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Ökumenisches Heiligenlexikon

Lucius von Chur

Gedenktag katholisch: 3. Dezember
nicht gebotener Gedenktag im deutschen Sprachgebiet: 2. Dezember
Hochfest im Bistum Chur: 2. Dezember
Diözesankalender Basel, Lausanne-Genf-Fribourg, St. Gallen und Sitten: 2. Dezember
in Chur: Übertragung der Gebeine: 9. Oktober

Gedenktag orthodox: 2. Dezember

Name bedeutet: der Leuchtende (latein.)

Glaubensbote, erster Bischof von Chur (?)
* in England (?) oder im Prättigau in der Schweiz
† im 5./6. Jahrhundert (?) im Prättigau (?) in der Schweiz


Altarbild: Lucius (rechts) mit einem Priester, um 1704, in der Kapelle Sogn Lezi in Disla, Ortsteil von Disentis
Altarbild: Lucius (rechts) mit einem Priester, um 1704, in der Kapelle Sogn Lezi in Disla, Ortsteil von Disentis

Lucius wirkte nach zuverlässiger Überlieferung als Glaubensbote in Rätien in der Gegend um den nach ihm benannten Luzisteig bei Landquart; ungesichert und unwahrscheinlich ist, dass er zum ersten Bischof der Stadt Chur ernannt wurde und - wie seine legendäre Schwester Emerita - als Märtyrer starb.

Nach der zwischen 780 und 818 von einem Churer KlerikerEin Kleriker ist in der orthodoxen, katholischen, anglikanischen und altkatholischen Kirche ein geweihter Amtsträger, der eine der drei Stufen des Weihesakraments - Diakon, Priester oder Bischof - empfangen hat. Im Unterschied zu den Klerikern bezeichnet man die anderen Gläubigen als Laien. Angehörige von Ordensgemeinschaften gelten, wenn sie nicht zu Priestern geweiht sind, als Laien und in der Orthodoxie als eigener geistlicher Stand. In den protestantischen Kirchen gibt es keine Unterscheidung von Klerus und Laien. verfassten Legende war Lucius ein britischer König, der seine Heimat verließ, um in der Gegend um Augsburg und dann in Rätien das Evangelium zu verkünden - möglicherweise als Begleiter des Valentin von Rätien. Die Legende berichtet, dass Lucius einen Bären, der einen seiner Ochsen zerrissen hatte, zwang, zusammen mit dem anderen Ochsen den Pflug zu ziehen. Als Bischof von Chur soll er dann am Luzisteig bei Landquart von erbosten Heiden in einen Brunnen geworfen, mit Steinigung bedroht, aber von Gläubigen gerettet worden sein.

Lucius' Gebeine wurden zunächst in der - heute abgegangenen - Stefanskirche in Churbestattet; dort wurde sein Grab 1848/49 entdeckt. Ende des 8. Jahrhunderts ist die Verehrung in der umgebauten vormaligen Andreaskirche, der nun nach ihm benannten St.-Luzi-Kirche in Chur in der für ihn errichteten, heute noch erhaltenen Ringkrypta nachgewiesen. 923 wurden die Reliquien geraubt, 1108 wiedergefunden und in den heute im Dommuseum befindlichen Luziusschrein gelegt. Seit dem 10./12. Jahrhundert wird Lucius als Bistumspatron verehrt, erst seit dem 14./15. Jahrhundert gilt er als erster Bischof von Chur.

Statue, 1511, heute in der Kirche des ehemaligen Klosters in Churwalden
Statue, 1511, heute in der Kirche des ehemaligen Klosters in Churwalden

Attribute: Zepter und Krone, Bär und Ochse
Patron von Chur; des Bistums Chur

Franz Elsensohn: Vom heiligen Luzius

Martyrologium Romanum Flori-Legium

  Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 27.07.2016

Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• P. Ezechiel Britschgi: Name verpflichtet. Christiana, Stein am Rhein, 1985
• Hiltgard L. Keller: Reclams Lexikon der Heiligen und der biblischen Gestalten. Reclam, Ditzingen 1984
• Bruno W. Häuptli, E-Mail vom 9. April 2005
• http://www.bistum-chur.ch/bistum_002.htm
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl., Bd. 6. Herder, Freiburg im Breisgau 1997
• http://www.bistum-chur.ch/info/der-bistumspatron-hl-luzius/

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
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