Ökumenisches Heiligenlexikon

Märtyrer von Konstantinopel

1 Gedenktag katholisch: 30. März

Märtyrer
351 bis 359 in Konstantinopel, heute Ístanbul in der Türkei


Nach dem Tod von Patriarch Alexander von Konstantinopel war die Wahl des Nachfolgers umstritten. Die Orthodoxen unterstützten die Wahl von Paulus I., die Anhänger des Arianismus dagegen Makedonius I. Dieser hatte die Gründung der Pneumatomachi - auch nach ihm Makedonen genannt - inspiriert; sie bestritten die Göttlichkeit des Heiligen Geistes. Kaiser Konstantius II. berief dann 338 eine Synode mit arianischen Bischöfen ein, verbannte Paul I. und setzte Eusebios von Nikomedia auf den Patriarchenstuhl. Nach Eusebios' Tod 341 flammten die Auseinandersetzungen erneut auf; Paulus I. kehrte zurück und residierte an der Kirche Hagia Eirene in Konstantinopel, arianische Bischöfe dagegen weihten umgehend Makedonius. Es gab daraufhin Unruhen, Konstantius II. ließ Paulus 342 erneut vertreiben, wogegen sich offener Widerstand regte; dabei starben die ersten der Märtyrer von Konstantinopel.

346 musste Konstantius II. auf Druck von Konstans, dem Kaiser des Westens, Paulus I. wieder einzusetzen, Makedonius musste sich zurückziehen. Aber die Ermordung von Konstans 350 brachte den Osten unter die alleinige Herrschaft von Konstantius II., der Paulus umgehend verbannte; die Arianer waren nun die dominierende Fraktion, Makedonius konnte 351 zurückkehren; dabei - so die Überlieferung - verübte er grausame Taten. Der Kirchengeschichtsschreiber Sokrates Scholastikos beschrieb sie als Morden, Schlachten, Verhaftungen und Bürgerkriege; dabei starben dann weitere der Märtyrer von Konstantinopel.

Als das Grabmal von Konstantin „der Große” einzustürzen drohte, beschloss Makedonius, dessen Gebeine zu exhumieren und sie in die damalige, Achatius von Byzanz geweihte Kirche zu übertragen. Die Orthodoxen empörten sich aber über diese Exhumierung des Verfechters des nicänischen Glaubens und versammelten sich in dieser Kirche und auf ihrem Friedhof; es entbrannte ein so furchtbares Gemetzel, dass der Ort mit Blut und Leichen übersät war; so starben erneut viele der Märtyrer von Konstantinopel.

Kaiser Konstantius II. war wegen dieses Massakers und der ohne Rücksprache mit ihm erfolgten Exhumierung äußerst erzürnt, was 360 zur Absetzung von Makedonius wegen Grausamkeit und Verstößen gegen das Kirchenrecht führte.





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 13.01.2026

Quellen:
• https://catholicsaints.info/martyrs-of-constantinople-30-march - abgerufen am 13.01.2026
• https://en.wikipedia.org/wiki/Macedonius_I_of_Constantinople - abgerufen am 13.01.2026

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über https://d-nb.info/1175439177 und https://d-nb.info/969828497 abrufbar.