Ökumenisches Heiligenlexikon

Leo Dehon

Gedenktag katholisch: 12. August

Name bedeutet: der Löwe (latein.)

Mönch, Ordensgründer
* 14. März 1843 in La Capelle in Frankreich
12. August 1925 in Brüssel in Belgien


Leo, Sohn einer Familie wohlhabender Grundbesitzer, sollte nach dem Willen seines Vaters Rechtsanwalt werden und studierte Jura in Paris. Er selbst wollte Priester werden; sein Vater schickte ihn auf eine Reise ins Heilige Land, um ihn davon abzubringen, aber Leo blieb standhaft und studierte ab 1865 am Päpstlichen Französischen Priesterseminar in Rom Philosophie, Theologie und Kirchenrecht und schloss als Doktor ab. 1868 wurde er in der Kirche San Giovanni in Laterano in Rom zum Priester geweiht; noch im selben Jahr diente er als Stenograph beim 1. Vatikanischen Konzil. 1871 wurde er KaplanEin Kaplan (von lateinisch capellanus, „der einer Hofkapelle zugeordnete Kleriker”) ist im deutschen Sprachraum ein römisch-katholischer Priester in den ersten Jahren nach seiner Weihe, der in der Regel noch einem erfahrenen Pfarrer unterstellt ist. In manchen Bistümern wird er Vikar genannt - dies ist die Bezeichnung des kanonischen Kirchenrechts von 1983 - in anderen Kooperator. in St-Quentin, wo er das Leben der Arbeiterfamilien kennenlernte und zur Bekämpfung der Nöte eine katholische Zeitung, 1872 ein Jugendzentrum und 1877 ein kirchliches Gymnasium gründete. Damit neben allen Aktivitäten das Gebetsleben nicht leide, gründete er 1878 die Kongregation der Herz-Jesu-Priester; 1888 wurde der Orden päpstlich anerkannt.

Mit Publikationen und auf Kongressen in Frankreich und Italien warb er für die katholische Soziallehre im Sinne der 1891 veröffentlichten Enzyklika Rerum Novarum, neue Dinge, von Papst Leo XIII. Dehons 1894 erschienener Kommentar zu dieser Enzyklika fand weite Verbreitung und wurde in mehrere Sprachen übersetzt. Die Herz-Jesu-Priester breiteten sich aus in Belgien, Luxemburg, Holland, Italien, in Brasilien und im Kongo. 1908 wurde die erste deutsche Ordensniederlassung in Krefeld eröffnet, die sich besonders um die Seelsorge an Arbeitern kümmerte.

Dehon wurde in der Gruft der Herz-Jesu-Priester in St-Quentin bestattet, heute ist sein Grab in der Kirche St-Martin in St-Quentin, deren Bau er selbst begonnen hatte. Bei seinem Tod gehörten den Herz-Jesu-Priestern mehr als 500 Priester und Brüder an. Der Orden ist heute in ganz Europa, in den USA, in Brasilien und in der Mission tätig. 2010 gehörten 60 Brüder und Patres in Deutschland dem Orden an, weltweit sind es 2300 in 30 Ländern.

  Der Orden hat eine deutsche Homepage mit Informationen über die Arbeit der Kongregation und über ihren Gründer.

Aus der Lebensregel der Herz-Jesu-Priester:
Unser Ordensleben nimmt teil an der Entwicklung, an den Prüfungen und an der Suche der Welt und der Kirche.
Deshalb wird es beständig herausgefordert. Wir sind gehalten, seine Sendung, seine Formen der Anwesenheit und des Zeugnisses immer wieder zu überdenken und neu auszudrücken.
Der unverbrüchlichen Treue Gottes gewiß, in der Liebe Christi verwurzelt, wissen wir, dass unsere Wahl des Ordenslebens, um lebendig zu bleiben, von uns verlangt:
die beständige Begegnung mit dem Herrn im Gebet,
die dauernde Umkehr zum Evangelium
und die Verfügbarkeit des Herzens und des Verhaltens, um das HEUTE GOTTES aufzunehmen

Kanonisation: Leo Dehon sollte ursprünglich am 10. April 2005, dann nach überraschender Verschiebung am 24. April 2005 in Rom von Papst Johannes Paul II. seliggesprochen werden; nach dem Tod des Papstes wurde die Feier wieder verschoben. Der Prozess zur Seligsprechung wurde im Juni 2005 auf Anweisung von Papst Benedikt XVI. ausgesetzt, nachdem Historiker antisemitische Äußerungen in den Schriften Dehons gefunden hatten. So vertrat er die Auffassung, dass Juden von Bildung und hohen Staatsämtern ausgeschlossen werden sollten, Landbesitz sollte ihnen nicht zugänglich sein, sie sollten an spezieller Kleidung erkenntlich sein und in ihren Ghettos bleiben, wo ihnen nur bestimmte Geschäfte erlaubt sein sollten. Die Juden seien vereint im Hass gegen Christus.
Kardinal José Saraiva Martins, der Präfekt der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse im Vatikan, erklärte im September 2005, dass die eingesetzte Kommission ihre Arbeit beendet habe: Mehr kann ich dazu nicht sagen. Nur, dass es in diesem Fall, wie auch in allen anderen, im Interesse des Hl. Stuhls ist, die geschichtliche Wahrheit aufzudecken.

Leo Dehon (links) mit Missionaren, die in den Kongo abreisen, am 17. Mai 1906
Leo Dehon (links) mit Missionaren, die in den Kongo abreisen, am 17. Mai 1906

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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 03.07.2017

Quellen:

• http://www.oecumene.radiovaticana.org/TED/Articolo.asp?c=40373
• http://www.kreuz.net/article.1345.html
• http://www.30giorni.it/te/articolo.asp?id=9462
• G. Arnaiz, F. Colecchia, M. Panciera: Padre Dehon e i dehoniani, o.O. o.J. (2012)

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/1175439177 und http://d-nb.info/969828497 abrufbar.








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