Ökumenisches Heiligenlexikon

Albert Knapp

Gedenktag evangelisch: 18. Juni

Name bedeutet: durch Adel glänzend (althochdt.)

Pfarrer, Dichter
* 25. Juli 1798 in Tübingen in Baden-Württemberg
† 18. Juni 1864 in Stuttgart in Baden-Württemberg

Kartenskizze

Albert Knapp, Sohn des Anwalts am Hofgericht und Verwaltungsbeamten Gottfried Gabriel Knapp und seiner Frau Henriette geb. Finckh verbrachte seine Kindheit in Alpirsbach im Schwarzwald; das Erleben der Natur schlug sich später in seinem dichterischen Schaffen nieder - aber auch in schulischen Defiziten, vor allem in Latein. 1814 kam er ins evangelische Seminar in Maulbronn Durch großen Fleiß erreichte er doch solche Fertigkeiten, dass er später besser lateinische als deutsche Prosa schrieb. Einen ersten Kontakt mit der Poesie bekam er durch das Übersetzen von Friedrich Schillers Gedichten ins Lateinische.

Obwohl sich Knapp 1816 für das Theologiestudium im Stift in Tübingen entschied, erfüllten ihn Philosophie, Geschichte und Poesie mehr als die Theologie. Zündstoff für seine poetische Natur fand der schwäbische Dichter in der studentischen Bewegung der Burschenschaften. Eifrig tat sich der junge Poet mit Reden, Gedichten und dramatische Fragmenten hervor - so 1819 am Jahrestag der Schlacht bei Waterloo mit einer Rede Gegen die autoritären Monarchen und für ein geeintes Deutschland. Seiner Zukunft als Pfarrer in einer Kirchengemeinde sah Knapp mit gemischten Gefühlen entgegen.

Sein Studienfreund Ludwig Hofacker eröffnete Knapp 1820 den Zugang zu seiner Arbeit als Vikar in Feuerbach - heute ein Stadtteil von Stuttgart. Als Folge dieser Erweckung verbrannte er zwei Manuskriptbände seiner Gedichte, weil sie das nach seiner Auffassung das eitle Ich widerspiegelten und nur poetisch fromm waren. So standen am Anfang selbstquälerische Bemühungen, inneren Frieden zu finden. In der Folge grenzte er sich aber gegen einseitig pietistische Standpunkte ab: kam zur Ansicht, dass dem Christen die weite Welt gehöre und sein Geist und Herz überall - nur nicht im Reich der Sünde - die Spuren seines Gottes suchen dürfe. Wichtig wurde für ihn die Verbindung zur Herrnhuter Brüdergemeine und zum Missionshaus in Basel.

1825 wurde Knapp Pfarrer in Sulz am Neckar, 1831 in Kirchheim unter Teck, 1836 in Stuttgart an der Hospital- und die Stiftskirche, von 1845 bis zu seinem Tod an die Leonhardskirche. 1836 heiratete er nach dem Tod seiner ersten Frau Christiane geb. von Beulwitz die Witwe Emilie Osiander, geb. Hoffmann. Neben seiner Tätigkeit als Prediger und Seelsorger verfasste er insgesamt 1200 geistliche und weltliche Lieder und Gedichte; er orientieren sichdabei an der Sprache der Bibel, an Martin Luther und Paul Gerhardt und beabsichtigte, zu höheren Zielen aufzurufen und hinzuführen. Dazuhin porträtierte er zahlreiche Dichter und Theologen. In kritischer Auseinandersetzung mit der Aufklärung machte er älteres Liedgut, z.B. von Nikolaus Graf von Zinzendorf oder Gottfried Arnold wieder populär. Aus über 80.000 überlieferten Liedern wählte er 3590 aus und veröffentlichte sie 1837 im Evangelischen Liederschatz für Kirche und Haus von 1837, wobei er an den Texten zahlreiche Veränderungen bis hin zu freien Nachdichtungen vornahm. An der Entstehung des Württembergischen Gesangbuches von 1841 wirkte er maßgeblich mit.

Im Dezember 1837 gründete Knapp, inspiriert von seinem Freund, dem pietistischen Pfarrer Christian Adam Dann, den ersten Tierschutzverein Deutschlands. Tierschutz sei ein zutiefst christliches Anliegen, wobei er sich auf Paulus Ausführungen vom Leiden und der Erlösungshoffnung aller Kreatur im Römerbiref 8, 18 - 23 berief. Nach dem Tod seiner zweiten Ehefrau heiratete er 1850 die junge Minette Lerche.

Knapp wurde der geistliche Klopstock des 19. Jahrhunderts genannt. Das Evangelische Gesangbuch enthält heute fünf Lieder mit seinen Texten, eines der bekanntesten ist seine Bearbeitung des Zinzendorf-Liedes Herz und Herz vereint zusammen sucht in Gottes Herzen Ruh (EG 251), dazu kommen Einer ist's, an dem wir hangen (EG 256) und verschiedene Ergänzungen und Bearbeitungen.





Quellen:
• Evangelisches Gesangbuch. Gesangbuchverlag Stuttgart, 1996
• Karl Dienst. In: Friedrich-Wilhelm Bautz †, Traugott Bautz (Hg.): Biographisch-Bibliographischen Kirchenlexikon, Bd. IV, Herzberg 1992
• http://www.klosterkirchberg.de/Graph/Namen/kn062.htm
• http://de.wikipedia.org/wiki/Albert_Knapp