Ökumenisches Heiligenlexikon

Simon von Collazzone
italienischer Name: Simone
auch: della Contessa, Sohn der Gräfin

Gedenktag katholisch: 24. April

Name bedeutet: die Erhörung (hebr.)

Ordensmann, Priester
* 1208 (?) in Collazzone in Italien
† 24. April 1250 in Spoleto in Italien

Simon, Sohn einer adeligen Familie, wurde im ehemaligen Schloss - dem heutigen Rathaus in Collazzone -, geboren. Seine Mutter Matilde war befreundet mit der Frau von Kaiser Otto IV *. Schon in jungen Jahren schloss er sich Franziskus von Assisi an und gehörte zu der Gruppe, die von Bruder == Elias 1221 nach Deutschland ausgesandt wurde. Dann wurde er Ordensprovinzial für die Marken, schließlich für Umbrien. Der Chronist des Franziskanerorden, Salimbene de Adam, der 1248 mit Simone in Marseille weilte, beschrieb seine wundertätigen Fähigkeiten.

Bild auf der Gedenktafel in Collazzone

Bild auf der Gedenktafel in Collazzone

Simon starb im Kloster S. Elia in Spoleto - dort wo heute die päpstliche Festung Rocca Albornoz steht.

Schon bald nach Simons Tod ereigneten sich viele Wunder, die seiner Fürsprache zugeschrieben wurden. 1252 beauftragte Papst Innozenz IV. die Bischöfe von Spoleto und von Gubbio und den Abt von San Pietro in Valle bei Frosolone, einen Heiligsprechungsprozess durchzuführen. 1260 wurden die Reliquien in die den Aposteln Simon und Judas geweihte Kirche San Simone (e Giuada) in Spoleto übertragen; der Name wurde bald schon auf Simon von Collazzone bezogen. Nachdem diese Kirche 1863 aufgegeben wurde, wurden die Gebeine in den Dom von Spoleto überführt. 2000 wurden sie in die Franziskanerkirche San Ansano in Spoleto übertragen und unter dem Hochaltar in einen Sarkophag aus dem 19. Jahrhundert gelegt, den Papst Pius IX. für Isaak von Syrien gespendet hatte.

Kanonisation: Simon wurde 1296 durch Beschluss der Statuten von Spoleto als heilig anerkannt, ein formeller Heiligsprechungsprozess scheiterte auch 1747.

* Prof. Helmut Bouzek weist darauf hin, dass dies wohl nicht - wie verschiedentlich dargestellt - Otto IV.' erste Ehefrau Beatrix von Schwaben, sein kann, weil diese, als der Sohn der Gräfin von Collazzone zur Welt kam, erst 10 Jahre alt war. Zwei Jahre danach, am 22. Juli 1212 fand in Nordhausen die Hochzeit zwischen dem damals 37-jährigen römisch-deutschen Kaiser und der 14-jährigen Beatrix statt, die aber schon am 11. August 1212 starb. Gemeint ist also wohl Ottos zweite Ehefrau Maria von Brabant, die er am 19. Mai 1214 in Maastricht heiratete.





Quellen:
• http://www.ktucitywalks.co.uk/477.html