Stephan II. (III.)
Gedenktag katholisch: 26. April
Name bedeutet: die Krone (latein.)
Stephan, Sohn eines Adelsgeschlechts, verlor früh seine Eltern und wurde im damaligen Lateranpalast - dem heutigen Sanktuarium Scala Santa - aufgezogen. Papst Zacharias weihte ihn und seinen jüngeren Bruder Paulus - den späteren Papst Paul I. -, zu Diakonen. Beide nahmen an der SynodeSynode (altgriech. für Zusammenkunft) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten. In der alten Kirche wurden "Konzil" und "Synode" synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet. von 743 teil. 752 starb der zum Papst gewählte Priester und Kardinal Stephanus vier Tage nach seiner Wahl an einem Schlaganfall - noch bevor er geweiht worden war - am 26. März. Noch am selben Tag wurde Stephan in der Kirche Santa Maria Maggiore zum neuen Papst gewählt. Da der verstorbene Stephan noch nicht geweiht worden war, wurde dessen gleichnamiger Nachfolger als Stephan II. in die Papstlisten eingetragen. 1.
Pippinsche Schenkungentgegen, um 1600, im Geheimarciv des Vatikan
In Stephans Amtszeit wurde Rom wiederholt
von den Langobarden bedroht, die schon Ravenna
erobert hatte. Stephans Versuche, eine Waffenruhe zu erreichen und die Langobarden zur Aufgabe der eroberten Gebiete zu
bewegen, blieben erfolglos, ebenso ein Hilfegesuch an Kaiser Konstantin V. in
Konstantinopel. Stephan wandte sich deshalb
an Frankenkönig Pippin: Nachdem Stephan - über den
Großen St. Bernhard-Pass - als erster Papst die
Alpen überquert hatte, traf er Pippin am 6. Januar 754 in der damaligen
Pfalz in Ponthion, warf sich dem König
im Büßergewand zu Füßen und bat ihn um Beistand. Sie verhandelten bis in den April, Pippin und seine Söhne verpflichteten
sich zur Sicherung Roms und weiterer Gebiete und bestätigten diese als Eigentum des Papstes;
damit wurde der Kirchenstaat begründet; in Anlehnung an die - gefälschte - Konstantinische Schenkung
wird das die
Pippinsche Schenkung
genannt. 2 Pippin erfüllte
seine Verpflichtungen, besiegte im August 754 die Langobarden und schloss mit ihnen den Frieden von
Pavia
, der die bedingungslose Herausgabe
der Ländereien an Papst Stephan vorsah. Stephan salbte zum Dank Pippin, dessen Frau sowie deren Söhne Karl und Karlmann
am 28. Juli 754 in der Kirche - der heutigen Kathedrale
- in Saint-Denis bei Paris. Bei seiner Rückkehr nach Rom wurde Stephan wie ein Held gefeiert.
Stephan restaurierte die Kirche San Lorenzo fuori le Mura und ließ den Glockenturm des Petersdoms errichten. Er gründete ein Netz von Pilgerherbergen, das dem Vatikan wichtige Einnahmen brachte, und stiftete auf seinem Familienbesitz ein Kloster.
Stephan wurde im Petersdom bestattet.
1 ▲ Er wird oft auch als Stephan II. (III.) bezeichnet. Im päpstlichen Jahrbuch wird seit der Ausgabe von 1961 der nicht Geweihte als Papst aufgeführt und als Stephan II. bezeichnet, sein Nachfolger damit als Stephan III.; seitdem sind zwei Nummerierungen für alle weiteren Päpste mit dem Namen Stephan üblich, wobei die Zählung in den Klammern die neuere Meinung wiedergibt.
2 ▲ Das Dokument der
Pippinschen Schenkung
ist verloren, überhaupt ist seine Existenz umstritten.
Worte von Stephan II.
Papst Stephan II. gibt Rechenschaft über seine Heilung von einer tödlichen Krankheit:
Bischof Stephanus, Diener der Diener Gottes.
Wie sich niemand seiner Verdienste rühmen darf, so darf er die Werke Gottes, die in ihm durch seine Heiligen geschehen
ohne seine eigenen Verdienste, verschweigen, sondern er soll sie verkünden, weil so der
Engel den Tobias mahnt (Tobit 12, 18 - 20).
Daher [berichte ich folgendes:] Wegen der Unterdrückung der heiligen Kirche durch den äußerst grausamen und gotteslästerlichen
unsagbaren Aistulph [König der Langobarden, 749 - 756] kam ich zum besten, dem heiligen
Petrus treuen Herrn, dem im höchsten Maß christlichen König Pippin nach Frankreich.
Dort erkrankte ich auf den Tod und ich blieb einige Zeit im ehrwürdigen
Kloster des seligen Märtyrers Dionysius im Bezirk
von Paris. Da sah ich vor dem Altar den guten Hirten, den Herrn Petrus, und den Lehrer der Völker, den Herrn
Paulus, und diese erkannte ich mit kundigem Sinn wieder an ihren Gewändern und zur
Rechten des Herrn Petrus den dreimal seligen Herrn Dionysius, von
feingliedriger und etwa größerer Gestalt, mit schönem Gesicht; weißen Haaren, einem völlig purpurnem mit Gold durchwirktem
Pallium. Sie unterhielten sich fröhlich miteinander. Und da
sagt der gute Hirte, der Herr Petrus: Dieser unser Bruder verlangt nach Heilung; und da sagte der selige Herr Paulus: Er
wird gleich geheilt werde; und er näherte sich und legte freundschaftlich seine Hand auf die Brust des Herrn Dionysius und
er blickte auf den Herrn Petrus und der Herr Petrus sagte zum Herrn Dioysius heiter: Deinetwegen wird er geheilt. Und
sogleich kam der selige Dionysius mit einem Rauchfass und einem Palmzweig in der Hand zusammen mit einem Priester und einem
Diakon, die seitlich standen, zu mir und sagte zu mir: Der Friede sei mit dir, Bruder, fürchte dich nicht, du wirst nicht
sterben, bis du wohlbehalten zu deinem Wohnsitz zurückkehrst. Steh geheilt auf und weihe diesen Altar zur Ehre Gottes und
seiner Apostel Petrus und Paulus, die du siehst und feiere zur Danksagung Messen! Es herrschte hier eine unschätzbare
Klarheit und Wonne.
Bald darauf durch Gottes Gnade gesundet wollte ich erfüllen, was mir aufgetragen worden war, und die, die dabei anwesend
waren, sagten, dass ich von Sinnen war. Deshalb berichtete ich ihnen und dem König und seinem Hofstaat, was ich gesehen hatte
und wie ich geheilt worden bin, und erfüllte, was mir befohlen worden war. Gesegnet sei Gott!
Quelle: Revelatio Stephani Papae II. In: Patrologia Latina89., Sp. 1022 f; eigene Übersetzung
zusammengestellt von Abt em. Dr. Emmeram Kränkl OSB,
Benediktinerabtei Schäftlarn
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Autor: Joachim Schäfer
- zuletzt aktualisiert am 31.10.2026
Quellen:
• https://de.wikipedia.org/wiki/Stephan_II._(Papst) - abgerufen am 30.10.2026
• https://it.wikipedia.org/wiki/Papa_Stefano_II - abgerufen am 30.10.2026
• https://www.kirchenbote-sg.ch/artikel/wie-faelschungen-geschichte-schrieben - abgerufen am 30.10.2026
korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
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