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Ökumenisches Heiligenlexikon

Nikolaus Rusca

italienischer Name: Nicolò

Gedenktag katholisch: 4. September

Name bedeutet: der Sieger über das / aus dem Volk (griech.)

Priester, Märtyrer
* 20. April, 1563 in Bedano bei Lugano in der Schweiz
4. September 1618 in Thusis in Graubünden in der Schweiz


Stiftskirche in Sondrio
Stiftskirche in Sondrio

Nikolaus' Vater Giovanni Antonio war Notar aus der alten und edlen Familie der Rusconi, die ursprünglich aus Como stammte, seine Mutter hieß Daria. Nikolaus' beiden jüngere Brüder wurden ebenfalls Priester, seine Schwester Nonne. Nach einem Jahr am Collegio Romano der Jesuiten in Rom studierte er weiter am von Karl Borromäus gegründeten Helevetischen Kolleg im Palazzo del Senato in Mailand und wurde 1587 zum Priester geweiht. An der Universität in Pavia wurde er dann 1591 zum Doktor drer Theologie promoviert.

1590 wurde Nikolaus Rusca Erzpriester in Sondrio. Seit 1512 unterstand das Veltlin - das Tal um Sondrio - der Republik der Drei Bünde - dem heutigen Kanton Graubünden, der damals ein Verbündeter der Schweizerischen Eidgenossenschaft, aber noch kein Mitgliedsstaat war. Dort wurde 1526/1527 die Reformation eingeführt, aufgrund eines Toleranzedikts blieb aber die katholische Messe erlaubt; für die im katholischen Italien verfolgten und oft von der Inquisition gejagten Protestanten wurde das Veltlin zum Zufluchtsort. Nach dem Konzil von Trient begann der Bischof von Como hier mit Aktivitäten zur Gegenreformation, unterstützt auch durch Karl Borromäus. Nikolaus Rusca wirkte nach seinem Amtsantritt in Sondrio aufopferungsvoll mit an all diesen Bemühungen, erteilte Katechismusunterricht, gründete eine Schule für Kinder und für Erwachsene die Einrichtung Gesellschaft des Allerheiligsten SakramentsDie Eucharistie - von griechisch „ευχαριστειν, Dank sagen” - vergegenwärtigt das heilvolle Sterben Jesu Christi. Die Römisch-Katholische, die Orthodoxe und die Anglikanische Kirche nennen diese Mahlfeier im Anschluss an 1. Korintherbrief 11, 24 Eucharistie, die Evangelischen Kirchen sprechen von „Abendmahl” im Anschluss an Markusevangelium 14, 17 und 1. Korintherbrief 11, 23.. Er renovierte die Stiftskirche und kämpfte - allerdings erfolglos - gegen die von den Reformierten betriebene Einrichtung einer öffentlichen Schule in Sondrio. Nach Beginn des 30-jährigen Krieges 1618 verschärften sich die Konflikte zwischen Katholiken und Protestanten auch in Sondrio; Rusca wurden Pläne zu Ermordung eine reformierten Pfarres vorgeworfen oder die Aufhetzung von graubündischen Soldaten zur Fahnenflucht, er wurde aber jeweils vom Gericht freigesprochen.

Bei einer Versammlung der Reformierten in Thusis in Graubünden wurde ein Strafgericht eingerichtet zur Verurteilung von Landesverrätern. Nikolaus Rusca wurde zusammen mit anderen katholischen Priestern der Unterstützung der katholischen Spanier und des Landesverrats angeklagt; die anderen konnten dem Gericht entkommen, aber Nikolaus wurde in der Nacht vom 24. auf den 25. Juli 1618 in Sondrio gefangen genommen, ab 1. September in Thusis vor Gericht gestellt und auch gefoltert, so dass er schließlich starb.

Nikolaus wurde auf Anordnung des Gerichts in Thusis bestattet. Der Leichnam wurde im Juli 1619 heimlich ausgegraben und ins Kloster nach Pfäfers bei Chur gebracht. 1634 kam eine Beinreliquie in die Stiftskirche nach Sondrio; nach Schließung der Abtei Pfäfers kamen 1845 die restlichen Gebeine nach Como und von dort 1852 nach Sondrio.

Kanonisation: Nikolaus Rusca wurde am 21. April 2013 in Sondrio durch Kardinal Angelo Amato, dem Präfekten der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse, im Auftrag von Papst Benedikt XVI. seliggesprochen.





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 21.10.2021

Quellen:
• https://it.wikipedia.org/wiki/Nicol%C3%B2_Rusca

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/1175439177 und http://d-nb.info/969828497 abrufbar.


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