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Alojzije Viktor Stepinac, Sohn wohlhabender Bauern, wurde schon als Kind von seiner Mutter die tiefe Liebe zu Maria vermittelt. Er besuchte die höhere Schule im erzbischöflichen Internat in Zagreb und das erzbischöfliche Seminar, wo er 1916 mit dem Abitur abschloss. Im 1. Weltkrieg wurde er zum Militärdienst in der österreichischen Armee eingezogen, verwundet und bis 1919 in italienischer Gefangenschaft gehalten. Er begann dann ein Studium der Landwirtschaft und verlobte sich, aber die Braut löste das Eheversprechen. Er entschied sich, Priester zu werden und in Rom Theologie zu studieren, was er mit der Promotion in Philosophie und Theologie abschloss. 1930 wurde er zum Priester geweiht.
Nach Kroatien zurückgekehrt, wurde er Zeremoniar und Notar des Erzbischofs in
Zagreb.
Als der 1934 krank wurde, schlug er Alojzije Stepinac als Koadjutor vor; 1937
wurde er Nachfolger des verstorbenen Erzbischofs und wählte als Wappenspruch den
Vers aus Psalm 70: in te, Domine, speravi
, auf dich, Gott, setze ich mein
Vertrauen
. Die Situation in seiner Diözese war schwierig: das kroatische Volk
und die katholische Kirche mussten im Vielvölkerstaat Jugoslawien um die
Anerkennung ihrer Rechte kämpfen, es gab einen großen Priestermangel, an vielen
Schulen war der Religionsunterricht verboten. Persönlich war er außerordentlich
anspruchslos und kümmerte sich um die sozialen Nöte der kleinen Leute
.
Erzbischof Stepinac, geschmückt mit den Ustascha-Insignien, vor dem
faschistischen Staatspräsidenten Ante Pavelic 
1941 marschierten deutsche Truppen in Jugoslawien ein, kroatischen
Nationalisten proklamierten ein unabhängiges Kroatien. Die kroatische Ustascha-Regierung
hatte schon vorher das Konzentrationslager Jasenovac
eröffnet, indem dann 750.000 orthodoxe Serben , 30.000 Juden, 26.000 Sinti und Roma
und die kroatische Opposition ermordet wurden - es war das drittgrößte KZ im
2. Weltkrieg. Das Wissen darum und die Rolle des Vatikan
und von Erzbischof Stepinac ist bis heute umstritten; nach offizieller Darstellung
rettete Stepinac verfolgte Juden, protestierte gegen die Ustascha-KZs und nahm verfolgte
Serben in Schutz. Während des Krieges organisierte er demnach Aktionen zur Unterstützung
von Not Leidenden und Verfolgten, ließ Nahrung verteilen, versteckte Verfolgte
und setzte sich besonders für verwaiste Kinder ein. Zweifellos aber leitete ihn
der Antikommunismus in allem, was er tat und sagte. Nichts war ihm wichtiger als
der Sieg über die Gottlosigkeit
, deshalb rechtfertigte er das faschistische
Ustascha-Regime und seine Abhängigkeit von Hitlers Deutschland. Konsequent
wandte er sich auch gegen jede ökumenische Aufweichung
im Verhältnis zur
Orthodoxie: Serbisch-Orthodoxe galten ihm nur als Häretiker.
Nach Ende des 2. Weltkrieges übernahmen die kommunistischen Partisanen von
Josip Tito die Macht. Als die Partisanen sich Zagreb
näherten, wurde Stepinac gewarnt, sie würden ihn zu den Kriegsverbrechern zählen
und womöglich hinrichten, aber er beschloss zu bleiben und erklärte, dass das
kroatische Volk jedes Regime ablehne, das seine katholische Tradition nicht ehre.
Heute sind wir Zeugen, wie die Kommunisten, einem Heuschreckenschwarm gleich,
unser Heimatland angreifen. Sie sind es, die uns unseren Gott aus unseren Herzen
herausreißen möchten.
Im Mai 1945 wurde er gefangen genommen, aufgrund des Widerstands in der
Bevölkerung aber schon bald wieder frei gelassen. Im September 1946 wurde er
wieder verhaftet und im Oktober zu 16 Jahren Haft und Zwangsarbeit verurteilt
wegen seiner Zusammenarbeit mit dem faschistischen Ustascha-Regime in Kroatien.
