Ökumenisches Heiligenlexikon

Johannes Parenti

Beiname: Incognitus - der Unbekannte / Surrigius - der Gestorbene
französischer Name: Jean

1 Gedenktag katholisch: 28. Juni

Name bedeutet: Gott ist gnädig (hebr.)

Ordensgeneral
* in Carmignano (?) bei Florenz in Italien
1250 in Bottidda bei Sassari auf Sardinien in Italien


Johannes studierte Rechtswissenschaften und war Richter in Civita Castellana. Beeindruckt von Franziskus von Assisi gab er das Amt auf und trat dem Orden der Franziskaner-Minoriten bei. Franziskus entsandte ihn 1219 nach Spanien, wo er mit Unterstützung des Infanten Pedro de Aragón das Kloster in Saragossa gründete - das spätere Kloster San Francisco, das 1840 in Staatsbesitz überging. Johannes wirkte dann als zweiter Provinzial für Spanien nach Bernhard von Quintavalle. An Pfingsten 1227 wurde Johannes auf dem ersten Generalkapitel in Assisi zum ersten Ordensgeneral gewählt; er setzte sich damit durch gegen Elias von Cortona, den Franziskus als seinen Nachfolger auserwählt hatte. Johannes setzte sich für ein Festhalten an der strengen Regel und die Befolgung des Armutsideals ein und gehörte damit zur strengeren Richtung der Brüder; viele andere hatten wegen des starken Anwachsens des Ordens in ganz Europa - inzwischen gab es etwa 5000 Brüder - den Gründer nicht mehr persönlich kennengelernt, sahen die radikale Armut des Franziskus als unpraktikabel an und wollten die Lebensweise der Brüder an die der Benediktiner angleichen. Johannes aber nannte die Regel klar verständlich und hielt sie für durchaus befolgbar.

Johannes Parenti meinte laut Thomas von Eccleston: De Adventu Fratrum Minorum in Angliam - Die Ankunft der Minderbrüder in England, 1258/1259:
Das Gebäude des Ordens werde aus zwei Mauern erbaut: Durch den guten Wandel und durch die Wissenschaft. Die Mauer der Wissenschaft hätten die Brüder bereits über die Himmel und über die himmlischen Dinge hinaus schon so hoch gebaut, dass sie gar fragten, ob es einen Gott gäbe. - Die Mauer des guten Wandels aber ließen sie niedrig sein.

Auf dem nächsten Pfingstkapitel 1230 versuchte Elias von Cortona, Johannes Parenti gewaltsam zu stürzen, doch der Umsturzversuch misslang. Parenti hatte sich als amtierender Generalminister vor den versammelten Brüdern nackt ausgezogen, um seine Verbundenheit mit dem Prinzip der absoluten Armut auszudrücken. Um die Auseinandersetzungen beizulegen, wurde nach diesem Pfingstkapitel eine Delegation von Brüdern zu Papst Gregor IX. gesandt; der beschied mit der Bulle Quo elongati, Je weiter entfernt, dass es in der Regel von 1223 einige zweideutige und schwer verständliche Stellen gebe, dass das eigentliche Problem jedoch das Testament sei, das Franziskus kurz vor seinem Tod im damaligen Krankenhaus Santa Maria della Scala in Siena verfasst hatte und in dem er sein Ideal - angesichts von schon zu seinen Lebzeiten zunehmenden Konflikten - noch einmal radikal dargelegt hatte. Gregor entschied, dass das Testament keine bindende Kraft habe; der strenge Flügel unter Johannes hatte damit eine schwere Niederlage erlitten. Auf dem Pfingstkapitel 1232 unterlag Johannes dann Elias von Cortona, dessen Anhänger ihn – ohne eigentliche Wahl – gewaltsam zum neuen Generalminister erhoben. Johannes reiste dann als Prediger über die Inseln Korsika und Sardinien, wo er in dem um 1220 von ihm gegründeten damaligen Kloster Santa Maria degli Angeli auf dem Monte Rasu in Bottidda bei Sassari starb.

Johannes Parenti verfasste 1227 Sacrum Commercium Beati Francisci cum Domina Paupertate, Der Umgang des seligen Franziskus mit der Herrin Armut, eine allegorische Erzählung über die erste Zeit des Ordens und die Armut. Manche Forscher schreiben das Werk jedoch Johannes Buralli von Parma zu.

Johannes' Sarkophag wurde im - heute in Ruinen liegenden - Konvent der Franziskaner in Ornaso - dem heutigen Ortsteil von Serra-di-Fiumorbo - bei Corte auf Korsika bewahrt und als Incognitus verehrt. Ein Dekret des Papstes Urban VIII. bestimmte, dass Johannes' Reliquien dort in die Sakristei gebracht und der öffentlichen Verehrung entzogen werden mussten.





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 27.01.2024

Quellen:
• Vollständiges Heiligen-Lexikon …, 3. Band: [I]K-L. Herausgegeben von Johann Evangelist Stadler, B. Schmid'sche Verlagsbuchhandlung (A. Manz), Augsburg, 1869
• https://www.ventiseri.fr/Un-peu-d-histoire_a24.html - abgerufen am 27.01.2024
• https://it.wikipedia.org/wiki/Giovanni_Parenti - abgerufen am 27.01.2024
• https://es.wikipedia.org/wiki/Convento_de_San_Francisco_(Zaragoza) - abgerufen am 27.01.2024

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/1175439177 und http://d-nb.info/969828497 abrufbar.


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