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Ökumenisches Heiligenlexikon

Verena von Zurzach

Gedenktag katholisch: 1. September
gebotener Gedenktag im Bistum Basel
nicht gebotener Gedenktag im Bistum Freiburg i.Br.

Name bedeutet: die Behutsame (latein.)

Glaubensbotin bei den Alemannen, Wohltäterin, Einsiedlerin
* 250 (?) in Theben in Ägypten (?)
† 344 (?) in Tenedo, heute (Bad) Zurzach in der Schweiz


Nikolaus-Kapelle, dahinter die Höhle, in der Verena gelebt haben soll, an der Einsiedelei in der St.-Verena-Schlucht bei Solothurn
Nikolaus-Kapelle, dahinter die Höhle, in der Verena gelebt haben soll, an der Einsiedelei in der St.-Verena-Schlucht bei Solothurn

Legenden berichten, dass Verena als Tochter wohlhabender Eltern zur Welt kam und in ihrer Heimatstadt von Bischof Chaeremon getauft wurde. Um 300 kam sie mit der Thebäischen Legion des Mauritius, der ihr Vetter war, bis nach Mailand, lebte dort im Haus des heiligen Mannes Maximus und ernährte und bestattete gefangene Mitchristen. Als sie von der Enthauptung des Mauritius und seiner Gefolgschaft in Agaunum - dem heutigen St-Maurice - hörte, zog sie dorthin, um auch diese zu bestatten. Dann zog sie weiter nach Solothurn, wo inzwischen auch Victor - nach mancher Legendenfassung ihr Verlobter - und Ursus den Märtyrertod erlitten hatten. Sie ließ sich dort nieder in einer Einsiedelei, einer Höhle in der später nach ihr benannten Verena-Schlucht bei Solothurn.

Aufgrund ihrer heilenden Kräfte wurde Verena vom Volk als Heilige betrachtet; Kranke suchten sie in ihrer Einsiedelei auf, um durch ihre Wundertaten zu genesen. Bald schon gesellten sich andere junge Frauen zu ihr und bildeten mit ihr eine Gemeinschaft. Verena ernährte sich und die mit ihr lebenden Mädchen durch den Verkauf von Handarbeiten und brachte viele Alemannen zum Glauben, wurde aber schließlich vom christenfeindlichen Stadtkommandanten Hirtacus gefangen gesetzt. Im Gefängnis erschien ihr Mauritius, im himmlischen Licht strahlend, und stärkte ihren Glauben. Als Hirtacus erkrankte und von Verena geheilt wurde, ließ er sie frei, wies sie aber aus.

Insel bei Koblenz an der Mündung der Aare (rechts) in den Rhein (links)
Insel bei Koblenz an der Mündung der Aare (rechts) in den Rhein (links)

Verena soll dann auf einem flachen Stein - oder einem Mühlstein - den Fluss Aare hinunter gefahren sein. In Koblenz, damals eine kleine römische Siedlung, machte sie einen langen Zwischenhalt auf einer Insel im Rhein, befreite diese von Schlangen und widmete sich erneut der Krankenpflege.

Verena kam dann ins nahe römische Kastell Tenedo - den heutigen Ort (Bad) Zurzach wo sie Hausgehilfin des Priesters wurde. Mit Krug und Kamm ging sie jeden Tag vor die Stadtmauer und wusch damit die Aussätzigen. Als sie beschuldigt wurde, Wein und Brot unrechtmäßig zu den Armen zu tragen, verwandelte sich der Wein in Wasser. Der Ring des Priesters, den dieser zur Fastenzeit nicht tragen wollte, wurde ihr zur Aufbewahrung gegeben; ein Diener stahl ihn, fürchtete entdeckt zu werden und warf ihn in den Rhein; ein Fischer brachte einen großen Fisch zum Geschenk, Verena zerlegte ihn und fand den Ring. Der Priester ließ ihr nun eine Zelle in Zurzach bauen, wo sie bis zu ihrem Tod mit dem heilenden Wasser einer Quelle Kranken das Haupt wusch, sie kämmte, heilte und salbte. In ihrer Todesstunde erschien Verena Maria mit vielen heiligen Frauen, die sie in den Himmel leiteten.

Wohl im 5. Jahrhundert wurde über Verenas Grab an der alten Römerstraße an der Stelle des heute nach ihr benannten Münsters in Bad Zurzach eine Kirche gebaut, um 745 auch ein Benediktinerkloster, das im 13. Jahrhundert zum Chorherrenstift umgewandelt und 1876 aufgehoben wurde. Eine erste Lebensgeschichte wurde 890 im Kloster Reichenau, eine weitere mit den Ergänzungen über ihr Wirken in Koblenz und Zurzach entstand im Kloster in Zurzach wohl im 10. Jahrhundert, eine Sammlung ihrer Wunder wurde um 1000 verfasst. Zurzach gehörte ab dem 10. Jahrhundert zu den beliebtesten Wallfahrtsorten und ist heute noch Ziel vieler Pilger; Verena wurde eine der am meisten verehrten Heiligen der Schweiz.

Bronzefigur am Brunnen im Münster in Bad Zurzach
Bronzefigur am Brunnen im Münster in Bad Zurzach

Im Verena-Münster in Bad Zurzach liegt die Armreliquie, eine wertvolle Goldschmiede-Arbeit aus dem 14. Jahrhundert; auch im Münster in Radolfzell werden Reliquien verwahrt, die Kirche des Klosters in Rot an der Rot ist ihr geweiht, das 1256 erstmals urkundlich erwähnte Kirchlein St. Verena bei Lengstein am Ritten nahe Bozen ist nach ihr benannt. Die Einsiedelei in der Verena-Schlucht bei Solothurn ist ein Wallfahrtsort.

Attribute: Kamm, als Nonne mit Krug und Kamm bzw. Krug und Brot
Patronin der Armen und Notleidenden, Pfarrhaushälterinnen, Müller, Fischer und Schiffer; für Kindersegen; des Bistums Basel

Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon

  Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon

Gedicht von Silja Walter am Verena-Brunnen im Münster in Bad Zurzach:

Verena - Die Quelle
Sie trug
im Krug
das gläserne Meer
   und wusste es nicht.
   Doch wie er zerbricht,
läuft es aus,
läuft es aus
mit Harfengebraus
in die Welt.

Nun ist sie
Christi
kristallenes Haus,
   da brausen
   da brausen die Wasser
   des Lebens heraus
Quelle
Ozean
Gott !




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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 01.03.2016
korrekt zitieren:
Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/969828497 abrufbar.

Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• Hiltgard L. Keller: Reclams Lexikon der Heiligen und der biblischen Gestalten. Reclam, Ditzingen 1984
• http://www.suedtirolerland.it/suedtirol/siteSLdeSLe2wSLarticle.phpQMQidEQQ1191NNDcategory_idEQQ77.html
• http://www.azonline.ch/pages/index.cfm?dom=2&sda=1&rub=100004861&nrub=0&sda=1&Artikel_ID=101029552
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl., Bd. 10. Herder, Freiburg im Breisgau 2001