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Silbermünze mit dem Bild Walderichs aus der Zeit der Salier, gefunden in
Murrhardt
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Walderich stammte aus fränkischem Hochadel, manche Forscher sehen ihn als illegitimen Sohn vom Kaiser Karl dem Großen und somit als Halbbruder des späteren Kaisers Ludwig dem Frommen. Er wurde Benediktiner und lebte zunächst als Einsiedler. 794 bis 796 war er Abt in Neustadt am Main und sollte wohl Bischof von Verden werden, wurde dann aber noch unter Kaiser Karl dem Großen um 796 erster Abt des von diesem gegründeten Klosters in Murrhardt. Er spielte unter der Herrschaft Ludwigs eine wichtige Rolle als Teilnehmer an kaiserlichen Gesandtschaften und Reichsversammlungen, sei auch Ludwigs Beichtvater gewesen. Gerühmt werden Walterichs wundersame Kräfte und viele Krankenheilungen.
Walderich wurde in der Marienkirche in
Murrhardt
bestattet; auf diesem Hügel hatten schon die Römer ein dem Gott Mithras geweihtes
Heiligtum errichtet; um 1235 erbaute Kaiser Friedrich II. an dieser Stelle eine neue Kirche.
Im Rahmen der Reformation wurde 1534 diese Kirche - da St. Maria zu katholisch
klang,
in Walterichskirche umbenannt und als Friedhofskirche weiter genutzt. 1612 zerschlug man
die wundertätige Grabplatte und verwendete die Teile zu einem Opferstock, der neben
dem Haupteingang der Walterichskirche in die Wand eingemauert ist. Der alte Wunderglaube
sprang auf den neuen Opferstock über. 1801 ließ der damalige Prälat die Bruchstücke
der Grabplatte entfernen und das Grab verdecken, um der katholischen
Wallfahrt
den Garaus zu machen. Die seit der Reformation evangelische Karfreitagswallfahrt
bestand bis in die 1950-er Jahre. Um den Leidensweg Christi
nachzuempfinden, erklommen die Menschen auf Knien rutschend den Kirchenhügel über
die Büßertreppe
; sie wurde Mitte des 20. Jahrhunderts entfernt.
Walterichskirche in Murrhardt
kweinland
Kanonisation:
Klostervogt Graf Berthold von Wolfsölden betrieb Walderichs Seligsprechung, die 1226 / 1227
erfolgte; der Überlieferung nach fand die Heiligsprechung - die es tatsächlich nicht gab
- am Karfreitag 1228 statt.
Patron
der Gelähmten, Gebrechlichen und Geisteskranken
Biographisch- Bibliographisches Kirchenlexikon
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