Maria Magdalena Postel
französischer Ordensname: Marie-Madeleine
Taufname: Julie Franziska Katharina
Gedenktag katholisch: 16. Juli
Name bedeutet: MM: nach Maria Magdalena
J: aus dem Geschlecht der Julier (latein.)
Julie Postel, die älteste von sieben Kindern, kam als 12-jähriges Mädchen ins damalige Kloster Notre-Dame-de-Protection der Benediktinerinnen - heute Teil des Krankenhauses - in Valognes nahe ihres Heimatortes.
Im Alter von 18 Jahren kehrte Julie Postel 1774 in ihren
Heimatort zurück und gründete dort eine Schule,
um verwahrlosten jungen Mädchen beizustehen. 1798 wurde sie
Franziskaner-Terziarin. In den Wirren der Französischen Revolution
versteckte sie verfolgte Priester und half ihnen bei der Flucht nach England. Weiterhin unterrichtete sie ihre Mädchen,
teilte die kargen Mahlzeiten, widerstand den Revolutionswirren. Ob ihres segensreichen Wirkens nannte man sie damals
virgo sacerdos
, heilige Jungfrau
.
Pauvres Filles de la Miséricordein Cherbourg
1805 wurde Maria Magdalena Leiterin einer großen Schule in Cherbourg. 1807 gründete sie
dort den Orden der Pauvres Filles de la
Miséricorde
, der Armen Schwestern von der Barmherzigkeit
, der nach stürmischen Jahren 1832 das Mutterhaus in dem
von Maria Magdalena gekuften ehemaligen Kloster
in Saint-Saveur-le-Vicomte einrichten konnte. 1837 übernahm die Gemeinschaft die Regel der
Brüder der christlichen Schulen und nannte sich nun Sœurs des
écoles chrétiennes de la Miséricorde
, christliche Schulschwestern von der Barmherzigkeit
.
Heute wird der Orden als Sœurs de Sainte-Marie-Madeleine-Postel de Saint-Saveur-le-Vicomte
, Schwestern der Maria
Magdalena Postel von Saint-Saveur-le-Vicomte
, bezeichnet. Er wurde 1901 vom Papst anerkannt.
Das Kloster Notre-Dame-de-Protection in Valognes wurde in der Französischen Revolution aufgehoben, die Nonnen wurden 1792 vertrieben. Die Gebäude wurden 1803 in ein Hospiz umgewandelt. Das Kloster in Saint-Sauveur-le-Vicomte war 1067 als Benediktinerabtei gegründet worden; in der Französischen Revolution wurde diese aufgelöst, die Gebäude wurden 1791 einschließlich der Kirche verkauft. 1832 erwarb Maris Madeleins Postel das Anwesen und restaurierte die Gebäude, die nun Mutterhaus ihres Ordens wurden. Im 2. Weltkrieg wurde das Kloster in Juni 1944 bombardiert ist niedergebrannt, dann wurde es wieder aufgebaut; die Nonnen betreiben dort ein Kolleg.
Kanonisation:
Am 17. Mai 1908 wurde Maria Magdalena durch Papst Pius X.
selig- und am 24. Mai 1925 durch Papst Pius XI. heiliggesprochen.
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Autor: Joachim Schäfer
- zuletzt aktualisiert am 28.06.2026
Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl.,
Bd. 6., Herder, Freiburg im Breisgau 1997
• https://fr.wikipedia.org/wiki/Abbaye_Notre-Dame-de-Protection#Historique - abgerufen am 21.06.2026
• Infotafeln im Kloster in Saint-Sauveur-le-Vicomte
korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
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https://d-nb.info/1175439177 und https://d-nb.info/969828497 abrufbar.