Antonia von Orléans
französischer Name: Antoinette d'Orléans-Longueville
auch: de Aurelia
Gedenktag katholisch: 22. April
Name bedeutet: aus dem Geschlecht der Antonier (latein.)
Antonia, Tochter des hochadeligen Grafen Léonor d'Orléans-Longueville von Orléans und der Gräfin Marie de Bourbon, einer Nachfahrin von König Ludwig IX. von Frankreich, heiratete im Alter von 15 Jahren den 18-jährigen Herzog und General Charles de Gondi, mit dem sie zwei Söhne hatte. Als de Gondi im Mai 1596 den ihm als Besitz zugesagten Mont Saint-Michel einnehmen wollte, wurde er bei einem Gefecht getötet und zunächst in der Kirche des damaligen Kartäuserklosters - heute das Kloster der Visitantinnen - in Nantes bestattet. Antonia zog dann auf die im Familienbesitz stehende - heute in Ruinen liegende - Burg nach Machecoul bei Nantes und gründete in der Stadt das damalige Kapuzinerkloster - auf dem Gelände des heutigen Gymnasiums Saint Joseph - und ließ die Gebeine ihres innig geliebten Mannes dorthin übertragen.
1599 trat Antonia ins damalige Kloster - heute
Sitz der liberalen jüdischen Gemeinde - der Feuillantinerinnen - einem strengen Reformzweig der
Zisterzienserinnen - in Toulouse ein, wo sie den Namen Antoinette von der heiligen
Scholastika annahm und 1604 Priorin wurde. 1605 nötigte ihre Tante Éléonore
de Bourbon, die Äbtissin des mächtigen Klosters
Notre-Dame in Fontevrault - dem heutigen Fontevraud-l'Abbaye bei Angers - sie, das Leben bei den Feuillantinnen in
Toulouse aufzugeben, um bei der Reform des Ordens von Fontevraud zu helfen. Sie lehnte dann aber die Übernahme des Amtes der
Äbtissin in diesem Kloster ab und gründete 1617 ihren eigenen neuen Orden, die Kongregation Bénédictines de Notre-Dame
du Calvai
, Benediktinerinnen Unserer Lieben
Frau vom Kalvarienberg
mit dem ersten damaligen
Kloster - an der Stelle eines heutigen kommunalen
Verwaltungsgebäudes - in Poitiers, dem sieben weitere folgten, darunter eines in Paris im
Petit Palais du Luxembourg. Antonia starb im Ruf
der Heiligkeit.
Der Orden der Benediktinerinnen Unserer Lieben
Frau vom Kalvarienberg
wurde 1621 von Papst Gregor XV. anerkannt. Die Kongregation wurde 1791 während der Französischen
Revolution unterdrückt, Rosalia du Verdier de la Sorinière wurde
in Angers guillotiniert. Zu Beginn des
19. Jahrhunderts versammelten sich die Benediktinerinnen wieder und gründeten sieben neue Klöster. 1987 schloss sich der Orden
der Kongregation von Subiaco an.
Heiligenlexikon
als USB-Stick oder als DVD
Unterstützung für das Ökumenische Heiligenlexikon
Artikel des Ökumenischen Heiligenlexikons bei Google gezielt anzeigen
Seite zum Ausdruck optimiert
Unser Reise-Blog:
Reisen zu den Orten, an denen die
Heiligen lebten und verehrt werden.
Empfehlung an Freunde senden
Artikel kommentieren / Fehler melden
Fragen? - unsere FAQs antworten!
Impressum - Datenschutzerklärung
Schauen Sie sich zufällige Biografien an:
Cäsarius von Nazianz
Bifam
Offa von Essex
Autor: Joachim Schäfer
- zuletzt aktualisiert am 29.08.2026
Quellen:
• Vollständiges Heiligen-Lexikon …, 1. Band: A-D. Herausgegeben von Johann Evangelist Stadler und Franz Joseph
Heim, B. Schmid'sche Verlagsbuchhandlung, Augsburg, 1858
• https://fr.wikipedia.org/wiki/Antoinette_d%27Orl%C3%A9ans-Longueville - abgerufen am 28.08.2026
• https://www.facebook.com/ToulouseArchives/posts/situ%C3%A9e-dans-le-quartier-de-saint-cyprien-la-rue-des-feuillants-tire-son-nom-de-l/1081022220495126/
- abgerufen am 28.08.2026
• https://www.persee.fr/doc/arcme_0153-9337_1999_num_29_1_941_t1_0256_0000_2 - abgerufen am 29.08.2026
• https://fr.wikipedia.org/wiki/B%C3%A9n%C3%A9dictines_de_Notre-Dame_du_Calvaire - abgerufen am 29.08.2026
korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der
Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über
https://d-nb.info/1175439177 und https://d-nb.info/969828497 abrufbar.