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