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Ökumenisches Heiligenlexikon

Kolumban der Ältere

auch: Columba, von Hy / von Iona
genannt: Colum Cille, Taube der Kirche
Geburtsname: Crimthann Cenél Conaill

Gedenktag katholisch: 9. Juni
Fest in Irland
gebotener Gedenktag in Schottland
nicht gebotener Gedenktag in England
Übertragung der Gebeine: 17. Juni
bedacht im Keltischen Hochgebet I

Gedenktag evangelisch: 9. Juni (ELCA)

Gedenktag anglikanisch: 9. Juni

Name bedeutet: die Taube (latein.)

Priester, Klostergründer, Abt in Hy / Iona, Glaubensbote in Irland, Schottland und England
* 7. Dezember 521 (?) in Gartan beim heutigen Church Hill (?) in Irland
† 9. Juni 597 auf Iona in Schottland


Crimthann, Sohn der hochadeligen Familie Cenél Conaill aus dem damals zunehmend weite Teile Irlands beherrschenden Geschlechterverband der Uí Néill, erhielt eine gute Ausbildung, u. a. durch Finnian von Clonard und wurde KlerikerEin Kleriker ist in der orthodoxen, katholischen, anglikanischen und altkatholischen Kirche ein geweihter Amtsträger, der eine der drei Stufen des Weihesakraments - Diakon, Priester oder Bischof - empfangen hat. Im Unterschied zu den Klerikern bezeichnet man die anderen Gläubigen als Laien. Angehörige von Ordensgemeinschaften gelten, wenn sie nicht zu Priestern geweiht sind, als Laien und in der Orthodoxie als eigener geistlicher Stand. In den protestantischen Kirchen gibt es keine Unterscheidung von Klerus und Laien. und Mönch. Er gründete zahlreiche klösterliche Gemeinschaften in Irland - darunter 546 die in Derry und später das Kloster Durrow. Zudem war er Künstler, Dichter, reisender Sänger, genannt Columcille, Taube der Kirche. 563 ging er um Christi willen mit zwölf Gefährten in die Fremde: Auf der Insel Hy / Iona an der südwestlichen Küste Schottlands gründete er ein Zentrum für gelehrte Studien, das zum Stützpunkt der Bekehrung der Pikten in Schottland und der Angelsachsen in Northumbrien wurde. Iona war eine Schenkung des Königs Conall mac Comgall von Dál Riada, nach dem Bericht bei Beda „Venerabilis” eine Stiftung des Piktenkönigs Bruide mac Maelchon; der Piktenkönig übte damals wohl die Oberherrschaft über Dál Riada aus.

Grund des für andere zum Vorbild gewordenen und als Peregrinatio propter Christum zum Fachbegriff gewordenen Aufbruchs in die Fremde zur Mission waren für Kolumban wohl Konflikte mit seiner Familie; dennoch blieb er in Verbindung mit seiner Heimat und zum Königshaus Dál Riad, was seine Mission unter den Edlen der Pikten erleichterte. Die von ihm gegründeten Klöster bildeten mit den irischen Klöstern einen Verband, der für das irische und frühe englische Mönchsleben entscheidenden Einfluss ausübte; die von ihm gepflegte Verbindung von Askese und Bildung wurde prägend für das irische Mönchtum. Von Norden kommend vervollständigte er Britanniens Christianisierung.

Kolumban fährt auf die Insel Iona. Englische Briefmarke von 1997 zum 1400. Jahr der Christianisierung Englands
Kolumban fährt auf die Insel Iona. Englische Briefmarke von 1997 zum 1400. Jahr der Christianisierung Englands

Kolumban stand der Mönchsgemeinschaft in Iona als Abt vor und sorgte dafür, dass auch seine Nachfolger aus der Familie der Cenél Conaill kamen. Von Iona aus wurden weitere Klöster gegründet im Norden Irlands, in Schottland und auf den Hebriden. Seine Bedeutung in der Politik zeigt seine Beteiligung an der Versammlung von Druimm Cett um 575, die die Heeresfolge und die Tributverpflichtungen der Könige von Dál Riada gegenüber den irischen Uí Néill und den schottischen Königen regelte sowie seine Salbung des Königs von Dál Riada, Áedán mac Gabrain, Conall mac Comgalls Nachfolger. Kolumbans Tatkraft und sein organisatorisches Geschick begründeten in Verbindung mit seinen guten Beziehungen zu den Herrschern seinen Erfolg.

Berichtet wird, Kolumban habe ein exegetisches Werk zu den Psalmen sowie ein Rechtstraktat verfasst, beide sind nicht erhalten. Mehrere lateinische Gedichte sind unter seinen Namen überliefert. Die ihm zugeschriebenen Kopien der Psalmen und der Evangelien stammen aus späterer Zeit.

Kolumban wird als geistreich, witzig, großzügig, irisch temperamentvoll und von heiterer Toleranz gegenüber der heidnischen Umwelt geschildert. Seine besondere Naturverbundenheit und Tierliebe ist in Legenden überliefert: so pflegte er einen kranken Kranich, da sein Glaube ihn verpflichtete, sich der Schwachen anzunehmen. Doch er verwandelte auch eine Königin, die sich gegen ihn stellte, als Strafe in einen solchen Vogel. Leuchtende Visionen und Krankenheilungen werden ihm zugeschrieben. Er starb der Überlieferung zufolge in seiner Kirche kurz vor Beginn der Frühmesse.

Kolumban wurde in seinem Kloster auf Iona bestattet. Die Verehrung breitete sich rasch in Irland, Schottland, Frankreich und Spanien aus, ab dem 8. Jahrhundert auch in Deutschland und ganz Europa verehrt. 849 wurden die Gebeine nach Dunkeld in Schottland übertragen. In Irland gibt es bis heute in seinem Namen einen Wettersegen.

Reliquiar von Monymusk, in dem Reliquien von Kolumban aufbewahrt werden, gefertigt wohl im 8. Jahrhundert in Iona, heute im Museum of Scotland in Edinburgh
Reliquiar von Monymusk, in dem Reliquien von Kolumban aufbewahrt werden, gefertigt wohl im 8. Jahrhundert in Iona, heute im Museum of Scotland in Edinburgh

Attribute: als Benediktinermönch - obwohl er nicht dem Orden angehörte
Patron der irischen Dichter; gegen Feuergefahr, Blitz, Ratten- und Mäuseplage

Catholic Encyclopedia

  Adamnan verfasste um 700 die Biografie von Kolumban; diese gibt es in englischer Sprache online: Life of St Columba





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 12.11.2016

Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• Hiltgard L. Keller: Reclams Lexikon der Heiligen und der biblischen Gestalten. Reclam, Ditzingen 1984
• Roland Hill: Gregors große englische Mission. Stuttgarter Zeitung, 14. Juni 1997
• http://www.amulette-kelten.de/Amulette-der-Kelten-Symbole-01/Amulette-der-Kelten-Kranich.html
• www.electricscotland.com/stones/columba.htm
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl. Bd. 2. Herder, Freiburg im Breisgau 1994
• Wolfgang Lackner. In: Friedrich-Wilhelm Bautz †, Traugott Bautz † (Hg.): Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon, Bd. IV, Herzberg 1992

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/969828497 abrufbar.