Ökumenisches Heiligenlexikon

Juliana (de) Falconieri

italienischer Name: Giuliana


Bild in der Klosterkirche der Serviten auf dem Monte Senario
Bild in der Klosterkirche der Serviten auf dem Monte Senario

Juliana aus dem Adelsgeschlecht der Falconieri war wohl die Nichte von Alexius Falconieri, einem der sieben Stifter des Servitenordens. 1284 schloss sie sich dem Orden an als eine der Frauen, die zwar in ihren Privatwohnungen blieben, jedoch weitgehend das Ordensleben mit Teilnahme am Gottesdienst, Chorgebet sowie Dienst an Armen und Bedürftigen übernahmen. Dazu erhielten sie von Philippus Benitius ein eigenes Kleid, welches ihnen den Namen Mantellatinnen gab.

Luigi Ademollo: Fresko, um 1800, in der in der Basilika Santissima Annunziata in Florenz
Luigi Ademollo: Fresko, um 1800, in der Basilika Santissima Annunziata in Florenz

Um 1304 entstand daraus die Ordensgemeinschaft der Serviten-Terziarschwestern, der Dienerinnen Mariä mit ihrem Kloster der Mantellate dell'Annunziatina - das 1517 ein Karmelitinnenkloster wurde und wo heute eine Schule ist. Die Aufgaben der Servitinnen waren in der Krankenpflege und in Erziehung der Jugend; der Orden wurde durch Papst Martin V. bestätigt.

Juliana führte ein strenges Bußleben und ein intensives Gebetsleben im marianischen Geist des Ordens. Als sie den Tod nahen spürte, wollte sie die EucharistieDie Eucharistie - von griechisch „ευχαριστειν, Dank sagen” - vergegenwärtigt das heilvolle Sterben Jesu Christi. Die Römisch-Katholische, die Orthodoxe und die Anglikanische Kirche nennen diese Mahlfeier im Anschluss an 1. Korintherbrief 11, 24 Eucharistie, die Evangelischen Kirchen sprechen von „Abendmahl” im Anschluss an Markusevangelium 14, 17 und 1. Korintherbrief 11, 23. empfangen, konnte aber die Hostie nicht mehr schlucken. Sie bat den Priester, die Hostie auf ihre Brust zu legen, woraufhin diese in ihr veschwand und Juliana verschied.

Julianas Gebeine ruhen heute in der Basilika Santissima Annunziata, der Klosterkirche der Serviten in Florenz, die auf den Besitzungen der Familie Falconieri erbaut wurde.

Kanonisation: Julianas Seligsprechung erfolgte am 26. Juli 1678 durch Papst Clemens X., ihre Heiligsprechung am 16. Juni 1737 durch Papst Clemens XII.

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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 25.09.2020

Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• Karl Mühlek. In: Friedrich-Wilhelm Bautz †, Traugott Bautz (Hg.): Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon, Bd. III, Herzberg 1992
• Provinzialat der Tiroler Servitenprovinz (Hg.): Serviten. Die Heiligen und Seligen des Ordens. Selbstverlag der Serviten, Innsbruck 2011
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl. Bd. 5. Herder, Freiburg im Breisgau 1996
• https://it.wikipedia.org/wiki/Chiesa_di_San_Salvatore_(Firenze)

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/1175439177 und http://d-nb.info/969828497 abrufbar.








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