Papst Pius XII. bezeichnete die Gerichtsverhandlung als tristissimo processo
,
traurigsten Prozess
; das internationale Echo war groß, aus westlichen Ländern
kamen Proteste von Staatsmännern und kirchlichen Würdenträgern. Das Angebot
eines hohen Funktionärs, ein Gnadengesuch zu stellen, das man ihm gewähren werde,
und das Land zu verlassen, lehnte Stepinac ab. Auf die letzte Seite seines
Kalenders von 1946 schrieb er: Alles für den größeren Ruhm Gottes, auch meine
Gefangenschaft.
Im Juli 1951 gab die jugoslawische Regierung dem internationalen Druck nach und entließ Stepinac in sein Heimatdorf Krašić, wo er unter strengster Bewachung im Pfarrhaus lebte und von jedem Kontakt mit der Außenwelt abgeschnitten war. Im Januar 1953 verlieh Papst Pius XII. Alojzije Stepinac die Kardinalswürde, worauf Jugoslawien zeitweise die diplomatischen Beziehungen mit dem Vatikan abbrach. Stepinac begab sich allerdings nicht nach Rom, weil er vermutete, dass ihm die Regierung die Rückkehr verweigern werde, sondern bleib in seinem Hausarrest. Im selben Jahr erkrankte er an einer der Leukämie ähnlichen unheilbaren Blutkrankheit - bis heute verstummt bei kroatischen katholischen Kirchenführern nicht die Vermutung einer schleichenden Vergiftung durch die Regierung.
Das Grab von Alojzije Stepinac befindet sich heute in der Kathedrale in Zagreb und ist Pilgerstätte für viele Kroaten.
Papst Johannes Paul II. 1998 am Sarg von Alojzije Stepinac in der Kathedrale in Zagreb
Kanonisation:
Im Oktober 1998 wurde Alojzije Stepinac in Kroatien von Papst Johannes
Paul II. als Märtyrer des Glaubens seliggesprochen.
Diese Seligsprechung war und ist heftig umstritten. Stepinac war kein Mann
des Ausgleichs, der Friedensarbeit, der Versöhnung. So wird damit die Gefahr
weiterer gesellschaftlicher Zerissenheit zwischen Kroaten und Serben, Katholken
und Orthodoxen, befördert; und es wird schwerer sein, die Faschismusgeschichte
Kroatiens und vor allem ihre katholischen Anteile zu studieren und aufzuarbeiten.
Kritiker sehen den Zeitpunkt der Heiligsprechung auch als Einmischung des
Vatikan zugunsten einer gegen Serbien gerichteten,
dem Kosovo zur Abspaltung verhelfenden Politik.
Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon
Am Tag des seligen Kardinal Stepinac habe ich einen Blick auf die
entsprechende Seite Ihres von mir sehr geschätzten Heiligenlexikons geworfen. Ich muss
Ihnen leider mitteilen, dass Teile des Absatzes Kanonisation
nicht den Tatsachen
entsprechen.
Bischof Stepinac WAR sehr wohl EIN Mann des Ausgleichs, der Friedensarbeit und
Versöhnung
. Er war beim nazistischen Regime von Anfang an Persona non Grata
,
weil er sich sowohl öffentlich für verfolgte Juden und Serben einsetzte, als auch diese
und andere geheim durch seinen direkten oder indirekten Einsatz rettete. Dafür wurde er
auch für den Titel "Gerechter unter den Völkern
vorgeschlagen.
Seine Kollaboration, zusammen mit anderen genauso glaubwürdigen
Behauptungen
wie diese, er hätte auf seinem Schreibtisch immer ein Glas voll Augen von serbischen
Mädchen stehen gehabt, sind eine Erfindung der Titoisten. Das letztere wurde tatsächlich
bei seinem schauerlichen Schauprozess behauptet.
Die westlichen Medien und manche antikirchliche Historiker schwiegen aus
politischen Gründen über Titos Gräueltaten und seine Gulags, übermittelten blindlings
die Tanjug-Meldungen aus Belgrad und übernahmen kritiklos solche gezielt antikirchlichen
Anschuldigungen der atheistischen Diktatur.
Die Geschichte weiß heute, dass er nur aus einem Grund bestraft wurde: Stepinac
weigerte sich die katholische Kirche in Kroatien von Rom abzuspalten.
Lesen Sie bitte den objektiven (sic!) Bericht bei Kirche in Not
:
Leuchtendste Gestalt der Kirche Kroatiens
Vor 50 Jahren starb der selige Kardinal Aloisius Stepinac in jugoslawischer Haft
Erzbischof Aloisius Stepinac war 1946 in Zagreb
in einem skandalösen Schauprozess als Kriegsverbrecher und Kollaborateur verurteilt
worden. Am 10. Februar 1960 starb er mit den Worten seines Wahlspruchs auf den Lippen:
In Te, Domine, speravi. – Auf Dich, o Herr, habe ich meine Hoffnung gesetzt.
