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Ökumenisches Heiligenlexikon

Leo IV.

Gedenktag katholisch: 17. Juli
gebotener Gedenktag im Bistum Basel

Name bedeutet: der Löwe (latein.)

Papst
* um 790 in Rom
† 17. Juli 855 daselbst


Leo, Sohn von Radoald, wurde im Kloster von San Martino in Rom erzogen. Er wurde Subdiakon unter Papst Gregor IV. und Kardinalspriester an Santi Quattro Coronati unter Papst Sergius II. 847 wurde er als dessen Nachfolger zum Papst gewählt und ohne Zustimmung von Kaiser Lothar I. - der angeblich wegen Kriegszügen gegen die Sarazenen verhindert war - geweiht. Leo errang im Bund mit süditalienischen Hafenstädten 849 in einer Seeschlacht bei Ostia einen entscheidenden Sieg über die Sarazenen. Während das weltliche Kaisertum jener Zeit ohnmächtig war, schützte er Rom gegen die Araber mit Mauern, befestigte die Tibermündung und den westlich des Tibers gelegenen Teil der Stadt samt der Peterskirche durch die 848 bis 852 rund um die Kirche errichtete Leostadt; selbst in Amelia ließ er Befestigungsanlagen bauen. So stärkte er durch sein politisches Handeln die Stellung des Papsttums gegen den Kaiser.

850 krönte Leo Ludwig II. zum römischen (Mit-)Kaiser. Auch ihm gegenüber behauptete er die päpstliche Autorität, ebenso gegenüber dem Ost- und Westfrankenreich sowie dem englischen König Alfred „dem Großen”. Auch in Auseinandersetzungen mit Konstantinopel - dem heutigen Ístanbul -, Erzbischof Hinkmar von Reims, Erzbischof Johannes VII. von Ravenna und Gegenpapst Anastasius III. handelte er konsequent. Die meisten seiner Briefe sind nur fragmentarisch erhalten. Sie zeigen seine politischen und kirchenpolitischen Ansprüche und die Sorge um die an Rom auszurichtende kirchliche Disziplin auf. Dem dienten auch die Beschlüsse des Konzils in Rom von 853, das die Reformen von Papst Eugen II. erneuerte und erweiterte.

Raffael: Leo bei der Schlacht gegen die Sarazenen in Ostia, 1508, Stanza dell'Incendio di Borgo im Vatikan
Raffael: Leo bei der Schlacht gegen die Sarazenen in Ostia, 1508, Stanza dell'Incendio di Borgo im Vatikan

Leo IV. wurde in der Peterskirche beigesetzt. Im neuesten römischen Proprium wurde sein Gedenktag gestrichen.

Als Leos Nachfolgerin im Papstamt galt lange Zeit eine angebliche, weibliche Päpstin Johanna. Zweieinhalb Jahre lang habe sie, als Mann mit Namen Johannes Anglicus aus Mainz auftretend, das Papstamt innegehabt, bis man ihrem wahren Geschlecht auf die Schliche kam. Diese Legende verbreitete sich in verschiedenen Varianten vor allem ab dem 13. Jahrhundert. Zunächst berichten Chronisten von einer namenlosen Päpstin, die im 11. Jahrhundert amtiert haben soll. Der Dominikaner Martin von Troppau schließlich sprach in seiner Chronik 1277 erstmals von einer Johanna, die angeblich im 9. Jahrhundert als Johannes Anglicus zum Papst gekrönt wurde.

In der Schrift Eines Münchner Pilgerfahrt im Jubeljahr 1575, beschrieben von Dr. Jakob Rabus, Hofprediger zu München, hg. von K. Schottenloher, München, 1925, wird ausgeführt:

Bei S. Clement ist ein Ort, da Papst Joannes als ein Weib geboren haben soll. Das glaub, wem wohl mit Märlin ist. Ich hab bis anher dessen im wenigsten kein Grund erfahren können. Ist vor Zeiten ein Bild dagestanden, das hat Pius 5. lassen hinweg tun und aufbehalten, das hab ich mehrmals mit Fleiss beschaut. Ist ein antiquarische Statua keins Papsts, viel weniger einer Päpstin, sondern, wie ichs dafür halt, der Göttin Cybele. (Hält ein Ding wie ein Palmenzweig in der Hand). Es ist zu Dilligen von dieser Fabel durch Herrn Laurentium Albertum (Bericht vom Papst Johanne dem Achten, Dillingen 1572) und zu Ingolstadt durch Georgium Scherer (Ob es war sei, dass auf ein Zeit ein Papst zu Rom schwanger gewesen und ein Kind geboren habe, gründlicher Bericht, Ingolstadt 1584) ein feins Büchlin geschrieben worden, das mögen fromme Christen durchlesen, werden sie den Ungrund der Schwärmer mit Händen greifen.

Fast drei Jahrhunderte lang nahmen auch die Päpste und Angehörigen der KurieAls römische Kurie (von lateinisch curare = „pflegen, sich kümmern”) werden seit dem 11. Jahrhundert die Leitungs- und Verwaltungsorgane der katholischen Weltkirche in Rom genannt. Die Kurie ist für die Gesamtkirche zuständig, nicht für die Regierung des Staates Vatikan. diese Geschichte der Johanna von Ingelheim für bare Münze, sie stand in allen offiziellen Kirchengeschichtsbüchern. In der reformatorischen Polemik gegen das Papsttum spielte sie vom 15. Jahrhundert an wieder eine Rolle, bis der reformierte Kirchengeschichtler David Blondel Mitte des 17. Jahrhunderts die Legende als unhistorisch erwies.

Martin von Troppau: Päpstin Johanna

Catholic Encyclopedia

  Dokumente von Leo und seine Lebensgeschichte gibt es online zu lesen in den Documenta Catholica Omnia.

Die Kirche San Martino ai Monti in Rom ist täglich von 8 Uhr bis 12 Uhr und von 16 Uhr bis 19 Uhr geöffnet. (2017)
Die Kirche Santi Quattro Coronati in Rom ist täglich von 6.30 Uhr bis 12.45 Uhr und von 15.30 Uhr bis 20 Uhr geöffnet; für den Kreuzgang beträgt der Eintritt 2 €. (2017)
Der Petersdom - die Basilika Sancti Petri in Vaticano - in Rom ist täglich von 7 Uhr bis 19 Uhr, mittwochs erst ab 13 Uhr geöffnet, der Eintritt ist wie in alle Kirchen Roms frei. Die Vatikanischen Grotten unter der Peterskirche mit dem Petrusgrab sind vom linken vorderen Vierungspfeiler des Petersdoms aus zugänglich und können von 8 Uhr bis 18 Uhr kostenfrei besucht werden. Der Besuch der darunter liegenden Nekropole ist nur nach Anmeldung unter scavi@fsp.va und mit Führung möglich, diese kostet 13 €. Der Besuch des Museums in der Sakristei ist von 8.30 Uhr bis 18.30 Uhr möglich, der Eintritt beträgt 5 €; der Besuch des Daches des Petersdoms, von dem man auch die Kuppel besteigen kann, kostet 6 €, bei der Fahrt mit dem Aufzug 8 €. (2017)





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 26.07.2017

Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• Karl Heussi: Kompendium der Kirchengeschichte. J.C.B. Mohr (Paul Siebeck), Tübingen 1976
• http://www.oecumene.radiovaticana.org/ted/Articolo.asp?c=329087
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl., Bd. 6. Herder, Freiburg im Breisgau 1997
• Klaus Herbers. In: Friedrich-Wilhelm Bautz †, Traugott Bautz † (Hg.): Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon, Bd. IV, Herzberg 1992

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
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