Ökumenisches Heiligenlexikon

Petrus I. von Alexandria

koptischer Name Ⲡⲉⲧⲣⲟⲥ ⲡⲁⲡⲁ ⲛ︦ⲧⲉⲣⲁⲕⲟϯ - Petros papa nterakoti = Papst alexandrinischer

3 Gedenktag katholisch: 25. November
Gedächtnis IV. Klasse      Im alten Messbuch entspricht die IV. Klasse einem nichtgebotenen Gedenktag. Grundsätzlich werden offiziell alle Klassen als „Feste” bezeichnet, da der Rang ja nicht durch das Wort „Fest”, sondern durch die Klasse gekennzeichnet wird.
Trifft ein Fest IV. Klasse auf den selben Tag wie ein Fest III. Klasse, dann kann das Fest IV. Klasse nie gefeiert, sondern immer nur kommemoriert werden. Um ein solches „nichtfeierbares” Fest IV. Klasse zu kennzeichnen, bezeichnen wir es nicht als „Gedenktag”, sondern als „Gedächtnis” IV. Klasse.
26. November

1 Gedenktag orthodox: 24. November, 25. November

1 Gedenktag armenisch: 11. Januar, 25. November
liturgische Feier als 2. Gedenktag nach Theophanie

1 Gedenktag koptisch: 25. November
Weihe seiner Kirche bei Alexandria: 26. Januar
bedacht in der Basilius-Anaphora      Als Anaphora (griechisch: Erhebung) wird das Hochgebet bezeichnet, das liturgisch auf das Abendmahl hinführt.

1 Gedenktag äthiopisch-orthodox: 25. November
Weihetag seiner Kirche: 26. Januar

1 Gedenktag syrisch-orthodox: 25. Mai, 24. November, 25. November, 26. November, 16. Dezember, 25. Dezember
Tag der Krönung: 29. Mai

Name bedeutet: der Fels (griech. - latein.)

Patriarch von Alexandria, Märtyrer
* in Alexandria in Ägypten
† 15. November 311im November 311 in Baukalis, heute in Alexandria(?) in Ägypten


Petrus war nach den Bischofslisten der 17. Patriarch von Alexandria. Er wurde um 300 Nachfolger von Theonas. In der Zeit der Verfolgungen unter Kaiser Diokletian floh er um 306; gegenüber den unter dieser Bedrängung vom Glauben Abgefallenen war er milde, deshalb kam es zu einer Spaltung der alexandrinischen Kirche und einem Gegenpatriarchen: Melitius von Lykopolis - dem heutigen Asyut; er wurde 306/307 durch eine SynodeSynode (altgriech. für Zusammenkunft) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten. In der alten Kirche wurden "Konzil" und "Synode" synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet. in Alexandria abgesetzt. Nachdem Kaiser Galierus 311 das Toleranzedikt erlassen hatte, das die Christenverfolgung beendete und das Christentum zur erlaubten Religion erklärte, kehrte Petrus in sein Amt zurück. Kurz danach starb er in den Verfolgungen unter Galierus' Nachfolger Maximinus Daia, indem er im Vorort Baukalis - an der selben Stelle wie Markus - getötet wurde.

Petrus verfasste Schriften Über die Gottheit Christi, Über das Passah-/Osterfest , dazu Über die Seele und Über die Auferstehung, die sich gegen Origines' Lehren über die Präexistenz der Seele und die Auferstehung des Leibes, wonach der Logos den Körper in neue Formen ändert, wenden. Diese Schriften sind nur fragmentarisch in Zitaten erhalten. Petrus gilt als der erste Bischof, der Maria den Beinamen Eparthenos – fortwährende Jungfrau verlieh, indem er schrieb: Jesus Christus wurde nach dem Leib von Maria (unserer ruhmreichen Herrin, Mutter Gottes [Theotokos], der fortwährenden Jungfrau [Eparthenos] geboren.

