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Ökumenisches Heiligenlexikon

Märtyrer von Nagasaki

Gedenktag katholisch: 6. Februar
gebotener Gedenktag
Ordenskalender der Franziskaner-Observanten und der Kapuziner
gebotener Gedenktag in Belgien und in Neuseeland: 7. Februar
Todestag: 5. Februar

Gedenktag evangelisch: 5. Februar (ELCA)

Gedenktag anglikanisch: 6. Februar

Märtyrer
† 5. Februar 1597 auf dem Berg Tateyama (Weizenberg) in Nagasaki in Japan


26 Missionare des Franziskanerordens und der Jesuiten sowie zum Katholizismus übergetretene Japaner wurden auf Befehl des japanischen Samurai-Feldherrn und Politikers Toyotomi Hideyoshi (豊臣秀吉) unter Kaiser Go-Yōzei (後陽成), die zuerst den Missionaren gewogen waren, dann aber 1587 alle missionarische Tätigkeit verboten und die Missionare auswiesen, gemeinsam gekreuzigt. Anlass waren Konflikte zwischen portugiesischen Jesuiten und 1593 nach Japan gekommenen Franziskanern aus Spanien; als 1596 das spanische Schiff San Felipe mit Waffen an Bord strandete, betrachtete Hideyoshi die Missionare als Wegbereiter einer drohenden europäischen Invasion und ließ die im Land verbliebenen töten. Diese waren:

Altar für Franz Blanco in der Kathedrale in Ourense
Altar für Franz Blanco in der Kathedrale in Ourense
Installation in der Kathedrale in Ávila, in der Petrus 1557 bis 1559 als Kantor wirkte
Installation in der Kathedrale in Ávila, in der Petrus 1557 bis 1559 als Kantor wirkte
Denkmal für die 26 Märtyrer in Nagasaki
Denkmal für die 26 Märtyrer in Nagasaki

Nach ihrer Gefangennahme wurde ihnen das linke Ohr abgeschnitten, dann wurden sie von Stadt zu Stadt geführt, wo ihre Verbrechen - Predigt des ungesetzlichen Christenglaubens bzw. deren Unterstützung - öffentlich bekannt gemacht wurden und sie den Misshandlungen der Menge anheimgestellt waren.

Petrus Baptista Blásquez berichtete in einem Brief:

Von den Brüdern, die hier in Japan sind, wurden sechs gefangen genommen und mehrere Tage im Kerker festgehalten. Dazu kommen drei japanische Jesuiten und noch andere Christen; insgesamt sind wir 24. … Nach einem Urteilsspruch sollen wir gekreuzigt werden, weil wir entgegen dem königlichen Gebot das Gesetz Gottes verkündet haben, die übrigen, weil sie Christen sind. Die für Christus zu sterben wünschen, haben jetzt Gelegenheit dazu.
Das über uns gefällte Urteil ist auf eine Tafel geschrieben und wird vor uns hergetragen. Darauf steht, wir seien verurteilt worden, weil wir das christliche Gesetz verkündet hätten im Gegensatz zu dem des Machthabers. … Man führte uns aus dem Gefängnis und lud uns auf Wagen. Allen wurde ein Teil eines Ohres abgeschnitten. So fuhren sie uns durch die Straßen von Kyoto, begleitet von sehr viel Volk und Soldaten. Danach steckten sie uns wieder ins Gefängnis. Am andern Tag banden sie uns die Hände auf den Rücken und brachten uns unter Begleitung von Reitern nach Osaka. Am folgenden Tag holten sie uns wieder aus dem Gefängnis, ließen uns auf Pferden aufsitzen und führten uns durch die Straßen der Stadt. Dann brachten sie uns in die Stadt Sakai, dort trieben sie es ebenso mit uns. In diesen Städten war immer ein öffentlicher Ausrufer dabei. Dass wir zum Tod verurteilt waren, wussten wir. Aber erst in Osaka erfuhren wir von dem Beschluss, dass wir dafür nach Nagasaki weitermussten.

Vor ihrer Hinrichtung weigerten sich alle, dem Christentum zu entsagen. Bei der japanischen Kreuzigung wurde den Todeskandidaten je eine Eisenklemmplatte um die Handgelenke, die Knöchel und die Kehle gelegt, ein Spreizstück zwischen die Beine gesetzt, dann die Person mit einer Lanze jeweils durch die linken und rechten Rippen in Richtung zur gegenüberliegenden Schulter durchbohrt.

Kanonisation: Die 26 Märtyrer von Nagasaki wurden 1627 von Papst Urban VIII. selig- und am 8. Juni 1862 von Papst Pius IX. heiliggesprochen.

Catholic Encyclopedia

  Ein englischsprachiger Artikel des Jesuiten Diego Yuki informiert über The Martyr's Hill Nagasaki in einer pdf-Datei.





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 07.10.2017

Quellen:

• Kapuzinerbuder Martin Steger, Antoniusblatt 2/2009, Meran
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl., Bd. 8. Herder, Freiburg im Breisgau 1999

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
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