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Werkstatt von Simone Martini, wohl um 1320, National Gallery of Art in
Washington

Judas Thaddäus war der Sohn eines Jakobus (Lukasevangelium 6, 16) und einer der Jünger Jesu; er ist nicht zu verwechseln mit Judas, genannt Ischariot, der Jesus verraten hat, wie das Johannesevangelium ( 14, 22) ausdrücklich betont. Judas wird dort als einziges Mal im Neuen Testament handelnd erwähnt mit der Frage, warum Jesus seine Abschiedsrede exklusiv den Jüngern und nicht der ganzen Welt offenbare. In den neutestamentlichen Apostellisten steht ein Thaddäus an 10, oder 11. Stelle neben Simon dem Zeloten.
Die alte Kirche sah in Judas und Thaddäus seit Origines
dieselbe Person. Die Tradition sieht ihn meist zusammen mit Simon
und nannte die beiden Brüder von Jakobus
dem Jüngeren, also Söhne des Alphäus und der Maria
des Kleophas. Der ihm immer wieder zugeschriebene Brief des Judas
im Neuen Testament, der letzte der sogenannten katholischen Briefe, stammt
sicher nicht von ihm.
Nach der Legenda Aurea wurde Judas vom Apostel Thomas nach der Himmelfahrt Christi unter dem Namen Addai zu König Abgar von Edessa - dem heutigen Sanlıurfa geschickt - dem König, der ein Bild des Herrn malen lassen wollte, weil Christus ihn geheilt hatte, wobei der Maler dann aber von solchem Glanz geblendet wurde, dass er nicht weitermalen konnte, und Gott selbst das Bild vollendete.
Nach anderen Überlieferungen wirkte Judas zusammen mit Simon
Zelotes in Syrien und Mesopotamien, dann in Persien, wo beide dem
Feldhauptmann des Königs von Babylon - dem heutigen Han-al-Mahawil
-, Baradach, Sieg und Frieden prophezeiten, was tatsächlich gleich am nächsten
Tag Wirklichkeit wurde. Als Götter in Menschengestalt zu König Xerxes geführt,
tauften sie ihn, den ganzen Hofstaat und viele Tausende im Land. Wiederholt zum
Vernichten der feindlichen Gewalten aufgefordert, wiederholten sie ihr ständiges
Wort: Nicht zu töten, sondern lebendig zu machen sind wir gekommen.
Nach
zahlreichen Wundertaten, mit denen sie die Machtlosigkeit der Zauberer bewiesen
und die Abgötter stürzten, organisierten die Zauberer im Lande einen Aufstand
der Priester, die beide Apostel erstachen, nach anderen Legenden enthaupteten,
nach wieder anderer Version Judas mit einer Keule und Simon mit einer Säge zu
Tode martern ließen. Ein gewaltiges Unwetter erschlug daraufhin Priester und
Zauberer. Der König ließ die Leichen der beiden Heiligen suchen, bestatten und
eine große Kirche darüber bauen.
Buchmalerei, 1493, Hartmann Schedels Nürnberger
Weltchronik 
Nach der armenischen Tradition missionierte Judas Thaddäus zusammen mit
Bartholomäus in Armenien. Nach
diesem Martyrium des heiligen Thaddäus
erlitt er unter einem König namens
Sanatruk den Tod um Jesu Christi willen.
In der katholischen Kirche wurde das heutige Fest zuerst in Gallien begangen und kam von dort in den römischen Kalender; schon das Martyrologium des Hieronymus kannte ihn. Judas Thaddäus war ein in der katholischen Volksüberlieferung lange vergessener Apostel, er wurde erst Ende des 18. Jahrhunderts wieder entdeckt und seitdem als Helfer in verzweifelten Situationen und bei schweren Anliegen angerufen. Reliquien werden vor allem im Petersdom in Rom verehrt.
Attribute:
Buch, Keule, Hellebarde
Patron
von Goslar;
in schweren Nöten und Anliegen, in verzweifelten Situationen
Bauernregeln:
Wenn Simon und Judas vorbei,
/ so rückt der Winter herbei.
Simon und Juda, die zwei, /
führen oft Schnee herbei.
Simon und Judä, /
hängen an die Stauden Schnee.
Ist's an Judas hell und klar / gibt's Regen erst ab Cäcilia.
Simon und Judas /
fegen das Laub in die Gass.
Bevor dich Simon -
Judas schaut, / pflanze Bäume, schneide Kraut.
Schneid das Kraut, / bevor es Juda klaut.
Es sitzen auch die heiligen Herrn, / am warmen Ofen gern.
Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon
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