Zusammen mit Petrus werden Bischof Hesychius und die in Ägypten wirkenden Bischöfe Pachomius und Theodor sowie viele andere verehrt, die in den Jahren von 305 bis 311 als Märtyrer starben.

Eusebius von Cäsarea rühmte Petrus' tugendhaftes Leben und seine Vertrautheit mit der Heiligen Schrift. Demnach starben mit Petrus auch die Priester Faustus und Gefährten. Die Märtyrerakten über die Verhandlungen gegen Petrus wurden erst sehr viel später erstellt, sie sind legendär. Petrus wird in der Koptischen Kirche als letztes Opfer der Verfolgungen betrachtet und deshalb Siegel der Märtyrer genannt.

Worte des Heiligen

Zum Begriff Bekenner:
Wenn einige viel Gewalt und Zwang erdulden mussten und ihr Mund mit Eisen verschlossen wurde und sie gefesselt wurden und sie in gläubiger Gesinnung ausharrten, ihre Hände vom Feuer versengt und sie so gegen ihren Willen zu einem frevelhaften Opfer geschleppt wurden, können sie nach dem Zeugnis auch der übrigen Brüder in der Liturgie unter die Bekenner gerechnet werden, wie auch die, die mit zahlreichen Folterqualen dem Tode nahegebracht nicht mehr sprechen, sich äußern und bewegen können, um denen zu widerstehen, die sie vergeblich dazu zwingen wollen, sie aber ihrem schamlosen Verhalten nicht zustimmten. So schrieben mir die dreimalig seligen Märtyrer aus dem Gefängnis über die [Christen] in Libyen, so auch andere Diener [Gottes]. Er wird also unter die Bekenner gerechnet werden wie jeder, der nach Timotheus sein Leben ausrichtet im Gehorsam gegenüber seinem Wort: Strebe nach Gerechtigkeit, Frömmigkeit, Glauben, Liebe, Standhaftigkeit und Sanftmut! Kämpfe den guten Kampf des Glaubens, ergreife das ewige Leben, zu dem du berufen worden bist und für das du vor vielen Zeugen das gute Bekenntnis abgelegt hast. [1. Timotheusbrief 6, 11f]

Quelle: S. Petri Alexandrini Episcopi Canon 14. In: Patrologia Latina 18, Sp. 505f; eigene Übersetzung

Die Tradition des Wochenfastens:
Keiner wird uns tadeln, wenn wir den Mittwoch und den Freitag (quarta et sexta feria) einhalten, an denen es uns gemäß der Tradition mit gutem Grund aufgetragen ist zu fasten: den Mittwoch, weil die Juden [an diesem Tag] den Beschluss fassten, den Herrn zu verraten; den Freitag aber, weil er [an diesem Tag] gelitten hat. Den Tag des Herrn aber feiern wir als Tag der Freude, weil er an ihm auferstanden ist: An ihm beugen wir der Überlieferung nach auch nicht die Knie.

Quelle: S. Petri Alexandrini Episcopi Canon 15. In: Patrologia Latina 18, Sp. 507f; eigene Übersetzung

zusammengestellt von Abt em. Dr. Emmeram Kränkl OSB,
Benediktinerabtei Schäftlarn

Martyrologium Romanum Flori-Legium

Catholic Encyclopedia

Schriften von Petrus und den Bericht des Eusebius von Cäsarea in seiner Kirchengeschichte über Die Märtyrer dieser Zeit gibt es auf Deutsch zu lesen in der Bibliothek der Kirchenväter der Université Fribourg.

Die Schriften von Petrus gibt es online in englischer Sprache zu lesen in den Documenta Catholica Omnia.

Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon



Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 23.10.2026

Quellen:
•
• http://koptisch.wordpress.com/2010/08/08/zu-marien-fastenzeit-die-fortwahrende-jungfraulichkeit-der-heiligen-maria - abgerufen am 19.08.2024
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl., Bd. 8. Herder, Freiburg im Breisgau 1999

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
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