Ökumenisches Heiligenlexikon

Valerianus von Cimiez

auch: Valerius

1 Gedenktag katholisch: 23. Juli

Name bedeutet: der Gesunde (latein.)
oder aus dem Geschlecht der Valerier (latein.)

Bischof von Cimiez
460/461 in Cimiez, heute ein Stadtteil von Nizza in Frankreich


Valerianus war möglicherweise Mönch im Kloster auf der Lérins-Insel Saint-Honorat und mit Bischof Eucherius von Lyon verwandt. Kurz vor 439 wurde er Bischof von Cimiez. Hilarius von Arles unterstützte er in seinen Ansprüchen um den Primat in der gallischen Kirche gegenüber Papst Leo I. und die Wahl von Ravennius zum Bischof von Arles.

Der Ort der Synode von Vaison, die Alte Kathedrale, erbaut auf den Mauern einer früheren römischen Kultstätte, in der heutigen Form aus dem 10./11. Jahrhundert
Der Ort der SynodeSynode (altgriech. für „Zusammenkunft”) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten. In der alten Kirche wurden „Konzil” und „Synode” synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet. von Vaison, die Alte Kathedrale, erbaut auf den Mauern einer früheren römischen Kultstätte, in der heutigen Form aus dem 10./11. Jahrhundert

Valerianus nahm teil an den SynodenSynode (altgriech. für „Zusammenkunft”) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten. In der alten Kirche wurden „Konzil” und „Synode” synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet. in Riez 439 und in Vaison - dem heutigen Vaison-la-Romaine - 442. In 20 überlieferten Predigten zeigt er seine Nähe zu mönchischen Idealen und einer Frömmigkeit, die sich im Alltag bewährt.


Worte des Heiligen


Geliebte, lasst uns untersuchen, was die Güter der Demut sind:
Immer ist die Demut liebreich und dienstbereit, in Freundschaften angenehm, bei Beleidigungen ruhig. Sie erhebt sich nicht durch Glück und ändert sich nicht durch Unglück; sie drängt sich nicht vor zum Dienst, lehnt ihn aber auch nicht ab. Sie macht kein Aufhebens von ihrem Dienst, sucht ihm aber auch nicht zu entgehen; was die Höflichkeit betrifft, kommt sie beim Grüßen zuvor, wartet aber ab beim Sich-Setzen; sie erwartet nicht, von einer Schar von Schmeichlern begleitet zu werden, verlangt nicht geflissentliches Lob und erwartet nicht lauten Beifall; sie hasst die Chöre der Claqueure, weil ein gutes Gewissen Lob nicht verträgt, ohne Scham hervorzurufen; sie verlangt nicht nach den Lobhudeleien der Schmeichler, [das tut nur,] wer sich des Lobes unwürdig weiß. Wer es aber verdient, empfindet mehr Scham, wenn er von den ihm zugeneigten Freunden gelobt wird. Wo aber Unwürdigkeit vorherrscht, schätzt jemand es, wenn sein Handeln [wenigstens] bemerkt wird, wenn er ohne Lob ausgeht.
Die Demut ist von Güte umfangen. So wie sie es nicht versteht, Unrecht zu tun, so macht sie sich auch nichts aus der Schmach. Ein Demütiger will bei Streitigkeiten eher schweigen als siegen, bei Rechtsstreitigkeiten zieht er es vor, unerfahren zu erscheinen, denn als unverschämt beurteilt zu werden. Er ist nicht vorlaut in Worten, nicht jederzeit zum Antworten bereit.
Doch schnell und gewandt ist die Rede der Hochmütigen, voll Schmähungen und Beleidigungen, nie ohne Verletzung zuzufügen, nie ohne Schmerz zu bereiten. Die Wunde, die die sie anrichten, ist unheilbar, ebenso der verursachte Makel. Wo aber die Worte schuldhaft ihr Ziel erreicht haben, kann durch Genugtuung alsbald Heilung erfolgen.
Diese zu lieben, Geliebte, diese zu suchen, diese zu erwählen, diese festzuhalten ziemt sich für uns, damit wir nicht die Gnade verlieren, die uns als Lohn verheißen ist. Hört den Evangelisten, der sagt: Wer sich erniedrigt, wird erhöht werden, wer sich aber erhöht, wird erniedrigt werden. (Lukasevangelium 18, 14) Die Erhöhung ist diese Verurteilung, die gegenüber den Anmaßenden und Hochmütigen die Macht des künftigen Gerichts zur Geltung kommen lässt. Unser Geist muss sich also neigen, damit jegliche Zeichen der Hochmut zunichte gemacht werden und hasserfüllte Bestrebungen zur Ruhe kommen. So wird es geschehen, dass der Mensch von einem niedrigeren Platz zu einem höheren gelangt und ihm mit angemessener Ehre vergolten wird und er so die Gnade der himmlischen Macht erlangt.

Quelle: Patrologia Latina 52, Sp. 737f.; eigene Übersetzung

zusammengestellt von Abt em. Dr. Emmeram Kränkl OSB,
Benediktinerabtei Schäftlarn

Stadlers Vollständiges Heiligenlexikon

Schriften von Valerianus und seine Lebensgeschichte gibt es online zu lesen in den Documenta Catholica Omnia.

Das Kloster und die Lérins-Insel Saint-Honorat sind nur mit dem Schiff zu erreichen, es fährt los im Hafen in Cannes, von April bis Mitte Oktober ab 8 Uhr bis 17 Uhr stündlich, im Winter seltener, die Rückfahrt ist jeweils eine halbe Stunde später möglich; die Überfahrt kostet hin und zurück 19 €, der Eintritt in die Klosterkirche ist frei. (2024)
Das Archäologische Museum mit den Resten des Baptisterium in Cimiez ist täglich außer dienstags von 10 Uhr bis 18 Uhr - von Mai bis Oktober bis 19 Uhr - geöffnet, der Eintritt beträgt 5 €. (2024)



Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 13.08.2026

Quellen:
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl., Bd. 10. Herder, Freiburg im Breisgau 2001
• https://fr.wikipedia.org/wiki/Ancien_groupe_%C3%A9piscopal_de_Cimiez - abgerufen am 08.05.2024

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
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