Ökumenisches Heiligenlexikon

Altfrid von Hildesheim
auch: Alfred

Gedenktag katholisch: 15. August
     Fest im Dom in Essen
     gebotener Gedenktag im Bistum Essen: 16. August
     nicht gebotener Gedenktag im Bistum Hildesheim: 16. August
Name bedeutet: der edle Friedliche (althochdt.)
Bischof von Hildesheim
* vor 800 im Gebiet des heutigen Essen (?) in Nordrhein-Westfalen
† 15. August 874 in Hildesheim (?) in Niedersachsen
Kartenskizze

Statue vor der Domschatzkammer in Essen

Statue vor der Domschatzkammer in Essen

Altfrid, Sohn der Adeligen Ovo und Rikheit wurde Mönch, wohl in Fulda oder Corvey, und war dann in St-Riquier und St-Quentin. Er wurde 829 Leiter der Schule des Benediktinerklosters Corvey und 851 Bischof von Hildesheim. Dort gab er den Auftrag zum Bau des Mariendomes, der 872 von ihm geweiht wurde. Um 846 erwarb er in Rom Reliquien von Kosmas und Damian und ließ auf dem Besitz seiner Familie im heutigen Essen die erste Kirche bauen, die Quentin geweiht war und 1817 abgerissen wurde. 870 gründete er das Kanonissenstift in Essen, dessen erste Äbtissin seine Schwester Gerswid wurde, sowie die Frauenklöster in Gandersheim und Lamspringe. Besonderes Anliegen war ihm die Bildung des KlerusEin Kleriker ist in der orthodoxen, katholischen, anglikanischen und altkatholischen Kirche ein geweihter Amtsträger, der eine der drei Stufen des Weihesakraments - Diakon, Priester oder Bischof - empfangen hat. Im Unterschied zu den Klerikern bezeichnet man die anderen Gläubigen als Laien. Angehörige von Ordensgemeinschaften gelten, wenn sie nicht zu Priestern geweiht sind, als Laien und in der Orthodoxie als eigener geistlicher Stand. In den protestantischen Kirchen gibt es keine Unterscheidung von Klerus und Laien..

Altfrid war er in zunehmendem Maße auch als Ratgeber und Gesandter von König Ludwig dem Deutschen tätig, dessen Einfluss er seine Wahl zum Bischof zu verdanken hatte .Ab 860 war Altfrid einer der entscheidenden Unterhändler in den Machtkämpfen zwischen den Reichsteilen des zerfallenden Frankenreiches; nach jahrelangen Verhandlungen hatte Altfrid maßgeblichem Einfluss auf die Gestaltung des Vertrags von Meersen, mit dem am 9. August 870 Lothringen zwischen dem West- und Ostfrankenreich aufgeteilt wurde.

Bis heute wird Altfrids Fest in Essen mit einem festlichem Gottesdienst und der Aussetzung seines Reliquienschreines in der Münsterkirche begangen.

Kanonisation: Die Heiligsprechung erfolgte erst 1965.





Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• Erhard Gorys: Lexikon der Heiligen. dtv, München 1997
• Ekkart Sauser. In: Friedrich-Wilhelm Bautz †, Traugott Bautz (Hg.): Biographisch-Bibliographischen Kirchenlexikon, Bd. XVII, Herzberg 2000
• http://www.unitas-ruhrania.org/index.php?section=news&cmd=details&newsid=1187


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