Luglius und Luglianus
französische Namen: Lugle et Luglien Auch: Julius und Julianus
Gedenktag katholisch: 23. Oktober
Name bedeutet: ?
Luglius und Luglianus waren der legendarischen Überlieferung zufolge Söhne des Königs Dodon und seiner Frau Relanis, die um 696 eine Wallfahrt nach Rom unternahmen, aber mit ihrem Schiff in Boulogne-sur-Mer strandeten. Von dort kamen sie ins zum Bischof der damaligen Diözese Thérouanne und wirkten dann als Glaubensboten - Luglius wird deshalb auch Regionalbischof genannt. In Ferfay bei Arras, wo ihnen heute die kleine Kirche Saints-Lugle-et-Luglien geweiht ist, wurden sie von den Räubern Bovon, Hescelin und Berengar ermordet. Diese schnitten ihnen die Köpfe ab, zogen sie aus und warfen ihre Körper in einen Teich.
Die Leichname von Luglius und Luglianus wurden demnach wundersamer Weise vom Hochwasser bei einem Sturm an die Stelle des heutigen Gedenksteins in den Nachbarort Hurionville - heute ein Ortsteil von Lillers - getragen, wo der Bischof von Thérouanne ein Schloss hatte und die beiden beerdigte auf einer nahen bewaldeten Insel inmitten der Sümpfe. Dort wurde eine Kapelle errichtet, daraus wuchs dann der Ort Lillers bei Arras.
Reliquien Luglius und Luglianus lagen in der Stiftskirche in Lillers, diese gingen in der Französischen Revolution verloren. 950 fand ein blinder Mönch, der als Pilger an ihre Kapelle nach kam, dort sein Augenlicht wieder; er brachte dann einige der Reliquien nach Montdidier bei Amiens.
Das um 639 gegründete Bistum Thérouanne verschwand 1553, als Kaiser Karl V. die Stadt vernichtete; die offizielle Aufhebung erfolgte 1567. Von der Kathedrale und dem Bischofskomplex zeugen heute nur noch - sehr spärliche - Ausgrabungen. Seit 2009 gibt es wieder ein Titularbistum Thérouanne.
Die spärlichen Ausgrabungen von
Kathedrale und Bischofskomplex in Thérouanne sind
verschlossen, sie können nach Voranmeldung beim Tourismusbüro in Thérouanne im Rahmen einer Führung besucht werden. (2026)
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Autor: Joachim Schäfer
- zuletzt aktualisiert am 07.06.2026
Quellen:
• Vollständiges Heiligen-Lexikon …, 3. Band: [I]K-L. Herausgegeben von Johann Evangelist Stadler, B. Schmid'sche
Verlagsbuchhandlung (A. Manz), Augsburg, 1869
• https://fr.wikipedia.org/wiki/Lugle_et_Luglien - abgerufen am 20.01.2022
• https://fr.wikipedia.org/wiki/Lillers#Moyen_%C3%82ge - abgerufen am 20.01.2022
• https://archive.wikiwix.com/cache/index2.php?url=https%3A%2F%2Fwww.legendes-nord.woeb.fr%2Flegendes%2FFerfay%2Flegendes_ferfay.htm#federation=archive.wikiwix.com
- abgerufen am 20.01.2022
• https://pop.culture.gouv.fr/notice/merimee/PA00132967 - abgerufen am 06.06.2026
korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der
Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über
https://d-nb.info/1175439177 und https://d-nb.info/969828497 abrufbar.