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Ökumenisches Heiligenlexikon

Vom heiligen Luzius


In den Berichten rund um den heiligen Luzius, den Kirchenpatron von Göfis, wird dieser oft als Adeliger der Pritanni bezeichnet, und nicht selten ist er deshalb sogar für einen englischen König gehalten worden, weil das Pritanni doch gar so sehr nach Britannien klingt. Damit ist jedoch jener Stamm gemeint, der dem benachbarten Prättigau den Namen gegeben hat. In Bildern und Statuen ist er dennoch meist als König mit Herrschaftssymbolen dargestellt.

In Wirklichkeit war dieser Luzius wohl ein Vornehmer dieses rätischen Stammes, der als einfacher Landpfarrer im vierten oder fünften Jahrhundert als Missionar im Tal der Landquart, im Bündner Rheintal und in Chur wirkte. Die schon in vorgeschichtlicher Zeit verwendete Ebene auf der Luziensteig erinnert an die Tätigkeit des Glaubensboten. Im südlichen Vorarlberg geht der verbreitete Familienname Lutz mit ziemlicher Sicherheit auf ihn zurück.

Eine bekannte Legende schildert nun, wie er einmal gemeinsam mit seiner Schwester Emerita über diese alte Römerstraße gezogen sei. Da hätten sich die beiden plötzlich einem Bären Auge in Auge gegenüber gesehen. Ihre beiden Zugochsen natürlich auch, und für einen von diesen endete die Begegnung schlimm, denn Meister Petz schlug ihn mit einem einzigen Prankenhieb tot. Da ging Luzius furchtlos auf das gefährliche Tier zu, packte es an den Haaren und pant den Beren an deß Ochsen stat und dieser must ziehen als der Ochs gethun hat..

Ein schlechter Tausch! Jedenfalls für den Bären, möglicherweise aber auch für Luzius! Näheres erzählt Thomas Lirer, aus dessen Schwäbischer Chronik der Bericht stammt, leider nicht. In einer anderen Version begegnet der Heilige einer Frau, die ihren mit Reisig beladenen Wa-gen nicht mehr zu ziehen vermag, und spannt einfach den Bären davor. Man geht wohl nicht fehl in der Annahme, dass Legenden dieser Art die Überlegenheit der neuen Religion über die alte Kultur zum Ausdruck bringen sollen. Tiere, die einst als Götter verehrt worden sind, stehen nun im Dienst eines christlichen Glaubensverkünders.

Vom späteren Schicksal berichten ebenfalls nur Legenden: Luzius soll auf Befehl eines oberrätischen Statthalters in Chur den Märtyrertod erlitten haben.

Seine Vita St. Lucii wurde um 780 im Kloster Pfäfers aufgezeichnet und befindet sich heute in St. Gallen. In ihr ist von Stierkälbern die Rede, die im Marswalde auf der Luziensteig als Götter verehrt worden seien. Als dann Luzius dagegen aufgetreten sei, habe man ihn in einen Teich geworfen, um ihn dort zu steinigen. Da seien auf das Gebet des Heiligen hin die Stiere gekommen und hätten seine Füße geleckt. Das habe seine Gegner überzeugt.

Klar, dass dann in späterer Zeit die kleine Erhebung zwischen dem liechtensteinischen Balzers und dem schweizerischen Maienfeld zu ihrem Namen St. Luzisteig gekommen ist. Klar auch, dass es dieser Luzius dann auch zum Schutzpatron des Churer Bistums gebracht hat, und zwar zum ersten. Und natürlich ist es auch nicht verwunderlich, dass sich in vielen Pfarren des südlichen Vorarlbergs eine mittelalterliche oder barocke Darstellung des Heiligen befindet, gehörte doch der Süden unseres Landes bis zum Jahr 1816 zur Churer Diözese.

Nach Anna Hensler soll Luzius auch das Peterskirchlein in Rankweil eingeweiht haben. Als Bischof von Chur sei er zu diesem Anlass auch eigens durch das Rheintal herab über die wilde Steig am Fuße der Falknis gekommen, welche noch heute seinen Namen trägt.

Oben aber auf der Passhöhe des Luziensteigs steht heute die Steigkirche St. Luzius, deren Ursprung ins neunte Jahrhundert zurückgeht und die im Sommer gern als Hochzeitskirche genutzt wird.

Zurück nach Göfis in die Pfarrkirche! Abbildungen des Kirchenpatrons sind hier nicht besonders zahlreich. Während in früheren Zeiten eine Darstellung des Heiligen auf dem Hochaltar war und sich außerdem in der Kirche ebenfalls ein Bild seiner Steinigung befand, ist er heute nur noch im dem von der Gemeinde gestifteten Fenster der Chorsüdwand zu sehen. Dort künden seit 1974 auch die Wappen von Chur, Göfis und Augsburg von den wichtigsten Stätten seines Wirkens bzw. seiner Verehrung. In der bayerischen Stadt soll er nach einer alten Biografie nämlich einige Zeit gewirkt haben.


Quelle: Franz Elsensohn

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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 09.09.2016
korrekt zitieren:
Franz Elsensohn: Artikel
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