Ladislaus Goral
polnischer Name: Władysław
Gedenktag katholisch: 26. April
Name bedeutet: der ruhmreiche Herrscher (slawisch - latein.)
Ladislaus Goral trat 1916 ins Priesterseminar
in Lublin ein, ab 1920 studierte er an der Päpstlichen
Universität Gregoriana in Rom und wurde dort noch im selben Jahr zum Priester geweiht. 1924 wurde er an der
Universität in Fribourg in der Schweiz zum Doktor
promoviert. 1926 kehrte er nach Lublin zurück und lehrte als Professor am Seminar. Er engagierte sich in wissenschaftlichen
Gesellschaften und sozialen Organisationen und war Präsident der Priestervereinigung Unitas
. Er war Impulsgeber für
die Gründung eines Altersheims für Priester in Lublin und gründete den Christlichen Gewerkschaftsbund der Republik Polen
,
die Christliche Arbeiteruniversität und die Lubliner Wohltätigkeitsgesellschaft. 1938 wurde er zum Weihbischof von
Lublin und Titularbischof von
Maloe in Isaurien - wohl das heutige Malye / Geçimli
bei Mersin in der Türkei - ernannt.
Nach dem deutschen Überfall auf Polen wurde Ladislaus Goral am 17. November 1939 wie alle anderen Geistlichen in Lublin
verhaftet im Rahmen der deutschen Sonderaktion Lublin
zur Vernichtung der polnischen Intelligenz. 13 Priester wurden
ins Gefängnis der Gestapo im Schloss in Lublin
gebracht; im Dezember 1940 wurden sie ins
Konzentrationslager nach Sachsenhausen - dem
heutigen Stadtteil von Oranienburg - in Brandenburg verlegt. Dort kam er in eine Einzelzelle im Sonderbereich des Lagers,
wurde gefoltert und war der völligen Isolation ausgesetzt: ihm war der Kontakt zu anderen Gefangenen, der Empfang der
Sakramente und das Lesen anderer Literatur als NS-Zeitungen untersagt.
Ort und Umstände seines Todes sind nicht endgültig geklärt. Nach manchen wurde der inzwischen kranke Bischof im Dezember 1944 nach Berlin transportiert und dort durch eine Giftspritze getötet. Ein Heizer aus dem ehemaligen Konzentrationslager Sachsenhausen gab an, er sei zusammen mit Goral und einigen Sonderhäftlingen kurz vor der Evakuierung des Lagers ins Konzentrationslager Ravensbrück transportiert worden. Dort wurde Goral nach neueren Recherchen zwischen dem 21. und 29. April 1945 ermordet.
1949 wurde Ladislaus Goral für seine Verdienste um die Organisation der Widerstandsbewegung in den Lagern und die
Unterstützung seiner Mitgefangenen
posthum das Kommandeurkreuz mit Stern des Ordens Polonia Restituta verliehen.
Kanonisation:
Ladislaus Goral wurde am 13. Juni 1999 zusammen mit 108 anderen polnischen Märtyrern
auf dem Siegesplatz - dem heutigen Märzplatz
Józef Piłsudski - in Warschau von Papst Johannes Paul II. seliggesprochen.
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Autor: Joachim Schäfer
- zuletzt aktualisiert am 31.10.2026
Quellen:
• https://de.wikipedia.org/wiki/W%C5%82adys%C5%82aw_Goral
• https://edukacja.ipn.gov.pl/edu/wystawy/biografie-elementarne/227582,Wladyslaw-Goral.html
•
korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
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