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Ökumenisches Heiligenlexikon

Paulizianer


Die Paulizianer waren Anhänger einer Irrlehre, die im Verlauf des 7. Jahrhunderts in der Armenischen Kirche entstand, sich bis nach Byzanz - dem heutigen Ístanbul - in der Orthodoxen Kirche ausbreitete und erstmals 719 auf der Synode von Dvin erwähnt wurde. Mit ihrer aus dem Manichäismus entlehnten dualistischen Welterklärung lehnten die Paulizianer das Alte TestamentWir verwenden den Begriff Altes Testament, wissend um seine Problematik, weil er gebräuchlich ist. Die hebräische Bibel, der „Tanach” - Akronym für „Torah” (Gesetz, die fünf Bücher Mose), „Nevi'im” (Propheten) und „Kethuvim” (Schriften) - hat aber natürlich ihre unwiderrufbare Bedeutung und Würde., Teile des Neuen Testaments, religiösen Kult, die Verehrung von Ikonen und Reliquien sowie alle kirchliche Hierarchien ab, so auch das Kreuz als Symbol des Christentums, da es ein heidnisches Folter- und Mordwerkzeug darstelle. Die Lehre über Christus trug gnostische Züge, die Paulizianer sahen in Jesus einen gottgesandten Propheten, lehnten aber seine Gleichsetzung mit Gott und jegliche Marienverehrung ab.

Die Anhänger dieser Irrlehre nannten sich selbst Christen, wurden aber von ihren Gegnern abschätzig als Paulizianer bezeichnet, da sie sich in Glaubensfragen besonders auf den Apostel Paulus und auf Paulus von Samosata - heute im Atatürk-Stausee versunken - beriefen. Die soziale Gleichheit der Menschen war für die Paulizianer die Grundlage der christlichen Gemeinschaft. Ihre Ablehnung des KlerusEin Kleriker ist in der orthodoxen, katholischen, anglikanischen und altkatholischen Kirche ein geweihter Amtsträger, der eine der drei Stufen des Weihesakraments - Diakon, Priester oder Bischof - empfangen hat. Im Unterschied zu den Klerikern bezeichnet man die anderen Gläubigen als Laien. Angehörige von Ordensgemeinschaften gelten, wenn sie nicht zu Priestern geweiht sind, als Laien und in der Orthodoxie als eigener geistlicher Stand. In den protestantischen Kirchen gibt es keine Unterscheidung von Klerus und Laien., der Kirchenorganisation und von Kulthandlungen führte zur unversöhnlichen Ablehnung durch die oströmische Kirche und durch den Adel; die Paulizianer wurden mit allen - auch militärischen - Mitteln bekämpft, dennoch verbreiteten sich die Lehren, v. a. unter der bäuerlichen Bevölkerung in Kleinasien. Die ursprünglich streng pazifistischen Paulizianer bewaffneten sich nun zunehmend und gingen dazu über, ein eigenes Staatswesen aufzubauen mit der Hauptstadt Tephrike - dem heutigen Divriği bei Sivas. 843 befahl Kaiserin Theodora II., „die Jüngere” die Vernichtung der Paulizianer, mehr als 100.000 Anhänger fielen Massenhinrichtungen zum Opfer. Denoch konnten sich die Paulizianer halten, 871 gelang ihnen ein siegreich Feldzug und die Eroberug von Ephesus - den heutigen Ruinen bei Selçuk -; der Antwort des Kaisers Basileios I. konnten sie aber nicht standhalten, ihre Hauptstadt fiel, die Gemeinden der Paulizianer wurden zerschlagen, die überlebenden Anhänger mussten ihrem Glauben abschwören, viele wurden zwangsweise in andere Gebiete umgesiedelt. Ein Teil der Paulizianer wurde nach Thrakien verbannt, sie gingen dort teilweise in den Bogomilen auf.





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 21.10.2018

Quellen:

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/969828497 abrufbar.