Seit 1997 steht hinter dem Hauptaltar der Kathedrale in Zagreb ein neuer
silbergetriebener Sarkophag mit den Überresten des Kardinals. Hier wurde er am 12.
Februar 1960 unter Teilnahme von 18 Bischöfen, 500 Priestern und mehr als 100.000
Gläubigen beigesetzt.
Besucht man heute die Kathedrale in Zagreb, so findet man sein Grab umgeben von
einem Meer aus Kränzen und Blumen. Die Bischofskirche des Seligen ist mit seinem Grab
ein neuer Wallfahrtsort der Kroaten geworden.
Wenige Personen der kirchlichen Zeitgeschichte standen so im Kreuzfeuer verschiedener
Meinungen wie er, auch im Westen.
Die Wahrheit, dass Kardinal Stepinac ein Märtyrer und ein Kämpfer für Recht
nd Gerechtigkeit war, wurde im kommunistischen Jugoslawien bis 1990 unterdrückt,
wenigstens von staatlicher Seite. Die Gläubigen dagegen verehrten ihn immer als Heiligen,
und seine Nachfolger auf dem erzbischöflichen Stuhl traten auch in kommunistischer Zeit
immer wieder dafür ein, dem Kardinal die geschuldete Gerechtigkeit widerfahren zu lassen.
Erst seitdem Kroatien nach den Wahlen von 1990 und der Unabhängigkeitserklärung
von 1991 ein freies Land wurde, erfuhren die Kroaten die ganze Wahrheit über diesen Märtyrer.
Am 8. Mai 1898 in Krašić
unweit von Zagreb geboren, das damals zu Österreich-Ungarn gehörte, besuchte der junge
Aloisius Stepinac die Volksschule seines Heimatortes, später das Erzbischöfliche Orphanotrophium
in Zagreb. Er machte 1916 das Abitur und wurde nach
zu einem Offizierskurs für die Armee eingezogen.
Als Kadett musste er 1917 an die italienische Front am Isonzo. 1918 geriet er in
Gefangenschaft, von wo aus er sich zur Südslawischen Legion
meldete und an die
Front nach Saloniki
kam. Er diente bis Juni 1919 in Mazedonien, ehe er entlassen wurde.
Als Student der Landwirtschaft verlobte er sich mit Maria Horvat, doch 1924 entschloss
er sich, Priester zu werden. Im römischen
Germanicum und an der Gregoriana absolvierte er dann sein Studium. Am 26. Oktober 1930
wurde er in Rom zum Priester geweiht. Sein Wunsch, als Seelsorger bei und mit den
Gläubigen zu arbeiten, erfüllte sich nicht, denn sein Erzbischof Anton Bauer von Zagreb
machte ihn 1931 zum erzbischöflichen Zeremoniar.
Schon 1934 wurde der junge Priester Stepinac von Papst Pius XI. zum Titularbischof
und Koadjutor des Erzbischofs von Zagreb mit dem Recht der Nachfolge ernannt. Als Erzbischof
Bauer 1937 starb, stand Stepinac an der Spitze der großen Erzdiözese und der Kirchenprovinz Zagreb.
Seine Sorge galt der Seelsorge in den Städten, der katholischen Aktion und der Caritas.
Er förderte die katholische Presse und die Orden.
1941 geriet er mit seinen Gläubigen in den Wirbel der Kriegsereignisse, als im
April jenes Jahres Jugoslawien innerhalb weniger Tage von der politischen Landkarte
verschwand und die Kroaten einen eigenen Staat ausriefen.
Entgegen allen kommunistischen Verleumdungen, die leider auch im Westen allzu
gerne übernommen wurden und immer noch werden, war Erzbischof Stepinac dem neuen Regime
seit 1941 eine persona non grata gewesen.
Er beschränkte seinen Umgang mit den neuen Machthabern auf das Allernotwendigste
und wurde immer wieder mit Ermahnungen und Protestschreiben vorstellig, die sich in der
Hauptsache gegen die Verfolgung der serbischen Minderheit und der Juden richteten
.
Ernest Bauer hat in seinem Buch über Stepinac dessen karitative Tätigkeit während
des Krieges besonders gewürdigt: In all seinem Wirken in den furchtbaren Kriegsjahren
sah Stepinac, im Sinne des Evangeliums, nur den leidenden Menschen. All sein Bemühen
ging dahin, diesen leidenden und verfolgten Menschen zu helfen.
