Gezelin von Schlebusch
auch: Gozelin, Gezzelin, Schezelinus
Gezelin war der Überlieferung nach Laienbruder im im 1115 von Stephan Harding gegründeten damaligen Kloster Morimond der Zisterzienser im heutigen Fresnoy-en-Bassigny, einem Ortsteil von Parnoy-en-Bassigny bei Langres in Frankreich. Um 1135 kam er demnach in die neue Abtei Altenberg und wirkte als Schafhirte auf dem zum Kloster gehörenden Gut Alkenrath in Schlebusch - heute ein Stadtteil von Leverkusen. Schon zu Lebzeiten wurden sein stets hilfreiches Eintreten für die Landbevölkerung gerühmt, zunehmend verbreitete sich die Nachricht von wundersamen Taten: so habe sein Gebet während einer Dürre - in der demnach sogar der Rhein ausgetrocknet war - eine Quelle entspringen lassen.
In seiner Bescheidenheit hatte Gezelin gebeten, nicht in der Abtei in Altenberg, sondern an der Pfarrkirche nahe seines Landgutes in Alkenrath bestattet zu werden. Dort wurden 1814 seine Gebeine erhoben. Nach dem Abriss dieser Kirche wurden diese Reliquien 1890 in die Andreas-Kirche nach Schlebusch gebracht, wo sie nun in einem 1903 gefertigten Eichenholz-Schrein ruhen. Andere Reliquien wurden in den Altenberger Dom gebracht.
Über der angeblich von Gezelin zum Entspringen gebrachten Quelle im Gut Alkenrath, deren Wasser Kopf- und Augenleiden heile, steht bis heute eine ihm geweihte, 1659 erneuerte und 1864 bis 1868 neu gebaute Kapelle, die von Pilgern besucht wird; viele Anwohner holten früher dort auch ihr Trinkwasser, bis heute wird aus ihr das Taufwasser für die Taufen in der Andreas-Kirche in Schlebusch geholt. Am Sonntag nach Fronleichnam findet eine Wallfahrt statt. Durch Kanalarbeiten in den 1950er-Jahren wurde der Quellfluss gestört, seitdem wird das Wasser zu bestimmten Zeiten zum Ausfluss an der Westseite der Kapelle gepumpt.
In der Französischen Revolution mussten die Mönche am Palmsonntag 1791 das Kloster Morimond verlassen. Die Gebäude wurden nach und nach abgerissen, schließlich verkauft. Nur die Kirche blieb erhalten und diente als Brauerei, verfiel aber im Laufe des 19. Jahrhunderts zunehmend. Seit 1990 kümmert sich ein Verein um die letzten Reste, wieder errichtet wurde eine Kapelle, auch ein Restaurant wurde eröffnet, das aber inzwischen wieder geschlossen ist.
Kanonisation:
Gezelin wurde der Überlieferung zufolge von einem Bischof aus
Köln heiliggesprochen.
Patron
für Kindersegen; gegen Epilepsie bei Kindern, Augenleiden und Kopfschmerzen
Die
Gezelinkapelle in Alkenrath ist normalerweise
verschlossen; das Wasser der Quelle fließt täglich von 8.30 bis 11 Uhr und von 13 Uhr bis 18.30 Uhr, freitags aber erst
ab 9.15 Uhr. (2013)
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Autor: Joachim Schäfer
- zuletzt aktualisiert am 10.10.2026
Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• http://www.altenberger-dom.de/gezelin/geze1.htm#anfang_seite nicht mehr erreichbar
• Andreas Born - www.leverkusen.com - E-Mail vom 5. Januar 2004
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl.,
Bd. 4. Herder, Freiburg im Breisgau 1995
• https://fr.wikipedia.org/wiki/Abbaye_de_Morimond - abgerufen am 10.10.2026
korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
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