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Wandmalerei am Torbogen der Kirche St. Rupert in Gaden
bei Waging in Bayern ![]()
Fergal, von adliger Herkunft - möglicherweise aus dem Köingsgeschlecht von
Loegaire -, verließ nach seiner Ausbildung im Kloster Iona
die Heimat mit zwei Gefährten, um auf dem Festland für den Glauben zu wirken. Nachdem er
zwei Jahre am Hof Pippin des Kleinen tätig war, sandte dieser ihn 743 zu seinem
Schwager Odilo nach Bayern. Virgilius wurde 746 zunächst Abt im Kloster St. Peter in
Salzburg.
Mit Bonifatius führte er in jener
Zeit Auseinandersetzungen um die Frage der Gültigkeit einer mit falschen Worten
empfangenen Taufe und um das Problem der Kugelgestalt der Erde - Virgilius vertrat
die auch bei Isidor von Sevilla
und Beda
Venerabilis vertretene Antipodentheorie
: dass auf der anderen Seite der
als Kugel vorgestellten Erde ebenfalls Menschen leben - schon rund 900 Jahre vor Galileo
Galilei gab es also heftige Auseinandersetzungen in dieser Frage. Bonifatius beklagte
sich über beide Probleme bei Papst Zacharias.
Virgilius wurde 749 zum Bischof in der Stadt Salzburg
geweiht. Er richtet ein Chorherren-Kollegium von zwölf Priestern
ein und setzte konsequent das irischem Vorbild entsprechende Eigenkirchen
-Prinzip
durch: alle von Salzburg aus gegründeten Klöster, Kirchen und Bistümer blieben
abhängig und untergeordnet.
Virgilius' breite Wirksamkeit - er sandte um 755 seinen Gefährten Modestus
auf Bitten des slawischen Herzogs Boruth zur Unterstützung in dessen
Abwehrkampf gegen die andrängenden Awaren als Chorbischof nach Maria
Saal bei Klagenfurt - verlieh ihm die Bezeichnung Apostel Kärntens
;
als 772 Herzog Tassilo III. siegreich war,
konnte sich das Christentum in Kärnten
endgültig durchsetzen. An der Stelle der alten Peterskirche ließ er den Urbau des
Salzburger
Doms errichten, in dessen Krypta er 774 die Reliquien
von Bischof Rupert
- mit dem zusammen er verehrt wird - und von Chunialdus
und Gislarius bringen ließ. Die
Anschaffung des Rupertuskreuzes, das aus Northumbrien
stammt, geht wohl auch auf Virgilius zurück.
Architektur und Kunsthandwerk blühten unter Virgilius. Er selbst galt als
bedeutender Literat, verfasste die Streitschrift Libellus Virgilii
, Virgilius'
Notizen
und vielleicht die Urfassung der Lebensgeschichte von Bischof Rupert.
Arbeo von Freising widmete ihm
seine Lebensgeschichte über Korbinian.
Sein Grab war schon bald nach Virgilius' Tod vergessen und wurde 1181 beim Umbau des Domes wieder gefunden.
Kanonisation:
Virgilius wurde 1233 von Papst Gregor IX. heilig gesprochen.
Patron
des Bundeslandes Salzburg
und der Stadt Salzburg;
der Kinder; in Geburtsnöten; der Diözese Salzburg und der Diözese Graz-Seckau
Bauernregel:
Friert es auf Virgilius, / im Märzen Kälte kommen muss.
* Publius Vergilius Maro, römischer
Dichter, bekannt als Vergil, der 70 - 19 v. Chr. lebte, wurde im Mittelalter
seiner Ankündigung des Messias
wegen, die man in der
vierten
Ekloge der Bucolina
zu erkennen glaubte, sehr geschätzt.
Martyrologium Romanum Flori-Legium
Biographisch- Bibliographisches Kirchenlexikon
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