Er tat dies, indem er sich für geflohene Juden aus Deutschland einsetzte, indem
er von den Ustascha verfolgte Orthodoxe unter seinen Schutz nahm und indem er 300 von
Nazis aus der slowenischen Diözese Maribor
vertriebene slowenische Priester in seiner Erzdiözese unterbrachte. Die Zeugnisse darüber
sind zahlreich und stammen von Juden und Orthodoxen.
Bereits im Mai 1945, unmittelbar nach Kriegsende, wurde der Erzbischof vom neuen
kommunistischen Regime zum ersten Mal verhaftet, am 3. Juni jedoch wieder entlassen
und am folgenden Tag zu Tito zitiert. Es folgten unruhige Monate. Am 22. September 1945
wandten sich alle Bischöfe Jugoslawiens in einem gemeinsamen Brief an den Staatschef
und wiesen darauf hin, dass in Jugoslawien 243 katholische Priester ermordet und 169
weitere in Gefängnisse gebracht wurden.
Die Kommunisten antworteten mit Schmierereien an den Kirchenwänden: Nieder mit
den Pfaffen! Nieder mit dem Banditen Stepinac!
Die Zeitungen hetzten, und es wurden
Unterschriften für seine Verhaftung gesammelt. Diese erfolgte fast ein Jahr später,
am Morgen des 18. September 1946. Die Anklageschrift wurde am 23. September veröffentlicht,
das Gerichtsverfahren eine Woche später eröffnet.
Es war ein Schauprozess übelsten Stils, von sowjetischen Beratern durchdacht und
gelenkt, deren Handschrift auch die Anklageformulierung trägt. Der Erzbischof wurde
als aktiver Volksfeind hingestellt, worauf Stepinac nur die eine Frage stellte: Können
Sie einen einzigen Beweis anführen?
Der Staatsanwalt schwieg.
Am vierten Verhandlungstag, am 3. Oktober äußerte sich der Erzbischof zur Anklage
und sagte: Auf alle Anklagen, die vor diesem Gerichtshof gegen mich erhoben wurden,
antworte ich: Mein Gewissen ist rein in jeder Hinsicht, wenn auch die hier Anwesenden
es lächerlich finden.
Ich werde nicht versuchen, mich selbst zu rechtfertigen, ich werde auch keine
Berufung gegen das Urteil einlegen. Ich bin bereit, für meine Überzeugung nicht nur
Spott, Hass und Demütigungen zu ertragen, sondern ich bin auch – eben weil mein Gewissen
rein ist – jeden Augenblick bereit, den Tod zu erleiden.
Von den 35 Zeugen der Verteidigung wurden nur sieben zugelassen. Auch der spätere
Nachfolger von Stepinac auf dem erzbischöflichen Stuhl von Zagreb, Kardinal Franjo Seper
sowie der orthodoxe Bischof von Slawonien und einige orthodoxe Priester und Juden
hatten sich als Entlastungszeugen gemeldet, wurden aber nicht zugelassen.
Obwohl keine Schuld vorlag, wurde Stepinac am 11. Oktober 1946 als Kollaborateur
und Kriegsverbrecher zu Freiheitsentzug und Zwangsarbeit für die Dauer von 16 Jahren
verurteilt.
Am 19. Oktober 1946 brachte man ihn ins Gefängnis von Lepoglava.
Im Dezember 1951 wurde er zur Verbannung in seinen Heimatort nach Krasic gebracht und
dort unter Hausarrest gestellt. Ein Jahr später ernannte ihn Papst Pius XII. zum Kardinal.
Aber Stepinac blieb ein Kardinal ohne Purpur, da er nicht nach Rom reisen durfte,
ohne seine Rückkehr nach Kroatien zu gefährden. Acht Jahre lebte Stepinac in der Arrest.
Sein Gesundheitszustand war schlecht. Alle Angebote und Versuche der kommunistischen
Regierung in Belgrad,
er möge das Land für immer verlassen, lehnte er ab. Noch 1959 ließ ihm die Geheimpolizei
keine Ruhe und verhörte ihn.
Er starb am 10. Februar 1960. Erst am 18. September 1962 wäre seine Haft abgelaufen.
Untersuchungen an seinen Gebeinen im Laufe des Seligsprechungsprozesse zeigten, das
er langsam, aber systematisch vergiftet wurde.
Im September 1994 kniete Papst Johannes
Paul II. erstmals an seinem Grab und rief die Kroaten auf, ihm, der leuchtendsten
Gestalt der Kirche Kroatiens
, zu folgen. Im Oktober 1998 kam er erneut nach Kroatien,
um Stepinac seligzusprechen.
Danke, mit freundlichen Grüßen !
In Christus,
Jerko Malinar, 11. Februar 2011
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